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Ökostrom: Windkraftanlagen produzieren im September deutlich unter Vorjahresniveau

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Münster - Die deutsche Ökostrom-Produktion ist im Monat September 2021 niedriger ausgefallen als im Vorjahres-Monat. Insgesamt wurde in Deutschland witterungsbedingt rd. 11 Prozent weniger grüner Strom in die Stromnetze eingespeist. Den deutlichsten Rückgang weist die Windenergie auf.

Die Witterung im September 2021 mit überwiegend ruhigem Hochdruckwetter über Deutschland hat dafür gesorgt, dass im Vergleich zum Vorjahresmonat deutlich weniger Windstrom eingespeist wurde. Da der September 2021 per saldo weniger Sonnenstunden als der Vorjahresmonat aufweist, ist die Solarstromproduktion leicht rückläufig. Insgesamt erreicht die gesamte Ökostrom-Einspeisung (Wind-, Solar-, Wasser-, Bio-, Geoenergie) im abgelaufenen Monat 13,8 Mrd. Kilowattstunden. Das geht aus einer IWR-Auswertung auf der Basis der Netto-Einspeisung in die Stromnetze von Daten der deutschen und europäischen Netzbetreiber hervor (Datenstand: 04.10.2021).

Ökostrom: Weniger Strom aus Wind, Solar, Wasser und Biomasse
Im Monat September 2021 befand sich Deutschland nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) nach den tiefdruckgeprägten Wetterlagen des Sommers über weite Strecken unter Hochdruckeinfluss. Damit ebbte auch die niederschlagsreiche, windige Witterung ab. Mit insgesamt 175 Sonnenstunden in Deutschland übertraf die Sonnenscheindauer ihr September-Soll (1961-1990) von 150 Stunden zwar um rd. 15 Prozent, lag aber deutlich unter dem Vorjahresmonat (206 Sonnenstunden). Die Witterung spiegelt sich in der Ökostrom-Produktion wider.

Insgesamt ist die Windstrom-Produktion deutlich niedriger ausgefallen als im Vorjahresmonat. Die eingespeiste Windstrommenge sank dabei von 6,3 Mrd. kWh (2020) auf 5,4 Mrd. kWh, das ist ein Rückgang um 14,1 Prozent. Den höchsten Anteil an der Windenergie hatte die Windstromerzeugung an Land (onshore), die im September um etwa 400 Mio. kWh auf 4,2 Mrd. kWh (2020: 4,6 Mrd. kWh) zurückgegangen ist. Der Beitrag der Offshore-Windenergie sank im September ebenfalls um rd. 400 Mio. kWh auf 1,3 Mrd. kWh (2020: 1,7 Mrd. kWh). Da der September 2021 weniger sonnenreich ausgefallen ist als der Vorjahresmonat, ist die Solar-Stromeinspeisung (ohne PV-Eigenverbrauch) um rd. 100 Mio. kWh auf 4,5 Mrd. kWh (2020: 4,6 Mrd. kWh) zurückgegangen.

Die Wasserkraft-Produktion fällt im September aufgrund des regenarmen Wetters um etwa 300 Mio. kWh auf 1,1 Mrd. kWh (2020: 1,4 Mrd. kWh). Die Bioenergie-Stromeinspeisung ging um rd. 400 Mio. kWh auf 2,7 Mrd. kWh zurück (2020: 3,1 Mrd. kWh).

Jahresbilanz nach den ersten neun Monaten: Windstrom-Delle noch sichtbar
Nach den ersten neun Monaten (Januar - September) erreicht die Ökostromeinspeisung in Deutschland im Jahr 2021 rd. 163 Mrd. kWh (Jan – Sept 2020: 177 Mrd. kWh), das sind 8,2 Prozent weniger als im Vorjahres-Zeitraum. Lediglich die Stromeinspeisung aus Solar ist von Januar bis September leicht um 0,4 Prozent gestiegen. Die diesjährige Windstromproduktion liegt deutlich unter dem Vorjahreswert. Insgesamt wurden in ersten neun Monaten 79,3 Mrd. kWh Windstrom eingespeist (Jan – Sept 2020: 93,2 Mrd. kWh), das ist ein Rückgang um 13,9 Mrd. kWh oder 14,9 Prozent. Der Grund sind die schwachen Windmonate zu Beginn des Jahres 2021 im Vergleich zu den außergewöhnlich windstarken Anfangs-Monate 2020.

Konventionelle Stromerzeugung: Mehr Kohle- und Atomstrom, weniger Strom aus Gas
Im Bereich der konventionellen Stromerzeugung war der Monat September von mehr Atom- und Kohlestromerzeugung geprägt. Im Kohlesektor steht einem leichten Anstieg der Braunkohleverstromung um 100 Mio. kWh (+ 1,2 Prozent) auf 8 Mrd. kWh, ein deutlicher Anstieg bei der Steinkohle von 4,1 Mrd. im September 2020 auf 5,9 Mrd. im Jahr 2021 gegenüber. Die Atomstromproduktion legte im September um 3,1 Prozent auf 5,5 Mrd. kWh zu (2020: 5,3 Mrd. kWh). Ende des Jahres 2021 endet für die AKW Grohnde, Gundremmingen und Brokdorf jedoch die Betriebszeit und die Kraftwerke gehen vom Netz. Deutlich um 37 Prozent auf 3 Mrd. kWh (Sept. 2021) zurückgegangen ist im September 2021 die Einspeisung von Strom aus Gaskraftwerken (Sept. 2020: 4,8 Mrd. kWh.

Über die Daten der europäischen Netzbetreiber (ENTSO-E)
Die IWR-Auswertung basiert auf der Analyse aller von den nationalen Netzbetreibern zur Verfügung gestellten EU-Länderdaten. Für Deutschland liefern die vier Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) Tennet TSO, 50 Hertz Transmission, Amprion und TransnetBW Daten an den Verband der europäischen Übertragungsnetzbetreiber (ENTSO-E). Die Übertragungsnetzbetreiber messen die Netto-Stromeinspeisung in ihren Stromnetzen. Strommengen, die nicht eingespeist werden und für den Betrieb von Kraftwerken benötigt (Eigenverbrauch) oder selbst genutzt (Eigennutzung) werden, sind in der vorliegenden Statistik nicht abgebildet.

Die Daten zur Brutto-Stromerzeugung in der endgültigen Jahresabrechnung und den amtlichen Statistiken in Deutschland (z.B. BMWi) oder in Europa (Eurostat) können daher von den hier vorliegenden zeitnahen Messungen und Hochrechnungen abweichen.


© IWR, 2021


04.10.2021

 



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