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Atomanlage Sellafield: Ende und Neustart zugleich

© UK Gov.© UK Gov.

London - Die Atomanlage zur Wiederaufarbeitung abgebrannter Brennstäbe im britischen Sellafield steht vor dem Aus. Die letzte Aufarbeitung von Brennstäben wurde am 09. November 2018 gestartet. Am Ende ist Sellafield damit noch nicht.

Die Wiederaufbarbeitungsanlage in Sellafield (Thorp) steht als ein Symbol der globalen Atomindustrie. Die britische Regierung vollzieht nach den Auftragsrückgängen nun den Wandel.

Deutlicher Nachfragerückgang führt zur Einstellung und Schließung
Im Jahr 1994 wurde die Wiederaufbereitungsanlage Thorp (Thermal Oxide Reprocessing Plant) eröffnet, die Baukosten beliefen sich auf 1,8 Mrd. Pfund (GBP). Sie ist eine von nur zwei kommerziellen Wiederaufbereitungsanlagen für Kernbrennstoffe in der Welt. Im Zeitraum bis 2018 wurden mehr als 9.000 Tonnen Brennstoffe von 30 Kunden in neun Ländern aufgearbeitet. Den geschätzten Umsatz gibt die britische Regierung für den gesamten Zeiraum mit 9 Mrd. Pfund an. Am Freitag, den 09.11.2018 um 11.32 Uhr wurde die letzte Brennstoff-Ladung bearbeitet. In Zukunft dient die Anlage Thorp als Tanklager für Kraftstoffe bis in die 2070iger Jahre.

Neue Aufgabe: Sellafield als Kompetenzzentrum für nukleare Sanierung
Bereits 2012 wurde die Entscheidung getroffen, die Wiederaufbereitung einzustellen. Es war letztendlich eine Reaktion auf den Nachfragerückgang, denn die meisten Kunden haben sich letztendlich für eine Lagerung und nicht für eine Wiederaufarbeitung entschieden. Nach dem jetzigen Ende der Wiederaufareitung von Kernbrennstoffen erhält der Standort Sellafield eine neue Aufgabe. Sellafield wird als Kompetenzzentrum für nukleare Sanierung neu erfunden. Das eröffnet der Belegschaft, den Unternehmen in der Lieferkette und dem Standort Sellafield Perspektiv für die nächsten 100 Jahre, so die Einschätzung der Sellafield Ltd.

© IWR, 2018


20.11.2018

 




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