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Wasserstoff-Infrastruktur-Projekt HC-H2 im Brainergy Park Jülich eröffnet

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Jülich - Auf dem Gelände des Brainergy Park Jülich ist jetzt der offizielle Startschuss für das Helmholtz-Cluster für nachhaltige und infrastrukturkompatible Wasserstoffwirtschaft (HC-H2) gefallen. Das HC-H2 soll im Rahmen des Strukturwandels wesentliche Impulse setzen, um das Rheinische Revier zu einer zukunftsweisenden Wasserstoff-Modellregion zu entwickeln.

Ein Jahr nach der Auftaktveranstaltung feierte das vom Forschungszentrum Jülich koordinierte, aktuell größte deutsche Wasserstoff-Infrastruktur-Projekt, das Helmholtz-Cluster Wasserstoff, am letzten Freitag (12.09.2022) seine offizielle Eröffnung im Brainergy Park Jülich. Ministerpräsident Hendrik Wüst, die Staatssekretärin im Bundesforschungsministerium Judith Pirscher und die nordrhein-westfälische Wissenschaftsministerin Ina Brandes nahmen an der Veranstaltung teil und informierten sich über den aktuellen Stand sowie die nächsten Schritte des Projekts.

Chance, NRW zum modernsten und klimafreundlichsten Industriestandort Europas zu machen
Mit dem Helmholtz-Cluster für nachhaltige und infrastrukturkompatible Wasserstoffwirtschaft soll gezeigt werden, das Wasserstoff im Energiesystem der Zukunft die Rolle eines wesentlichen Energieträgers übernehmen kann, der so alltäglich ist wie Benzin oder Diesel und als Grundstoff für viele Industrieprodukte die Kopplung zwischen Energieversorgung und Produktion ermöglicht, der aber das Klima nur wenig bzw. kaum belastet. Außerdem soll das Cluster zu einem Jobmotor im Rheinischen Revier werden und da für neue Jobs in einer Energiewirtschaft der Zukunft sorgen, wo aufgrund des Ausstiegs aus der Braunkohleverstromung Arbeitsplätze wegfallen.

Im Fokus des HC-H2 stehen Technologien, mit denen Wasserstoff möglichst einfach, sicher und kostengünstig transportiert und gespeichert werden kann. Ziel ist es, in Jülich und im Rheinischen Revier neue Speichermethoden zu demonstrieren, die ohne hohe Drücke oder tiefe Temperaturen funktionieren. Die innovativen Methoden sollen idealerweise mit bereits bestehenden Infrastrukturen wie Pipelines, Tanks oder Transportern kompatibel sein.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das HC-H2 bis 2038 mit einer Summe von 860 Millionen Euro (Mio. Euro). Das Land Nordrhein-Westfalen steuert weitere 64 Mio. Euro bis 2038 zum HC-H2 bei. Damit ist das Helmholtz Wasserstoff-Cluster das aktuell größte Strukturwandelprojekt im Rheinischen Revier sowie das größte Einzelvorhaben in Deutschland, das sich mit dem Thema Wasserstoff-Infrastruktur befasst.

„Gemeinsam haben wir die Chance, Nordrhein-Westfalen zum modernsten und klimafreundlichsten Industriestandort Europas zu machen. Dabei wollen wir Forschung und Wirtschaft miteinander verknüpfen und Gründungsimpulse schaffen. Gute Arbeitsplätze, soziale Sicherheit und der Erhalt natürlicher Lebensgrundlagen gehören zusammen und schaffen die Grundlage für die Transformation unseres Landes“, so der Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen Hendrik Wüst anlässlich der HC-H2 Eröffnung.

Helmholtz-Cluster Wasserstoff wächst kontinuierlich
Ein stark wachsendes Team um den Wasserstoff-Forscher und Gründungsdirektor Professor Peter Wasserscheid treibt derzeit den Aufbau des HC-H2 voran. Bis 2025 soll sich die Zahl der Mitarbeitenden auf etwa 400 erhöhen und danach weiter steigen. Den Kern des HC-H2 bildet das 2021 gegründete Institut für nachhaltige Wasserstoffwirtschaft (INW) des Forschungszentrums Jülich, das seinen Sitz im Brainergy Park hat.

Der nördlich von Jülich sich im Aufbau befindliche Technologie- und Gewerbepark soll sich zu einem Raum für Unternehmensgründungen, Ansiedlungen und technologische Neuerungen entwickeln und eine intensive Vernetzung der Wasserstoff-Innovationstreiber in der Region ermöglichen.

In Zusammenarbeit mit der Wirtschaft, weiteren Wissenschaftseinrichtungen und den Kommunen ist darüber hinaus der Aufbau und Betrieb großskaliger Demonstratoren an verschiedenen Standorten im Rheinischen Revier geplant. Aktuell werden Projekte in der Städteregion Aachen, den Kreisen Düren und Heinsberg, dem Rheinkreis Neuss, dem Rhein-Erft-Kreis und der Stadt Mönchengladbach vorangetrieben. Der Baubeginn für die erste Anlage ist noch in diesem Jahr geplant. Für Anfang nächsten Jahres ist der Beginn weiterer Projekte vorgesehen. Die energieintensive Industrie im Rheinischen Revier kann diese Lösungen beispielsweise bei ihrer Abnabelung von fossilen Energiequellen wie der Braunkohle nutzen.

Da die Technologiedemonstration des HC-H2 von der Beteiligung aller relevanten Akteure aus dem Rheinischen Revier lebt, ruft das BMBF dazu auf, innovative Demonstrationsprojekte für Wasserstoff-Technologien in Zusammenarbeit mit dem HC-H2 zu entwickeln und in der Region zu realisieren.

© IWR, 2022


14.09.2022

 



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