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Northvolt kann bauen: Standortgemeinden geben Grünes Licht für Batteriezellfabrik bei Heide

© Northvolt© Northvolt

Kiel - Anfang des Jahres 2024 hat die EU-Kommission ihr OK für eine umfassende deutsche Beihilfemaßnahme zur Unterstützung des Batterieherstellers Northvolt beim Bau einer Batteriezellfabrik in Heide in Schleswig-Holstein gegeben. Jetzt haben auch die Gemeinden Norderwöhrden und Lohe-Rickelshof dem Projekt zugestimmt.

Der schwedische Batteriehersteller Northvolt will in Schleswig-Holstein bei Heide ein neues Werk bauen, in dem die bislang grünsten Autobatterien der Welt produziert werden. Nachdem die EU-Kommission vor Kurzem eine geplante deutsche Beihilfemaßnahme mit einem Gesamtvolumen von rund 900 Mio. Euro gebilligt hat, sind mit der Fassung der entsprechenden Beschlüsse durch die Gemeinde Norderwöhrden und die zweite Standortgemeinde Lohe-Rickelshof weitere wichtige Meilensteine erreicht. Nun muss der Kreis Dithmarschen noch die Baugenehmigung erteilen, was als Formalie gilt.

Ministerpräsident Günther: Historischer Tag für Schleswig-Holstein
Der schwedische Batteriezellen-Hersteller Northvolt kommt nach Schleswig-Holstein. Mit der Zustimmung durch die Gemeinde Norderwöhrden gab es gestern Abend (22. 01. 2024) grünes Licht für das größte industrie- und klimapolitische Ansiedlungsvorhaben in der Geschichte des Landes.

"Das ist ein historischer Tag für Schleswig-Holstein. Darauf haben wir mit vereinten Kräften lange hingearbeitet. Das war ein gemeinsamer Kraftakt von Gemeinden, Amt, Kreis und Land und nur durch die großartige Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen vor Ort möglich. Mit dem Bau der Northvolt-Fabrik werden wir eine souveräne Batteriezellproduktion in Deutschland aufbauen, die die deutsche Automobilindustrie als industriellen Kern unseres Landes international wettbewerbsfähig und zukunftsfähig halten wird", begrüßt der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein Daniel Günther die Entscheidung aus Norderwöhrden.

Die Ansiedlung stärke den gesamten Wirtschaftsraum Westküste und strahle auf ganz Schleswig-Holstein aus. Die mehreren tausend Arbeitsplätze, die das Unternehmen plane und die darüber hinaus in der Region unter anderem durch den Ausbau der sozialen Infrastruktur entstehen werden, seien ein echter Gamechanger für Schleswig-Holstein, so Günther weiter.

„Die Ansiedlung von Northvolt ist ein Meilenstein hin zum klimaneutralen Industrieland. Jetzt ernten wir die Früchte, die wir mit dem konsequenten Ausbau der Erneuerbaren Energien und unserer Stromnetze hier in Schleswig-Holstein gesät haben. Denn Northvolt will die grünste Batterie der Welt bauen - und hat sich für Heide entschieden, weil es hier Erneuerbare Energie im Überfluss gibt. Die Energiewende ist der größte Standortvorteil Schleswig-Holsteins“, ergänzt der Umweltminister von Schleswig-Holstein Tobias Goldschmidt.

Northvolt plant Start der Produktion in 2026
Deutschland hat bei der Kommission eine mit 902 Mio. Euro ausgestattete Beihilfemaßnahme angemeldet, mit der Northvolt beim Bau einer Batteriefabrik in der Stadt Heide unterstützt werden soll. Die EU Kommission hat die Beihilfe kürzlich auf der Grundlage des „Befristeten Rahmens zur Krisenbewältigung und zur Gestaltung des Wandels“ genehmigt. Über dieses Programm sollen Maßnahmen in Bereichen gefördert werden, die in der EU für die Beschleunigung des grünen Wandels und die Verringerung der Abhängigkeit von Brennstoffen von entscheidender Bedeutung sind. Ohne die Beihilfe würde Northvolt das Werk laut EU-Kommission in den USA errichten, da dem Unternehmen dort auf der Grundlage des Inflation Reduction Act Unterstützung angeboten wurde.

Die Batteriefertigung von Northvolt wird über eine Jahreskapazität von 60 GWh verfügen, was je nach Batteriegröße für 800.000 bis 1 Million Elektrofahrzeuge pro Jahr ausreichen soll. Geplant ist die Aufnahme der Produktion im Jahr 2026, die volle Produktionskapazität soll 2029 erreicht werden. Durch die insgesamt 4,5 Mrd. Euro umfassende Investition sollen 3.000 Arbeitsplätze entstehen.

Zudem hat sich Northvolt das Ziel gesetzt, die umweltfreundlichste Batterie der Welt zu bauen, die von der Produktion bis zum Recycling am Ende ihrer Lebensdauer deutlich weniger CO2-Emissionen verursacht als Batterien anderer Unternehmen. Die Verringerung des CO2-Fußabdrucks wird insbesondere durch die ausschließlich Nutzung nichtfossiler Energie bei der Produktion und einen kreislauforientierten Produktionsprozess erreicht, der das Recycling von Materialien für die Batteriezellen einschließt.

© IWR, 2024


23.01.2024

 



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