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BNetzA legt Trassenkorridor für letzten Abschnitt von SuedOstLink fest

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Bonn - Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat den Trassenkorridor für den letzten Abschnitt der Gleichstromverbindung SuedOstLink festgelegt und den Vorschlag des Vorhabenträgers 50Hertz GmbH bestätigt. Damit ist ein wichtiger Projekt-Meilenstein erreicht.

Mit dem Abschluss der Bundesfachplanung für das letzte Teilstück von SuedOstLink durch die BNetzA kann nun das letzte Teilstück von SuedOstLink in die Detailplanung gehen. Die BNetzA erwartet, dass der Vorhabenträger 50Hertz den Antrag auf Eröffnung des Planfeststellungsverfahrens, in dessen Verlauf der genaue Trassenverlauf festgelegt wird, im zweiten Quartal 2020 einreicht. Die BNetzA hat kürzlich zudem den Umweltbericht zum Bundesbedarfsplan 2019-2030 fertiggestellt und veröffentlicht.

Netzausbauvorhaben SueOstLink: Letzter Korridor im Norden festgelegt
Mit ist dem jetzt von der Bundesnetzagentur bestätigten Trassenkorridor für den letzten Abschnitt der Gleichstromverbindung SuedOstLink ist der gesamte Korridor für das Vorhaben festgelegt und ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Realisierung des SuedOstLink-Projekts erreicht. Der letzte, ca. 182 Kilometer lange Trassenkorridor beginnt bei Wolmirstedt in Sachsen-Anhalt und verläuft westlich von Magdeburg entlang der Autobahn A 14 nach Süden. Er umgeht Halle (Saale) östlich und folgt der A9 bis kurz vor Eisenberg. Damit bestätigt die BNetzA den Vorschlag des zuständigen Übertragungsnetzbetreibers 50Hertz.

Die Gleichstromverbindung soll auch in dem nun festgelegten Abschnitt überwiegend als Erdkabel realisiert werden. In zwei Bereichen, zwischen Wolmirstedt und Magdeburg sowie in der Nähe von Förderstedt, kommt nach Angaben der BNetzA allerdings auch eine Freileitungsausführung in Betracht. Dies sind die einzigen Bereiche für den gesamten SuedOstLink, in denen eine Freileitung überhaupt noch möglich ist. Die Art der technischen Ausführung wird allerdings erst im kommenden Planfeststellungsverfahren festgelegt.

Nach Abschluss der Bundesfachplanung folgt nun das Planfeststellungsverfahren. In diesem Genehmigungsschritt werden der genaue Leitungsverlauf innerhalb des Trassenkorridors und die technische Umsetzung der Stromleitung festgelegt. 50Hertz hat den Antrag auf Planfeststellung parallel zum Bundesfachplanungsverfahren vorbereitet und plant diesen im 2. Quartal 2020 einzureichen.

SuedOstLink verläuft auf eine Länge von etwa 540 Kilometern von Wolmirstedt in Sachsen-Anhalt nach Isar in Bayern. Vorhabenträger für den nördlichen Teil des Projekts ist 50Hertz. Den südlichen, bayerischen Teil verantwortet Tennet. Das Gesamtvorhaben besteht aus insgesamt vier Abschnitten. Der Baustart ist für 2022 geplant. Die Inbetriebnahme ist für das Jahr 2025 vorgesehen. Das Leitungsbauvorhaben SuedOstLink ist neben SuedLink und Korridor A eine der großen Stromautobahnen, über die Windstrom aus dem Norden in die Verbrauchszentren im Süden Deutschlands transportiert werden soll.

BNetzA veröffentlicht Umweltbericht zum Bundesbedarfsplan
Mit Blick auf den weiteren Ausbau des Stromnetzes in Deutschland hat die BNetzA kürzlich den Umweltbericht zum Bundesbedarfsplan veröffentlicht. Damit sei das Verfahren zur Bedarfsermittlung 2019-2030 abgeschlossen, so die BNetzA. Im Umweltbericht werden die voraussichtlichen Auswirkungen von insgesamt 95 Stromleitungen bewertet, die als notwendig für eine sichere Versorgung in Deutschland eingestuft werden. Bewertet wurden sowohl neue Stromleitungen als auch solche, die bereits im aktuellen Bundesbedarfsplan enthalten sind. Insgesamt wurden 78 Freileitungen, 7 Erdkabel und 10 Maßnahmen im Küstenmeer geprüft.

Im Ergebnis der Umweltprüfung zeigt sich, dass bei rd. 65 Prozent aller geprüften Maßnahmen voraussichtlich geringe Auswirkungen auf die Schutzgüter zu erwarten sind, wobei es sich hier überwiegend um Maßnahmen der Netzverstärkung durch Zu- oder Umbeseilungen oder kürzere Neubauten in bestehender Trasse von Freileitungen handelt. Bei knapp einem Fünftel der Maßnahmen werden hohe oder sehr hohe Umweltauswirkungen erwartet. Dies betrifft insbesondere längere Neubaumaßnahmen, Erdkabel und viele Anbindungsleitungen von Offshore-Windparks, so die BNetzA.

Der Umweltbericht zeigt Alternativen auf, sowohl zu den Netzentwicklungsplänen als Ganzem als auch zu einzelnen Maßnahmen. Durch den Vergleich von Alternativen können maßgebliche Unterschiede in den Auswirkungen der Alternativen erkannt und vor Ort nachvollzogen werden. Der Bedarfsermittlung und der Erstellung des Umweltberichts ging eine zehnwöchige Beteiligung der Öffentlichkeit voraus. Es wurde nach Angaben der BNetzA außerdem eine grenzüberschreitende Beteiligung Dänemarks durchgeführt. Aus der Öffentlichkeit und von Behörden gingen über 800 Stellungnahmen ein, die zu einer Überprüfung der Bewertungen im Umweltbericht beigetragen haben.


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07.04.2020

 



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