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Ökostrom: Windkraftanlagen produzieren im August deutlich mehr als im Vorjahr

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Münster - Die deutsche Ökostrom-Produktion ist im Monat August 2021deutlich höher ausgefallen als im Vorjahres-Monat. Insgesamt wurde in Deutschland über 1 Milliarde Kilowattstunden mehr grüner Strom in die Stromnetze eingespeist, den größten Anteil am Anstieg hatte die Windenergie.

Die Witterung im August 2021 mit vielen Tiefdruckgebieten über Deutschland hat die Produktion der Windkraftanlagen im Vergleich zum Vorjahr kräftig angekurbelt. Dadurch stieg die gesamte Ökostrom-Einspeisung (Wind-, Solar-, Wasser-, Bio-, Geoenergie) im abgelaufenen Monat auf rd. 18,1 Mrd. Kilowattstunden. Das geht aus einer IWR-Auswertung von Daten der deutschen und europäischen Netzbetreiber hervor (Datenstand: 03.09.2021).

Ökostrom: Mehr Wind- und Wasserkraft – weniger Solar- und Bioenergie
Im Monat August 2021 befand sich Deutschland nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) meist im Einflussbereich von Tiefdruckgebieten, die mit Wind im Gepäck ihren Schwerpunkt allmählich von den Britischen Inseln zum südlichen Skandinavien verlagerten. Sie führten zu mehr Wolken und häufigeren Regenfällen. Dadurch fiel der August windreich, sehr niederschlagsreich und sonnenscheinarm (- 30 Prozent) aus. Die Witterung spiegelt sich in der Ökostrom-Produktion wider.

Insgesamt ist die Windstrom- und Wasserkraft-Produktion deutlich höher ausgefallen als im Vorjahres-Monat. Die eingespeiste Windstrommenge kletterte dabei von 6,8 Mrd. kWh (2020) auf 8,1 Mrd. kWh. Das ist ein Anstieg um 19,1 Prozent. Den höchsten Anteil an der Windenergie hatte die Windstromerzeugung an Land (onshore), die im August um 1 Mrd. auf 6,2 Mrd. kWh (2020: 5,2 Mrd. kWh) anstieg, der Beitrag der Offshore-Windenergie erhöhte sich im August um 300 Mio. kWh auf 1,9 Mrd. kWh (2020: 1,6 Mrd. kWh). Die Wasserkraft-Produktion stieg im August auf Grund des regenreichen Monats auf 1,7 Mrd. kWh (2020: 1,4 Mrd. kWh) und damit um 21,4 Prozent.

Die vergleichsweise sonnenarme Witterung im August führte trotz des PV-Zubaus zu einer leicht geringeren Einspeisemenge. Die Stromeinspeisung (ohne PV-Eigenverbrauch) fiel im August leicht um 100 Mio. kWh auf 5,3 Mrd. kWh (2020: 5,4 Mrd. kWh). Auch die Bioenergie-Stromeinspeisung ging um 200 Mio. kWh auf 3,0 Mrd. kWh zurück (2020: 3,2 Mrd. kWh).

Jahresbilanz nach den ersten acht Monaten: Windstrom-Delle noch sichtbar
Nach den ersten acht Monaten (Januar – August) erreicht die Ökostromeinspeisung in Deutschland rd. 147 Mrd. kWh (Jan – Aug 2020: 161,7 Mrd. kWh), das sind 8,9 Prozent weniger als im Vorjahres-Zeitraum. Während die Stromeinspeisung aus Solar und Wasserkraft jeweils um 1 Prozent kletterten, liegt die diesjährige Windstromproduktion (Jan – Aug) trotz des guten August-Monats noch deutlich zurück. Insgesamt wurden in ersten acht Monaten 71,4 Mrd. kWh Windstrom eingespeist (Jan – Aug 2020: 86,9 Mrd. kWh), das ist noch ein Rückgang um 14,2 Mrd. kWh oder 16,6 Prozent. Der Grund sind die schwachen Windmonate zu Beginn des Jahres 2021 im Vergleich zu den außergewöhnlich windstarken Anfangs-Monate 2020.

Konventionelle Stromerzeugung: Mehr Atom- und Kohlestrom
Im Bereich der konventionellen Stromerzeugung war der Monat August von mehr Atom- und Kohlestromerzeugung geprägt. Im Kohlesektor wurde der Rückgang der Braunkohle um 300 Mio. kWh von 7,8 Mrd. im August 2020 auf 7,5 Mrd. im Jahr 2021 durch den Anstieg der Steinkohleverstromung auf 2,9 Mrd. kWh (2020: 2,2 Mrd. kWh) mehr als überkompensiert. Die Atomstromproduktion legte im August noch einmal um 3,6 Prozent auf 5,8 Mrd. kWh zu (2020: 5,6 Mrd. kWh). Doch Ende des Jahres 2021 endet für drei weitere Atomkraftwerke die Betriebszeit, für die AKW Grohnde, Gundremmingen und Brokdorf.

Über die Daten der europäischen Netzbetreiber (ENTSO-E)
Die IWR-Auswertung basiert auf der Analyse aller von den nationalen Netzbetreibern zur Verfügung gestellten EU-Länderdaten. Für Deutschland liefern die vier Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) Tennet TSO, 50 Hertz Transmission, Amprion und TransnetBW Daten an den Verband der europäischen Übertragungsnetzbetreiber (ENTSO-E). Die Übertragungsnetzbetreiber messen die Netto-Stromeinspeisung in ihren Stromnetzen. Strommengen, die nicht eingespeist werden und für den Betrieb von Kraftwerken benötigt (Eigenverbrauch) oder selbst genutzt (Eigennutzung) werden, sind in der vorliegenden Statistik nicht abgebildet.

Die Daten zur Brutto-Stromerzeugung in der endgültigen Jahresabrechnung und den amtlichen Statistiken in Deutschland (z.B. BMWi) oder in Europa (Eurostat) können daher von den hier vorliegenden zeitnahen Messungen und Hochrechnungen abweichen.


© IWR, 2021


03.09.2021

 



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