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Care Energy ist insolvent

Münster/Hamburg – Das Hamburger Energie- und Stromunternehmen Care-Energy ist insolvent. Im Januar war Firmengründer und Chef Martin Richard Kristek unerwartet im Alter von 44 Jahren verstorben. Nun folgt die Insolvenz.

Für drei Gesellschaften der Marke Care-Energy ist ein Insolvenzverfahren eröffnet worden. Care-Energy ist aufgetreten wie ein Stromanbieter, bezeichnete sich selbst aber als Energiedienstleister. Wegen des Geschäftsmodells stand Care-Energy bei Verbraucherschützern und Netzbetreibern in der Kritik.

Rund 25.000 Stromkunden in Deutschland und Österreich betroffen

Für die Hamburger Gesellschaften Care-Energy AG, Care-Energy Holding Gmbh und Care-Energy Management GmbH wurde ein Insolvenzverfahren eröffnet. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter ist Rechtsanwalt Jan H. Wilhelm aus Bremen bestellt worden. Care-Energy belieferte zuletzt laut Medienberichten rund 25.000 Kunden in Deutschland und Österreich mit Strom sowie und etwa 2.000 Kunden mit Gas. Diese Kunden haben nun ein Problem. Zwar müssen die Stromkunden auf keinen Fall befürchten, ohne Strom dazustehen, doch die Ersatzversorgung ist in der Regel teuer. Die Kunden erhalten automatisch den Strom vom örtlichen Grundversorger, also vom Anbieter, der vor Ort die meisten Kunden hat.

Umstrittenes Geschäftsmodell von Care-Energy

Erst vor einem Monat war der Gründer und geschäftsführende Gesellschafter verschiedener Unternehmen der Marke Care-Energy, Martin Richard Kristek, unerwartet im Alter von 44 Jahren verstorben. Der gebürtige Österreicher Kristek war bekannt als Rebell und Querdenker am Energiemarkt. Kristek hatte das Modell von Care-Energy entworfen. Demnach ist das Unternehmen Energiedienstleister und kein Energieversorger. Nach der Theorie von Care-Energy liefert das Unternehmen nicht den Strom an seine Vertragspartner sondern Energie-Dienstleistungen wie Licht, Kühlung, TV-Unterhaltung usw. Daraus leitet Care-Energy ab, sich auch nicht an bestimmten Kosten beteiligen zu müssen. Unter anderem wurde das Unternehmen von Netzbetreibern verklagt, da Care-Energy keine Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) an die Netzbetreiber abführen wollte. In der Sache bekamen die Netzbetreiber vor Gericht zwar Recht, aber sie unterlagen wegen formaler Fehler. Tennet kündigte wegen der Differenzen um die EEG-Umlage im Juli 2016 den Bilanzkreisvertrag mit Care-Energy, so dass die Kunden im Netzgebiet von Tennet keinen Strom mehr über Care-Energy beziehen konnten.

© IWR, 2017

20.02.2017

 



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