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UN-Klimakonferenz COP28: kein Ausstieg (Phase Out) - sondern nur Abkehr von fossilen Energien

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Münster - Nachdem die Delegierten in die Verlängerung gegangen sind, hat sich die UN-Klimakonferenz in Dubai auf eine Abschlusserklärung verständigt. Zwar ist der ursprünglich von mehr als 100 Ländern geforderte Ausstieg aus den fossilen Energien (Phase out) nicht in den Formulierungen enthalten, aber es wird erstmals zum Ausstieg aus fossilen Brennstoffen aufgerufen.

Zum Abschluss der Weltklimakonferenz COP28 haben sich die Länder darauf geeinigt, die Abkehr von fossilen Brennstoffen in diesem Jahrzehnt zu beschleunigen und Maßnahmen zu ergreifen, um die Emissionen bis 2030 um 43 Prozent und bis 2050 auf Netto Null zu senken.

Maßnahmen zur Verdreifachung der EE-Kapazitäten und Verdoppelung der Energieeffizienz bis 2030
Konferenzpräsident Sultan Ahmed al-Jaber begrüßte den Beschluss der Weltklimakonferenz COP 28 und sagte: „Wir sollten stolz sein auf diesen historischen Erfolg. Und die VAE, mein Land, sind auch zu Recht stolz auf ihre Rolle, euch allen geholfen zu haben, das hier vorangebracht zu haben“.

„Auch wenn wir das Zeitalter der fossilen Brennstoffe in Dubai nicht beendet haben, ist dieses Ergebnis der Anfang vom Ende. Jetzt müssen alle Regierungen und Unternehmen diese Zusagen ohne Verzögerung zu realen Ergebnissen machen“, sagte UN-Klimaminister Simon Stiell in seiner Abschlussrede.

In dem Beschlusstext der Länder werden die wissenschaftlichen Erkenntnisse anerkannt, die darauf hindeuten, dass die globalen Treibhausgasemissionen bis 2030 um 43 Prozent gegenüber dem Stand von 2019 gesenkt werden müssen, um die globale Erwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen. Zudem wird festgestellt, dass die Vertragsparteien bei der Erreichung ihrer Ziele aus dem Pariser Abkommen nicht auf dem richtigen Weg sind.

In dem Beschlusstext werden die Parteien daher dazu aufgerufen, Maßnahmen zu ergreifen, um eine Verdreifachung der erneuerbaren Energiekapazitäten und die Verdoppelung der Energieeffizienz bis 2030 zu erreichen. Die Liste der Maßnahmen umfasst auch die Forcierung der Bemühungen um den schrittweisen Abbau der Kohleverstromung, den Ausstieg aus Subventionen für fossile Brennstoffe und andere Maßnahmen, die den Übergang von fossilen Brennstoffen in Energiesystemen auf eine gerechte, geordnete und gerechte Weise vorantreiben. Die Industrieländer sollen dabei weiterhin die Führung übernehmen.

EU-Kommission und Bundesregierung begrüßen COP28-Ergebnisse
„Es ist eine gute Nachricht für die ganze Welt, dass wir jetzt ein multilaterales Abkommen haben, um die Emissionsreduzierung bis 2050 auf Netto-Null zu beschleunigen“, lobt EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen das COP28-Ergebnis. Die UN-Klimakonferenz sei ein perfektes Beispiel für europäische Zusammenarbeit, Koordinierung und Führungsstärke und ein eindrucksvoller Beweis für den Wert des Multilateralismus bei der Bewältigung der größten Herausforderungen unseres Planeten, so von der Leyen weiter. Es sei ein Tag, an dem man sich darüber freuen könne, dass die Menschheit endlich getan habe, was lange überfällig sei, ergänzt EU-Klimakommissar Wopke Hoekstra, der in Dubai für die EU federführend verhandelt hat und die Beschlüsse der COP28 als Anfang vom Ende der fossilen Ära bezeichnet.

Bundeswirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck sieht mit den COP28-Beschlüssen den Weg in eine klimagerechte Zukunft endlich geebnet. Dass die Staatengemeinschaft sich auf der COP28 erstmals zur Abkehr von allen fossilen Energien und zu einem massiven Ausbau von Wind- und Solarenergie, insbesondere bis 2030 bekenne, sei ein klares Signal an Unternehmen, Märkte und Investoren. Trotz des richtungsweisenden Ergebnisses bleibe viel zu tun, damit das fossile Zeitalter wirklich vollständig verlassen werden könne. „Die COP28 zeigt, das Pariser Weltklimaabkommen entfaltet seine Kraft, die Bereitschaft zur Veränderung ist bei Staaten, Unternehmen und allen anderen Stakeholdern groß. Es gilt jetzt, diesen Moment zu nutzen und die großen Chancen der Transformationen zu realisieren", so Habeck.

Für Bundesumweltministerin Steffi Lemke stellt die erzielte Einigung einen guten Kompromiss dar, auf dem aufgebaut werden soll. „Wir haben den Ausstieg aus dem fossilen und den Einstieg in das erneuerbare Zeitalter eingeleitet. Gleichzeitig zeigt die Entscheidung: nur mit einer intakten Natur können wir die nötige Minderung der Emissionen und die Anpassung an die Klimakrise schaffen“, so Lemke. Auch die Kreislaufwirtschaft werde zum ersten Mal als Lösungsansatz hervorgehoben - ein wichtiger Fortschritt. „Damit haben wir die Hebel, mit denen wir die Dreifachkrise aus Artenaussterben, Umweltverschmutzung und Klimakrise bekämpfen können“, so Lemke. Außerhalb der Verhandlungen sei es außerdem gelungen, zahlreiche konkrete und substantielle Fortschritte zu erzielen, um den Ausbau erneuerbarer Energien voranzutreiben, Emissionen zu reduzieren und die Auswirkungen der Klimakrise abzufedern.

© IWR, 2023


13.12.2023

 



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