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Studie: Regenerative Vollversorgung in Deutschland möglich

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Berlin – Kritiker von Erneuerbaren Energien führen oft den Flächenverbrauch von Windenergie- und Solaranlagen an, der in einem Industrieland wie Deutschland dem Umbau auf erneuerbare Energien entgegensteht. Eine WWF-Studie widerlegt diese These.

Nach einer Studie im Auftrag der Umweltstiftung WWF steht in Deutschland ausreichend Fläche zur Verfügung, um den Strom vollständig erneuerbar zu erzeugen und dabei gleichzeitig auch auf den Naturschutz zu achten. Voraussetzung dafür ist eine vorausschauende Planung.

Deutschland hat genügend Fläche für eine naturverträgliche Energiewende
Die Umweltstiftung WWF Deutschland hat in der Studie „Zukunft Stromsystem II – Regionalisierung der erneuerbaren Stromerzeugung“ die Flächeninanspruchnahme durch den Ausbau erneuerbarer Energien untersuchen lassen.

Nach den Berechnungen werden für den Ausbau der Erneuerbaren Energien in Deutschland 2050 durchschnittlich bis zu 2,5 Prozent der Landesfläche benötigt. Etwas weniger, nämlich bis zu 2,0 Prozent, wären erforderlich, wenn verstärkt auf Solarenergie gesetzt wird. In Deutschland besteht genug Platz für ein sauberes Energiesystem und es ist günstig und auch naturverträglich zu realisieren, so das Fazit von Michael Schäfer, Leiter Klimaschutz und Energiepolitik beim WWF Deutschland.

Wichtig ist es nach den Studienergebnissen, den Ausbau der Photovoltaik zu stärken, um auch in den Städten die Energiewende voranzubringen. Der Ausbau der Windenergie sollte nicht nur im Norden erfolgen, sondern auch in Süddeutschland. Insgesamt müsse der Ausbau der Erneuerbaren deutlich beschleunigt und mindestens 2.500 MW pro Jahr netto zugebaut werden.

Ausbau der Windenergie auch in sensiblen Bereich möglich
Begleitend zu den Berechnungen von Öko-Institut und Prognos zu den Ausbaupfaden der erneuerbaren Energien hat das Umweltplanungsbüro Bosch & Partner am Beispiel von sechs Landkreisen die Ergebnisse validiert und einer naturschutzfachlichen Raumbewertung unterzogen. Im Fokus standen dabei die Auswirkungen auf die drei windenergiesensiblen Vogelarten Mäusebussard, Kiebitz und Rotmilan. Im Ergebnis zeigte sich, dass auch in Landkreisen, in denen mit einem überdurchschnittlich hohen Ausbau der Windenergienutzung gerechnet wird, grundsätzlich entsprechende Flächen für diesen Ausbau vorgesehen werden können, ohne hohe Konflikte mit dem Naturschutz hervorzurufen, so der WWF. Da die Betrachtung einzelner Beispiellandkreise nur Tendenzen aufzeige, sollten die Ergebnisse allerdings durch bundesweite Daten und eine präzisiert werden. Das sei Aufgabe von Politik und Behörden, damit der Ausbau der Erneuerbaren beschleunigt und in einem für Mensch und Natur verträglichen Maße realisiert werden könne.


© IWR, 2018


17.10.2018

 




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