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Senvion mit Zahlen, Großauftrag und neuer Schwachwind-Turbine

Hamburg – Beim deutschen Windkraftanlagen-Hersteller Senvion ist einiges los. Das Unternehmen mit operativem Hauptsitz in Hamburg hat Halbjahreszahlen vorgelegt, einen neuen Großauftrag erhalten und eine neue Schwachwindturbine installiert.

Die neue Großbestellung über 93 Windkraftanlagen meldete Senvion am vergangenen Donnerstag (10.08.2017), am Freitag legte das Unternehmen den Halbjahresbericht vor und am heutigen Montag folgt die Nachricht über die Installation eines Prototyen der Anlage 3.4M140 EBC.

Senvion kappt Prognose wegen Projektverschiebungen

Senvion hat im ersten Halbjahr 2017 Umsätze in Höhe von 830 Mio. Euro verzeichnet (H1 2016: 870 Mio. Euro). Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) ist auf 61,8 Mio. Euro gesunken (H1 2016: 72,3 Mio. Euro). Die Ebitda-Marge fällt von 8,3 Prozent im ersten Halbjahr 2016 auf 7,4 Prozent im abgelaufenen Halbjahr. Der operative Verlust (Ebit) hat sich von auf 73,4 Mio. Euro etwa verdreieinhalbfacht.

Wegen Projektverschiebungen muss Senvion die Prognose korrigieren. Nun wird ein Umsatz für 2017 in Höhe von 1,9 bis 1,95 Mrd. Euro erwartet (zuvor: 2,0 bis 2,1 Mrd. Euro). Die bereinigte erwartete Ebitda-Marge für 2017 beträgt unverändert 8,0 bis 8,5 Prozent. Die Aufträge in den ersten sechs Monaten beliefen sich auf 940 Mio. Euro, das ist ein Anstieg um 70 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Festaufträge beinhalten auch einen Offshore-Vertrag über 307 Mio. Euro in Deutschland. Jürgen Geißinger, CEO von Senvion, erklärte: "Unsere Ergebnisse für das erste Halbjahr 2017 entsprechen unsere Erwartungen. Senvion stellt sich weiterhin dem herausfordernden Umfeld und verbleibt auf dem geplanten Kurs."

Großprojekt verschiebt sich - 299 MW Windleistung in Chile

Senvion erklärte bei der Vorlage der Zahlen auch, dass der Erfolg in neuen Märkten durch den Abschluss der Finanzierungsvereinbarung für den 299-Megawatt (MW) bedingten Vertrag für zwei Projekte in Chile untermauert werde. Darüber hatte das Senvion einen Tag vor der Veröffentlichung der Halbjahreszahlen berichtet. Der chilenische Stromerzeuger Aela Energía hat diese Finanzierungsvereinbarung abgeschlossen. Der bedingte Vertrag über die Lieferung und Installation von insgesamt 93 Senvion Turbinen für zwei Windparkprojekte in Chile wurde bereits im April 2016 unterzeichnet. Die Fertigstellung der beiden Projekte sei nun für Herbst 2018 geplant. Dadurch werden sich die prognostizierten Umsätze teilweise in das Jahr 2018 verschieben, teilte das Unternehmen mit.

Neue Schwachwindturbine in Brandenburg errichtet

Zudem hat Senvion den ersten Prototypen der Turbine 3.4M140 EBC (EBC = Eco Blade Control) für Notus energy in Heckelberg in Brandenburg in Betrieb genommen. Die Senvion 3.4M140 ist mit einem geräuschoptimierten Rotorblattprofil und einer neuen Rotorblattsteuerung zur Verringerung der Turbinenbelastung ausgestattet, so der Hersteller. Der Prototyp mit einer Leistung von 3,4 MW in Heckelberg kann trotz niedriger Windgeschwindigkeiten jährlich knapp 3.000 Haushalte mit Strom versorgen, so Senvion.

Die Aktie von Senvion, die in der vergangenen Woche um 3,5 Prozent zugelegt hat, gibt im Aktienhandel am heutigen Montag bislang um 0,1 Prozent auf 13,49 Euro nach (Stand 15 Uhr, Börse Stuttgart).

© IWR, 2017

14.08.2017