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BMU stellt Power-to-X Aktionsprogramm vor

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Berlin - Bundesumweltministerin Svenja Schulze hat ein Aktionsprogramm des BMU für den Einsatz von strombasierten Brennstoffen (Power-to-X/PtX) vorgelegt. Die Power-to-X-Branche begrüßt das Programm, lehnt die vom BMU geplanten Demonstrationsanlagen aber ab.

Power-to-X-Technologien haben einen hohen Stellenwert für den nationalen und internationalen Klimaschutz. Mit dem neuen PtX-Aktionsprogramm legt das BMU erste umweltpolitische Leitplanken für die Power-to-X-Technologie fest und setzt dabei auch auf die Unterstützung der Branche bei der weiteren technologischen Entwicklung.

BMU PtX-Aktionsprogramm mit vier zentralen Bausteinen
Da Strom aus erneuerbaren Energien nicht in allen Bereichen direkt genutzt werden kann, haben PtX-Technologien national und international eine hohe Bedeutung für den Klimaschutz. Zwingende Voraussetzung dabei sei es, dass diese Brennstoffe aus erneuerbarem Strom hergestellt werden, so Bundesumweltministerin Svenja Schulze. Mit dem jetzt vorgestellten Power-to-X / PtX-Aktionsprogramm formuliert das Ministerium einen umweltpolitischen Rahmen für den PtX-Einsatz. In dem PtX-Programm setzt sich das Bundesumweltministerium für den Know-how-Transfer ein und die Unterstützung von Unternehmen bei der weiteren technologischen Entwicklung. Dabei hat das Ministerium auch die industriewirtschaftlichen Perspektiven für die deutschen Anlagenbauer auf den Exportmärkten im Blick.

Das BMU-Aktionsprogramm setzt sich aus vier Elementen zusammen:

  1. Das BMU will einen Stakeholder-Dialog PtX initiieren, um Austausch und Vernetzung voranzubringen. Die Veranstaltungsreihe soll im Herbst 2019 starten und das Themenfeld PtX aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten. Für November 2019 ist eine PtX-Fachtagung geplant.
  2. Das BMU fördert im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) verschiedene Modellvorhaben. In Brasilien und der MENA-Region sollen in den kommenden Jahren u.a. Machbarkeitsstudien und der Bau sowie Betrieb von PtX-Anlagen zur Erprobung der nachhaltigen und großtechnischen Produktion und Nutzung von PtX unterstützt werden.
  3. Vor dem Hintergrund des Ausstiegs aus der Kohle soll in der Lausitz im Zuge des Strukturwandels ein PtX Kompetenzzentrum eingerichtet werden. In dem Zentrum sollen u.a. Nachhaltigkeitsanforderungen an PtX sowie klimapolitisch optimale Einsatzmöglichkeiten gebündelt und vorangetrieben werden. Zudem soll eine PtX-Demonstrationsanlage errichtet und betrieben werden.
  4. Das BMU will Ende 2019/Anfang 2020 am Standort Berlin ein PtX-Sekretariat gründen. In dem Sekretariat sollen die internationalen PtX-Aktivitäten verzahnt und ausgebaut werden. Ziel des Sekretariats ist es, die Klimaschutzpotentiale von PtX darzustellen, ein internationales PtX-Netzwerk zu etablieren, die Nachhaltigkeitskriterien weiter zu entwickeln und das Wissen über PtX-Potenziale in verschiedenen Einsatzbereichen zu vergrößern.

PtX-Bündnis fordert statt Demonstrationsanlagen günstigen Rahmen für Markthochlauf
Die Power to X Allianz, ein Aktionsbündnis aus Unternehmen und Verbänden, begrüßt, dass das BMU mit der Initiierung des neuen Aktionsprogramms ausdrücklich das Potenzial für die Reduktion von CO2-Emissionen und den Klimaschutz von PtX-Technologien würdigt. Aus Sicht des Bündnisses sind Power to X-Technologien allerdings bereits technisch ausgereift und damit marktfähig. Deutschland sei hier Weltmarktführer. Es sei nicht mehr notwendig, weitere Demonstrationsanlagen zu bauen, so das Bündnis. Nun muss der Übergang zu einem erfolgreichen Markthochlauf ermöglicht und die derzeit bestehenden regulatorischen Hemmnisse müssen beseitigt werden. Hierfür hat die PtX Allianz einen branchenübergreifenden, unmittelbar umsetzbaren Vorschlag in Form eines Markteinführungsprogramms für PtX vorgelegt, so das Bündnis weiter.


© IWR, 2019


11.07.2019

 



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