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Offshore Windindustrie kritisiert politischen Stillstand

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Berlin - Die Offshore Windbranche kritisiert die aktuelle Energiepolitik der Bundesregierung. Sie fordert eine Beendigung des energiepolitschen Stillstands und eine Erhöhung der Ausbaupfade für alle Erneuerbaren.


Offshore Windindustrie im ersten Halbjahr 2018 im Plan
Aktuell läuft der Ausbau der Offshore-Windenergie bis 2020 nach Plan. Zum Ende des ersten Halbjahres 2018 speisen insgesamt 1.169 Anlagen mit einer Leistung von 5.387 MW in das Netz ein. Fünf Projekte mit einer Leistung von 1.944 MW befinden sich im Bau. Davon werden voraussichtlich Anlagen mit einer Leistung von bis zu 1.000 MW bis Ende des Jahres ans Netz gehen. Nach einer IWR-Auswertung von Daten der Europäischen Netzbetreiber wurden im ersten Halbjahr 2018 insgesamt 9,1 Milliarden Kilowattstunden (1.HJ 2017: 8,5 Mrd. kWh) Strom aus Offshore Windenergie erzeugt und in die Netze eingespeist.

Anhebung der Ausbauziele und Sonderausschreibungen unverzichtbar
Aus Sicht der Offshore Windbranche muss die Bundesregierung jetzt aktiv werden, wenn sie das 65-Prozent-Ziel ernst nimmt. Dies steht auch im Einklang mit den jüngsten Beschlüssen auf europäischer Ebene, wonach die erneuerbaren Energien einen Anteil von 32 Prozent am gesamten Energieverbrauch der EU bis 2030 erreichen sollen, so die Branchenvertreter. Dafür müssten die Ausbauziele quer über alle erneuerbaren Technologien angehoben werden. Für die Windenergie auf See ist bis 2030 ein Ausbau von mindestens 20 GW erforderlich. Bis 2035 müssen mindestens 30 GW an Offshore-Leistung installiert werden. Das bestehende Ausbauziel von 15 GW bis 2030 wird den neuen Zielen der Bundesregierung nicht gerecht, so die Kritik.

Offshore Windindustrie braucht klare industriepolitische Ziele - Arbietsplätze gefährdet
Ein höheres Ausbauvolumen im Bereich der Offshore-Windindustrie ist für die Beschäftigungssicherung und Wertschöpfung am Standort Deutschland von großer Bedeutung. Hersteller, Zulieferer, Betreiber und Investoren brauchen eine klare industriepolitische Perspektive und Planungssicherheit, so der Apell der Branchenvertreter. In der Offshore Windindustrie arbeiten mittlerweile mehr als 27.000 Beschäftigte, deren Unternehmen schnellstmöglich Planungssicherheit benötigen. Ein nachhaltig stabiler Heimatmarkt ist die Voraussetzung für die steigenden Exportaktivitäten der Offshore-Windindustrie.

© IWR, 2018


19.07.2018