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Sozialverträglicher Kohleausstieg schnell möglich

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Berlin / Hamburg - Lichtblick und die Naturschutzorganisation WWF Deutschland wollen gemeinsam die Energiewende in Deutschland beschleunigen. Anlässlich der heutigen Sitzung der Kohlekommission (23.08.2018) haben sie einen gemeinsamen Bericht zum Kohleausstieg vorgelegt.

Nach einem aktuellen Report zur Kohlenutzung in Deutschland von Lichtblick und WWF ist ein schneller sozialverträglicher Ausstieg aus der Kohle möglich. Auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten stelle die Kohle mit Kosten im zweistelligen Milliarden-Bereich zunehmend ein Risiko dar, so der Report.

Beschäftigung in der Kohleindustrie bereits um über 80 Prozent zurückgegangen
Deutschland kann sozialverträglich aus der Kohle aussteigen und so seine Klimabilanz und Wettbewerbsfähigkeit deutlich verbessern. Der nötige Strukturwandel in den betroffenen Kohleregionen hat weitgehend bereits stattgefunden. So ist die Zahl der direkt in der Braunkohle Beschäftigten in den letzten dreißig Jahren bereits um über 80 Prozent auf unter 20.000 zurückgegangen. Das geht aus dem Bericht „Sackgasse Kohle - Warum die Kohlenutzung keine Zukunft hat“ hervor, den der WWF und Lichtblick anlässlich der heute (23.08.2018) anstehenden Sitzung der Kohlekommission vorgelegt haben.

Der aktuelle Report bestätigt damit in etwa die Ergebnisse der im Juli vom Öko-Institut vorgelegten Analyse über die Beschäftigungsentwicklung in der Braunkohleindustrie. Auch bei dieser Studie kommen die Autoren zu dem Ergebnis, dass für das Erreichen der Klimaschutzziele 2030 ein Ausstieg aus der Kohleverstromung ohne nennenswerte Auswirkungen auf die Beschäftigung möglich ist.

Klimakosten der Kohleverstromung bei etwa 50 Milliarden Euro
In dem aktuellen Report von WWF und Lichtblick werden auch die tatsächlichen Kosten der Kohleverstromung und die Folgen für die Gesundheit betrachtet. Demnach gehen rd. 23.000 vorzeitige Todesfälle in Europa auf die Nutzung der Kohle zurück. Zudem ergeben sich Kosten von 120 Euro für jede in die Atmosphäre emittierte Tonne CO2. In Summe seien das für das Jahr 2016 nach Berechnungen des Umweltbundesamtes Belastungen in Höhe von 46 Milliarden Euro. Somit werde die Kohleindustrie mit ihren Subventionen und Vergünstigungen im Vergleich zu den stetig günstigeren Erneuerbaren auch wirtschaftlich immer mehr zum Risiko, so die Einschätzung von Lichtblick und WWF.

Klimaschutzziele von Paris erfordern schnellen Kohleausstieg
„Ein schneller und kraftvoller erster Schritt beim Kohleausstieg ist ökologisch, ökonomisch und sozial sinnvoll. Um die Pariser Klimaziele zu erreichen, muss der Ausstieg aus dem Klimakiller Kohle jetzt höchste Priorität haben“, so Michael Schäfer, Leiter Klimaschutz und Energiepolitik beim WWF Deutschland. „Kohlestrom verstopft die Stromnetze und verlangsamt den Ausbau der erneuerbaren Energien. Die Alternativen sind längst da: Lokale Stromproduktion aus Wind und Sonne, die wir intelligent vernetzen und bei Bedarf speichern. So schaffen wir neue Jobs und sichern die Stromversorgung“, ergänzt Gero Lücking, Geschäftsführer Energiewirtschaft bei Lichtblick.


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23.08.2018

 




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