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50Hertz weitet Investitionen in Infrastruktur des Stromnetzes deutlich aus

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Berlin - Der Netzausbau in Deutschland gehört zu den zentralen Maßnahmenpaketen zur Umsetzung der Energiewende. 50Hertz hat angekündigt, seine Investitionen in die Stromnetzinfrastruktur in den nächsten fünf Jahren annähernd zu verdoppeln.

Der Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) 50Hertz plant im Rahmen der Energiewende milliardenschwere Investitionen in die für den Transport von regenerativ erzeugtem Strom notwendige Infrastruktur. Einen Schwerpunkt legt das Unternehmen dabei auf die Netzanbindungen großer Offshore-Windparks in Ost- und Nordsee.

Anschluss von Offshore-Windparks ist ein Schwerpunkt der 50 Hertz-Investitionen
50Hertz will in den kommenden fünf Jahren (2022 bis 2026) bis zu 5,6 Mrd. Euro in Strom-Freileitungen, Land- und Seekabel sowie Umspannwerke investieren. Das ist fast doppelt so viel wie in den vergangenen fünf Jahren (2017 bis 2021). Treiber der Entwicklung ist neben dem Ausbau der Erneuerbaren Energien auch ein prognostizierter, stark steigender Strombedarf im eigenen Netzgebiet. Aktuelle Studien von 50Hertz sehen einen Anstieg des Strombedarfs im Netzgebiet um 30 bis 40 Prozent bis 2030 voraus.

Eine zentrale Rolle in der Strategie von 50Hertz spielt die Offshore-Windenergie. Derzeit speist 50Hertz den Windstrom von vier Ostsee-Windparks mit rund 1.000 Megawatt (MW) Leistung in sein Übertragungsnetz an Land ein. Bis 2030 will der Übertragungsnetzbetreiber weitere Windparks im Seegebiet zwischen Rügen und der dänischen Insel Bornholm, vor dem Darß und erstmals in der Nordsee ans Netz bringen. Alles in allem bedeutet das eine zusätzliche Gesamtleistung von über 6.000 MW Offshore-Windstrom, die ins Netz eingespeist werden können, so 50 Hertz.

Auch an Land sollen neue Freileitungen und Erdkabel für den Transport des erneuerbaren Stroms gebaut werden. Der von der Bundesnetzagentur bestätigte Netzentwicklungsplan 2035 (2021) sieht im Osten Deutschlands und Hamburg bis 2035 rund 500 km zusätzliche Netzverstärkungs- und Ausbaumaßnahmen vor.

Dazu gehört eine weitere Höchstspannungs-Gleichstromverbindung (HGÜ) zwischen Mecklenburg-Vorpommern und der nordfriesischen Küste. Im Raum Heide wollen 50Hertz und der ÜNB Tennet dafür ein innovatives Drehkreuz für Gleichstrom bauen, das Offshore-Windstrom und an Land erzeugten Strom aufnehmen und verteilen kann. Dieser Strom soll unter anderem über die Netzausbauvorhaben SuedOstLink und SuedOstLink Plus zu den Verbrauchszentren fließen.

Politik muss beim EE-Ausbau Transport zu Verbrauchszentren im Blick behalten
Um diese Netzausbauvorhaben schneller realisieren zu können, sind nach Einschätzung von 50Hertz unter anderem straffere Genehmigungsprozesse, besser ausgestattete Behörden und die fokussierte Gewinnung von Fachkräften erforderlich.

"Die von der Bundesregierung jetzt auf den Weg gebrachten Gesetze zum beschleunigten Ausbau von Erneuerbaren-Energien-Anlagen sind wichtig. Auch um die Abhängigkeit von importierten Energieträgern mittel- und langfristig zu reduzieren", so der Vorsitzende der Geschäftsführung von 50 Hertz, Stefan Kapferer. Die Politik dürfe aber nicht vergessen, dass die Energie aus Wind- und Photovoltaikanlagen auch zu den Verbrauchszentren transportiert werden müsse. „In den gesetzgeberischen Aktivitäten müssen sich deshalb auch Maßnahmen finden, die den dringend notwendigen Netzausbau beschleunigen", so Kapferer weiter.


© IWR, 2022


07.03.2022

 



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