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Intersolar Europe gestartet - Branche fordert mehr Tempo beim PV-Ausbau

© Solar Promotion GmbH© Solar Promotion GmbH

München - Seit dem gestrigen Mittwoch (06.10.2021) läuft in München nach mehr als zweijähriger coronabedingter Pause die Intersolar Europe. Die Fachmesse ist Teil der Innovationsplattform „The smarter E Europe Restart 2021“, die drei weitere Fachmessen umfasst und damit die aktuellen energiewirtschaftlichen Themen abdeckt.

Die derzeit in München stattfindende „The smarter E Europe“ mit den vier zeitgleichen Messen Intersolar Europe, EES Europe, Power2Drive Europe und EM-Power Europe adressiert mit rd. 450 Ausstellern und begleitendem Konferenzprogramm das gesamte Spektrum energiewirtschaftlicher Themen. Während sich die Intersolar Europe vor allem mit aktuellen Entwicklungen des Solarsektors befasst, liegt der Fokus bei der EES Europe auf der Speicherindustrie. Die Power2Drive Messe stellt umweltfreundliche Mobilität und Ladelösungen in den Mittelpunkt und zeigt die Potenziale eines nachhaltigen Verkehrssektors. Bei der EM-Power Europe steht das intelligente Energiemanagement im Fokus. Nachfolgend ein Überblick über ausgewählte aktuelle Neuigkeiten und Entwicklungen von Ausstellern des Solarsektors.

BSW und BNE fordern Beschleunigung des Solarenergieausbaus
Von der neuen Bundesregierung erhofft sich die Solarbranche ein Solar-Beschleunigungsgesetz in den ersten hundert Tagen nach der Regierungsbildung, so der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW). Dieses müsse Investitionsbarrieren und Förderdeckel beseitigen und das EEG an die jüngst verschärften Klimaziele anpassen. Diese seien nur erreichbar, wenn die in Deutschland installierte Solarstromleistung bis zum Ende der Legislaturperiode in etwa verdoppelt werde. Dies erfordere mindestens eine Verdreifachung des PV-Ausbautempos gegenüber heute und eine konsequente Mobilisierung von Gebäuden und Freiflächen für die Solarenergie-Erzeugung, so der BSW.

Auch der Bundesverband neue Energiewirtschaft (BNE) setzt auf eine deutliche Beschleunigung des Solarausbaus unter einer neuen Bundesregierung. „Photovoltaik ist heute die günstigste Form der Energieerzeugung. Daher brauchen wir jetzt einen PV-Booster, um das Potenzial für Klimaschutz, heimische Energieversorgung und Arbeitsplätze zu nutzen“, so BNE-Geschäftsführer Robert Busch anlässlich des Auftakts der Smarter E Europe. Ein Ausbau im deutlich zweistelligen Gigawattmaßstab pro Jahr sei möglich und könne aus dem Markt heraus deutlich schneller erfolgen als über das EEG. Dafür müsse PV zum neuen Standard werden, so Busch weiter. Der BNE hat ein Paket mit 35 Maßnahmen zur Beschleunigung des Ausbaus von Solaranlagen und zur Stärkung des PPA-Segments vorgestellt.

Meyer Burger präsentiert sich erstmals als Produzent von Solarzellen und -modulen
Für Meyer Burger ist die Intersolar eine Premiere, da sich der PV-Konzern zum ersten Mal als Produzent von Solarzellen und Solarmodulen präsentiert. „Die Intersolar Europe als europäische Leitmesse für Photovoltaik ist für uns der ideale Ort, um Meyer Burger als neuen Player auf dem Markt für Solarmodule vorzustellen. An unserem Messestand zeigen wir unsere Premiumprodukte und freuen uns auf den persönlichen Dialog mit unseren Kunden“, so Meyer Burger Geschäftsführer Moritz Borgmann.

