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Pressemitteilung EE.SH / Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordfriesland mbH

Wie finanziert man die Energiewende? Kriterien und praktische Beispiele aus Schleswig-Holstein

Die Nachfrage nach umweltfreundlichen Geldanlagen steigt<br />
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Die Nachfrage nach umweltfreundlichen Geldanlagen steigt
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Husum (iwr-pressedienst) - "Die Energiewende gelingt nur, wenn die Finanz- und Kapitalmärkte mitmachen“, erklärte Dr. Matthias Hüppauff, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Nordfriesland (WFG NF) zu Beginn des Online-Seminars „Green Invest - Rahmenbedingungen zur Finanzierung von EE-Projekten“. Die Veranstaltung wurde organisiert von der Netzwerkagentur Erneuerbare Energien Schleswig-Holstein, einem Projekt der WFG NF. Themen waren unter anderem die EU-Umweltkriterien für Investitionen, Möglichkeiten der Bürger-Finanzierung von Energieprojekten sowie nachhaltige Geldanlagen und Förderaktivitäten des Landes Schleswig-Holstein.

Die schleswig-holsteinische Landesregierung hat im Jahr 2018 eine Nachhaltigkeitsstrategie für ihren Versorgungsfonds mit 640 Millionen Euro aus der ehemaligen Versorgungsrücklage beschlossen. Das berichtete Schleswig-Holsteins Finanz-Staatssekretär Udo Philipp. Zu den Kriterien für die Anlage des Versorgungsfonds gehören ein Ausschluss von Investitionen in fossile Rohstoffe und in Staatsanleihen von Ländern, die die Todesstrafe praktizieren oder relevante internationale Abkommen (zum Beispiel aktuelle Klimaschutzprotokolle oder das Verbot von Landminen) nicht unterzeichnet haben.

Auf EU-Ebene wird ebenfalls an Kriterien für nachhaltige Investitionen gearbeitet. Mit der EU-Taxonomie-Verordnung sollen Finanzprodukte und wirtschaftliche Aktivitäten nach Umwelt- und sozialen Standards klassifiziert werden. Sie soll ab 31. Dezember 2021 für Finanz‐ und Nichtfinanzunternehmen in der EU verpflichtend werden und kann als Grundlage für staatliche Kreditvergabeentscheidungen und Förderprogramme. Prof. Dr. Sonja Peterson vom Institut für Weltwirtschaft IfW in Kiel meinte, aus wirtschaftswissenschaftlicher Sicht sei CO2-Bepreisung das wichtigste Werkzeug, um Investitionen in klimaneutrale Technologien anzureizen. Trotzdem seien weitere Maßnahmen notwendig, um das Null-Emissions-Ziel in der EU zu erreichen. Sicher seien zwei Dinge: „Es gibt einen großen Bedarf an Informationen über Technologien, die im Einklang mit der Klimaneutralität stehen. Deshalb ist es sinnvoll, gemeinsam und transparent Investitions-Kriterien festzulegen.“ Und: „Investitionen, die nicht in Einklang mit Klimaneutralität stehen, sind mit zunehmenden Risiken verbunden.“

Die Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH) hat im September 2020 eine Erklärung zur Umsetzung von Sustainable Finance unterzeichnet und damit die aktive Unterstützung der 17 UN-Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals SDGs) mit ihrem unternehmerischen Handeln, ihren Förderprodukten und weiteren Förderaktivitäten zu ihrem Ziel erklärt. Davon berichtete Nachhaltigkeitsmanagerin Alexandra Oboda von der IB.SH. Oboda verwies auch auf ein neues Beratungsangebot der IB.SH, den „Nachhaltigkeits-Check“ des Enterprise Europe Network. Damit werden kleine und mittelständische Unternehmen dabei unterstützt, ihre wirtschaftlichen Aktivitäten an den SDGs auszurichten.

Finanzielle Bürgerbeteiligung war das Thema des Vortrags von Erik Parthier – Spezialist für das Thema Crowdfunding im Kompetenzzentrum für Bürgerbeteiligung der Deutschen Kreditbank AG. Dabei legte er den Fokus auf Crowdfunding, denn dabei können auch mit geringem Organisationsaufwand (keine Prospektpflicht) Projekte gemeinschaftlich finanziert werden. Die DKB-Bank hat eine eigene Crowd-Invest-Plattform eingerichtet, auf der Projektierer und Kleinanleger zusammenfinden können.

Welche Möglichkeiten der ökologischen Kapitalanlagen Privatanleger haben, führte Hans Feddersen, erfahrener Anlageberater aus Husum, in seinem Vortrag aus. Eine einfache Möglichkeit der ökologischen Geldanlage sei der Wechsel zu einer der verschiedenen Umweltbanken. Auch die Anschaffung eines E-Fahrzeugs könne eine lohnende Investition sein, wenn man Gesundheit und Fahrgefühl als eine Art immaterielle Rendite betrachte.

„An nachhaltigen Investitionen kommt man nicht mehr vorbei. Die Nachfrage in solche Anlagen wird auf absehbare Zeit weiter steigen“, so die abschließende Einschätzung von EE.SH-Projektleiter Axel Wiese.


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BU: Die Nachfrage nach umweltfreundlichen Geldanlagen steigt
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Husum, den 18. Juni 2021


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Dr. Matthias Hüppauff
Mail: info@ee-sh.de
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Die Netzwerkagentur Erneuerbare Energien Schleswig-Holstein (EE.SH) unterstützt die Unternehmen der Erneuerbare-Energien-Branche, die im nördlichsten Bundesland tätig sind oder sich hier ansiedeln wollen. EE.SH vernetzt die Unternehmen auf Messen und Veranstaltungen, informiert über neue politische Rahmenbedingungen, Förderprogramme oder technische Innovationen und stellt zur Exportförderung Kontakte ins Ausland und in andere Bundesländer her.

Projektträger der Netzwerkagentur EE.SH ist die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordfriesland. EE.SH wird vom Land, der EU und acht Kooperationspartnern finanziert und arbeitet eng mit den Hochschulen des Landes zusammen. Ziel ist, Arbeitsplätze und Wertschöpfung in Schleswig-Holstein zu halten und zu vermehren und eine Vollversorgung der Region beziehungsweise einzelner Gewerbegebiete und Unternehmen mit Energie aus erneuerbaren Quellen zu erreichen. Dafür unterstützt EE.SH Projekte im Bereich Sektorenkopplung, Netzintegration, Vermarktung und Speicherung von Energie sowie die IT-gestützte Kombination und Steuerung verschiedener Energiequellen und Verbraucher.

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