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Weltweit erste hochseefähige Fähre mit Brennstoffzellen-Antrieb

© Ferguson Marine© Ferguson Marine

Münster - Zwischen zwei schottischen Inseln soll der Fährbetrieb ab 2021 mit einem völlig neuen Schiffstyp realisiert werden. Geplant ist der Bau der weltweit ersten hochseefähigen Fähre mit Brennstoffzellen-Antrieb.

Ziel des von der Europäischen Union geförderten Forschungsprojektes "HySeas III" ist es, den Insel-Pendelverkehr zwischen den schottischen Inseln Orkney und Shapinsay mit einem neuartigen, ausschließlich mit Energie aus erneuerbaren Quellen betriebenen Schiffstyp durchzuführen. Der Wasserstoff wird aus erneuerbaren Energien hergestellt, die Schiffsarchitektur wird umgekrempelt.

Elektrischer Schifftsantrieb statt Dieselmotor - neue Schiffsarchitektur
Unter Leitung der in Port Glasgow ansässigen Ferguson-Werft wird die Fähre auf eine Kapazität von rund 120 Passagieren und 18 Fahrzeugen ausgelegt. Mit 35 Meter Länge, zehn Meter Breite und zwei Meter Tiefgang wird sie das derzeit eingesetzte dieselbetriebene Schiff ersetzen. Die technologische Besonderheit der neuen Fähre liegt im elektrischen Antrieb: Dafür werden Brennstoffzellen installiert, die an Bord Wasserstoff in elektrische Energie umwandeln. Für die Schiffbauer stellt das durchaus eine Herausforderung dar, weil der schwere Schiffsmotor und auch der Schornstein entfallen. Entsprechend muss die Ausgewichtung der Fähre völlig neu konzipiert werden. Im Laufe des Projektes berechnen die Wissenschaftler und Ingenieure Position und Größe - und damit Leistung - der Energiespeicher und legen im Anschluss das endgültige Design der Fähre fest.

Wasserstoff aus überschüssigen erneuerbaren Energien
Bereits seit rund fünf Jahren erzielen die Orkney-Inseln vor der Nordküste Schottlands durch Wind-, Wellen- und Gezeitenkraftwerke einen Überschuss an erneuerbaren Energien. Aufgrund begrenzter Netzkapazitäten zum Festland entschloss man sich, die Überschüsse direkt vor Ort in Wasserstoff umzuwandeln. Parallel wurde mit der Errichtung einer Wasserstoff-Infrastruktur begonnen, so dass die Fähre mit einem mobilen Trailer betankt werden kann. "Mit HySeas III können wir also nicht nur eine Weltneuheit im Schiffsbau realisieren, sondern auch eine einzigartige Treibstoffversorgung auf Basis lokaler erneuerbarer Energien", erklärt Projektkoordinator Dr. Martin Smith von der schottischen University of St. Andrews.

DLR untersucht wirtschaftliche und ökologische Aspekte
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des DLR-Instituts für Vernetzte Energiesysteme sind an dem EU-Projekt beteiligt. Sie untersuchen die Fragestellung, ob das neue Schiffskonzept auch wirtschaftliche und ökologische Vorteile im Vergleich zu anderen innovativen Antriebskonzepten und der erforderlichen Infrastruktur bringt. Wie umweltfreundlich die Wasserstoff-Fähre im Vergleich zur Konkurrenz ist, soll zudem eine ökologische Analyse zeigen.

HySeas III: Acht Projektpartner aus sechs Ländern
Die wissenschaftlichen Grundlagen für HySeas III wurden bereits in den Vorgänger-Projekten HySeas I und II gelegt. Wähend zunächst die technischen, ökonomischen und sozio-ökonomischen Aspekte von zukünftigen wasserstoffbetriebenen Fähren in sehr allgemeiner Form untersucht wurden, erfolgt die eigentliche Umsetzung des Fährkonzepts nun in HySeas III. Projektpartner im auf 42 Monate angelegten dritten Teil sind neben dem DLR und der Ferguson-Werft die University of St. Andrews, das Orkney Island Council (beide Schottland), der kanadische Brennstoffellen-Hersteller Ballard Power Systems (Dänemark), Kongsberg Maritime (Norwegen), Interferry (Belgien) und der Power to Gas Spezialist McPhy (Frankreich).

© IWR, 2018


03.08.2018

 




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