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Rasanter Ausbau der Offshore-Windenergie in Deutschland bis 2030 erwartet

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Berlin – Nach dem politisch bedingten Stillstand beim Ausbau der Offshore Windenergie in Deutschland wird für die nächsten Jahre eine hohe Markt-Ausbaudynamik erwartet. Vertreter des Bundes und der Länder sowie der Übertragungsnetzbetreiber haben dazu eine Offshore-Realisierungsvereinbarung unterzeichnet.

Allein bis zum Jahr 2030 werden in Deutschland nach den Planungen neue Offshore Windkraftanlagen mit einer Leistung von mindestens 30 GW (30.000 MW) errichtet. Das bedeutet eine Stromerzeugung zwischen 120 und 150 Mrd. kWh pro Jahr.

Offshore-Realisierungsvereinbarung als Grundlage für Ausbau der Offshore Windenergie
Bereits im Jahr 2020 wurde eine erste Offshore-Realisierungsvereinbarung unterzeichnet. Die Bundesregierung, vertreten durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK), die Hansestädte Bremen und Hamburg sowie die Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein haben gestern (03.11.2022) mit den drei Übertragungsnetzbetreibern Tennet, Amprion und 50Hertz diese Vereinbarung nun fortgeschrieben und den neuen ambitionierten Ausbauzielen angepasst. Im neuen Windenergie-auf See-Gesetz sind die Ausbauziele für Windenergie auf See auf mindestens 30 Gigawatt (GW) im Jahr 2030, 40 GW im Jahr 2035 und 70 GW im Jahr 2045 erheblich. Bislang lagen die Ziele bei 20 GW bis 2030 und 40 GW bis 2040, so dass das Ausbautempo massiv beschleunigt werden muss.

Übertragungsnetzbetreiber plädieren für „vermaschte“ Offshore-Netze
Die drei Übertragungsnetzbetreiber begrüßen die neue Offshore-Vereinbarung und damit das gemeinsame Verständnis im Hinblick auf Flächenausweisung, Natur- und Umweltverträglichkeit sowie Koordination administrativer Ressourcen. Nach Tim Meyerjürgens, COO von Tennet zeigt die Vereinbarung den großen Willen aller Akteure, die Projekte gemeinsam und in enger Abstimmung zu realisieren. Tennet will den Prozess mit der Etablierung leistungsfähiger technischer Standards unterstützen, u.a. durch das 2 GW Programm. Im Rahmen dieses Programms sollen 525 kV Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungssysteme mit einer Kapazität von jeweils zwei Gigawatt implementiert werden.

Dr. Frank Golletz, Technischer Geschäftsführer 50Hertz, plädiert für eine stärkere Vernetzung, sowohl technologisch in Form von „vermaschten“ Offshore-Netzen als auch international mit Partnern über Ländergrenzen hinweg. „Der seit 2021 in Betrieb befindliche hybride Interkonnektor Combined Grid Solution – Kriegers Flak zwischen Deutschland und Dänemark liefert bereits die Blaupause dafür, wie länderübergreifende vernetzte Offshore-Anbindungen zukünftig aussehen könnten“, so Golletz. Ein weiterer Meilenstein wird das Projekt Bornholm Energy Island von 50Hertz und Energinet sein, bei dem es um Stromnetze auf oder am Meer geht.

Technik steht bereit: Neue Mega-Offshore Windturbinen mit bis zu 15 MW Leistung kommen zum Einsatz
Im Jahr 2020 haben die Offshore Windkraftanlagen in Deutschland rd. 27 Mrd. kWh Strom produziert. Bei einer installierten Leistung von 30 GW erhöht sich die erwartete jährliche Stromproduktion auf 120 bis 150 Mrd. kWh.

Auch die Windkraftanlagen-Hersteller leisten einen entscheidenden Beitrag zu dem Ausbauvorhaben. Mit den immer leistungsstärkeren Offshore Windturbinen sinkt die Zahl der benötigten Windkraftanlagen drastisch. Aktuell zählen die Offshore Windkraftanlagen von Vestas (V236-15.0 MW), die Haliade-X (14 MW) von General Electric (GE) oder die SG 14-222 (14 MW) von Siemens Gamesa (Siemens Energy) zu den leistungsstärksten Turbinen der Welt.

© IWR, 2022


04.11.2022

 



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