Auf dem Messestand zeigt Meyer Burger seine hocheffizienten Heterojunction/-SmartWire-Solarmodule, die seit Sommer 2021 in Thalheim (Bitterfeld-Wolfen) und Freiberg (Deutschland) gefertigt werden. Der Verkauf der verschiedenen Modulvarianten ist im Sommer dieses Jahres über Meyer Burgers europäische Distributionspartner angelaufen. Neben den Hochleistungs-Solarmodulen präsentiert Meyer Burger auch innovative Digitalservices per Smartphone-App. Installateure können sich direkt auf dem Messestand registrieren.

Goldbeck Solar stellt innovativen Ansatz für Flächen-Doppelnutzung durch PV vor
Goldbeck Solar stellt das mit dem Intersolar Award 2021 ausgezeichnet Produkt MarcS (Modular Arc System). Damit werden Solaranlagen in Form von Solarbögen installiert. Die für die Solarenergiegewinnung zur Verfügung stehende Fläche wird dabei so überbaut, dass der Raum darunter nutzbar bleibt und, dass bei einer Maximierung der Solarenergieproduktion. Die Bögen können auf Seitenschienen gleiten. Ihre Position ist flexibel anpassbar. Landflächen können auf diese Weise nach Belieben freigegeben oder vor Sonneneinstrahlung geschützt werden. MarcS ermöglicht damit nach Angaben von Goldbeck Solar eine effektivere Landnutzung, eine erhöhte Wirtschaftlichkeit und eine effizientere Ressourcenverwendung und bietet z.B. für Landwirte eine Möglichkeit, durch die doppelte Nutzung ihres Landes mehr Einkommen zu erzielen.

Baywa r.e. mit innovativem Konzept für „Fruitvoltaic“-Anlagen
Baywa r.e. wurde für ihre innovative "Fruitvoltaic"-Anlage in den Niederlanden mit dem "The smarter E Award" in der Kategorie "Outstanding Projects" ausgezeichnet. Der Bau der Agri-PV-Anlage, die Nahrungsmittel- und Energieproduktion kombiniert, wurde im Juli 2020 in Babberich abgeschlossen. Es handelt sich hierbei um die größte und technisch ausgereifteste Fruitvoltaic-Lösung in Europa. Das Projekt in Babberich hat eine Gesamtleistung von 2,67 MWp und erstreckt sich über eine Himbeerfarm von 3,3 Hektar. Durch die spezielle Konstruktion des semitransparenten Photovoltaikdaches sind keine zusätzlichen Kunststoffabdeckungen nötig, um die Früchte vor extremen Wetterereignissen zu schützen. Die Lösung bietet somit ein stabiles Klima für den Anbau von Früchten und erzeugt dabei gleichzeitig saubere Energie, so Baywa r.e.

GP Joule zeigt Best-Practise-Projekte mit Fokus Sektorkopplung
Ein Messeschwerpunkt von GP Joule ist das Thema Sektorkopplung. Das Unternehmen hat gerade in Klettwitz in der Lausitz die Bauarbeiten des ersten Abschnitts einer 300 MW-PV-Großanlage gestartet. Der erzeugte Strom wird eingespeist, geht zum Teil an direkte Stromabnehmer und soll zum Teil auch für die Produktion von grünem Wasserstoff genutzt werden.

„Sektorkopplungs-Projekte wie der Energiepark Lausitz verdeutlichen, was die Erneuerbaren heute schon können, nämlich mit dezentralen Anlagen zügig einen nachhaltigen Wandel herbeiführen. Sie sind wirtschaftlich attraktiv, zuverlässig und steigern das Wohl der Region, ihrer Menschen und des Klimas“, so GP Joule Geschäftsführer Ove Petersen. Deshalb präsentiert GP Joule auf der EES Europe Restart 2021 in München bereits realisierte Best-Practice-Projekte im Bereich Anlagenbau/EPC, klimafreundliche Wärmeversorgung und als Beispiel für den erfolgreichen Aufbau einer Wasserstoff-Infrastruktur das nordfriesische Verbundprojekt "E-Farm".

© IWR, 2021


07.10.2021

 



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