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Bioenergie führt 2023 den Ausbau regenerativer Energien an

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Paris, Frankreich - Der Ausbau der erneuerbaren Energien wird sich nach einer aktuellen Analyse der Internationalen Energie-Agentur (IEA) in den nächsten fünf Jahren weltweit weiter fortsetzen. Eine besondere Rolle dabei wird die Bioenergie übernehmen.

Die Bioenergie ist bereits heute die wichtigste erneuerbare Energiequelle, da sie auch im Wärme- und Verkehrssektor weit verbreitet ist, in denen andere erneuerbare Energien eine viel geringere Bedeutung haben. Für den weiteren Ausbau der Bioenergie und der erneuerbaren Energien sind trotz zunehmender Wirtschaftlichkeit die passenden Rahmenbedingungen von Bedeutung.

Ausbau der erneuerbaren Energien im Verkehrs- und Wärmesektor hinkt hinterher
Der Ausbau erneuerbarer Energien wird sich in den nächsten fünf Jahren weiter fortsetzen und 40 Prozent des weltweiten Wachstums des Energieverbrauchs abdecken. Der Einsatz erneuerbarer Energien nimmt im Stromsektor am schnellsten zu und wird 2023 fast ein Drittel der weltweiten Stromerzeugung abdecken. Wegen der geringeren politischen Unterstützung und zusätzlicher Hindernisse für den Ausbau nimmt der Anteil erneuerbarer Energien (EE) im Verkehrs- und Wärmesektor deutlich langsamer zu. Obwohl EE-Technologien zunehmend wettbewerbsfähig werden, sind angemessene Politiken und Marktdesigns von entscheidender Bedeutung für den Ausbau. Das sind Kernergebnisse, die aus Marktanalyse- und Prognosebericht „Renewables 2018“ der IEA hervorgehen.

Bioenergieausbau erfordert intelligente Justierung der Rahmenbedingungen
Hinsichtlich der Entwicklung der einzelnen regenerativen Energieträger geht die IEA davon aus, dass die moderne Bioenergie zwischen 2018 und 2023 das größte Wachstum bei den erneuerbaren Energien aufweisen wird und entscheidend für den Aufbau und die Gewährleistung eines sicheren und nachhaltigen Energiesystems auf der Basis erneuerbarer Energien ist. Zwar werde das Wachstum von Wind- und Solarenergie im Stromsektor weiter anhalten, die Bioenergie bleibe aber die wichtigste regenerative Quelle, da sie im Wärme- und Verkehrssektor weit verbreitet ist, in denen andere erneuerbare Energien derzeit eine viel geringere Rolle spielen.

"Die moderne Bioenergie ist der übersehene Riese im Bereich der erneuerbaren Energien", sagte Dr. Fatih Birol, Exekutivdirektor der IEA. Ihr Anteil am gesamten weltweiten Verbrauch erneuerbarer Energien betrage heute etwa 50 Prozent, also so viel wie Wasserkraft, Wind, Sonne und alle anderen erneuerbaren Energien zusammen. Die IEA gehe davon aus, dass die moderne Bioenergie auch künftig weiter führend sein werde und große Aussichten auf ein weiteres Wachstum habe, so Birol weiter. Um das volle Potenzial auszuschöpfen, seien jedoch die richtigen Rahmenbedingungen und strenge Nachhaltigkeitsvorschriften unerlässlich.

Ungenutzte Bioenergiepotenziale vorhanden
Die Untersuchung der Rolle der Bioenergie ist Teil der IEA-Analyse von „blinden Flecken“ des Energiesystems. Darunter werden Aspekte des Energiesystems gemeint, die dessen Entwicklung entscheidend mit prägen, denen aber weniger Beachtung geschenkt wird, als sie verdienen. Dazu gehören z.B. auch die Auswirkungen von Klimaanlagen auf die Stromnachfrage oder der wachsende Einfluss von Petrochemikalien auf die globale Ölnachfrage. Unter der Annahme, dass künftig strengere Nachhaltigkeitsmaßnahmen gelten, identifiziert der IEA-Bericht zusätzliche ungenutzte Bioenergiepotenziale, die den Energieverbrauch in der Industrie und im Verkehrssektor "grüner" machen und diversifizieren können.

© IWR, 2018


08.10.2018