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Wasserstoff-Elektrolyse: Bosch steigt in die industrielle Produktion von Komponenten ein

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Stuttgart – Der Technologiekonzern Bosch will bei regenerativ erzeugtem Wasserstoff noch stärker mitmischen. Das Unternehmen will zukünftig nicht nur Wasserstoff nutzen, sondern auch direkt in die Herstellung von Komponenten für Elektrolyseure einsteigen.

Elektrolyseure sind das Herzstück für die Produktion von Wasserstoff und ein industrielles Zukunftsfeld. Bosch will in zukünftig Komponenten der Anlagen selber herstellen. Dabei kann Bosch das vorhandene Know-how im Bereich der Brennstoffzellen-Technologie gezielt nutzen.

Bosch nutzt Brennstoffzellen-Kow-how für Einstieg in neues Geschäftsfeld
Anlässlich der Vorlage der Jahresbilanz 2021 kündigte Dr. Stefan Hartung, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH, die neue Weichenstellung an. Grundlage für den Einstieg in die Herstellung von Komponenten für Elektrolyseure ist das vorhandene Brennstoffzellen-Know-how. Deshalb siedelt das Unternehmen die neuen Aktivitäten im Bereich Mobility an und investiert hierfür bis Ende des Jahrzehnts bis zu 500 Millionen Euro.

Laut Bosch steigt der Bedarf an regenerativem Wasserstoff rasant an, auf Basis von EU-Daten bis 2030 auf zehn Millionen Tonnen jährlich. Marktrelevant seien nicht nur energieintensive Branchen wie die Stahl- und Chemieindustrie oder der Schwerlastverkehr, sondern auch der gesamte private Gebäudebereich. Für den Elektrolyseur-Komponentenmarkt insgesamt erwartet Bosch zu diesem Zeitpunkt weltweit ein Volumen von rund 14 Milliarden Euro,

Elektrolyseure: Bosch entwickelt eigenen Stack und bietet das „Smart Module“ an
Der Stack, also der Stapel mehrerer Hundert einzelner Zellen, ist in einer Brennstoffzelle und in einem Elektrolyseur das zentrale Element. In jeder der in Serie geschalteten Zellen wird in einem Elektrolyseur das Wasser mithilfe von Strom in Wasserstoff und Sauerstoff umgewandelt – umgekehrt zur Brennstoffzelle, in der aus Wasserstoff und Sauerstoff elektrische Energie entsteht. In beiden Systemen erfolgt die chemische Reaktion jeweils über eine Proton-Exchange-Membran (PEM).

Bosch kombiniert den Elektrolyseur-Stack mit Steuergerät, Leistungselektronik und Sensoren zum sogenannten „Smart Module“. Bei der Entwicklung wird Bosch auch mit Partnern zusammenarbeiten. Von 2025 an will das Unternehmen Smart Modules an Hersteller von Elektrolyse-Anlagen sowie Industrie-Dienstleister liefern. Erste Pilotanlagen sollen bereits kommendes Jahr in Betrieb gehen.

Zum Einsatz kommen sollen kompakte Module sowohl in kleinen Anlagen bis zehn Megawatt Leistung als auch in gigawattstarken Großanlagen im On- und Offshore-Bereich –

Skaleneffekte durch Massenfertigung möglich
Im Gegensatz zu vielen Elektrolyse-Komponenten auf dem Markt werden sich die Bosch Smart Modules in Masse fertigen und dadurch nicht zuletzt Skaleneffekte erzielen lassen. „Neben der Geschwindigkeit bilden die Kosten einen entscheidenden Faktor beim Hochlauf der Wasserstoff-Produktion. Hier können wir mit unserer
Industrialisierungskompetenz und unserem Automotive-Know-how punkten“, sagte Dr. Markus Heyn, Bosch-Geschäftsführer und Vorsitzender des Unternehmensbereichs Mobility Solutions. An mehreren europäischen Standorten will Bosch möglichst rasch mit der Industrialisierung beginnen. Dazu zählen Bamberg und Feuerbach in Deutschland, Tilburg in den Niederlanden, Linz in Österreich sowie Budweis in Tschechien.

Bosch arbeitet an mobiler und stationärer Brennstoffzelle
Bosch arbeitet nicht nur an der Wasserstofferzeugung, sondern auch an der stationären wie an der mobilen Brennstoffzelle. Erstere soll unter anderem in Form kleiner dezentraler Kraftwerke in Städten, Rechenzentren, Handel, Gewerbe, im maritimen Bereich und beim Betreiben von Ladesäulen für Elektrofahrzeuge zum Einsatz kommen. Mit der mobilen Brennstoffzelle will Bosch den klimaneutralen Transport von Waren und Gütern zunächst in Lkw ermöglichen.

© IWR, 2022


04.05.2022

 



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