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Pressemitteilung Enerchange GmbH & Co. KG

Fossile Fesseln lösen!

- Nur eine regenerative, lokal basierte Energieversorgung kann die Importabhängigkeit verringern.

München (iwr-pressedienst) - Dass der Fokus auf Erdgas als sogenannte Brückentechnologie verfehlt ist, zeigt sich spätestens jetzt, da die Abhängigkeit von Russland schmerzhaft bewusst wird. Zudem gehen im Jahr 2022 sechseinhalb Gigawatt Stromerzeugungsleistung aus Kohle und Atom vom Netz. Beides sollte nicht zur Disposition stehen. Es braucht daher endlich einen ambitionierten Ausbau der erneuerbaren Energien, um von importierten fossilen Brennstoffen unabhängiger zu werden. Dabei muss auch die Geothermie eine wichtige Rolle spielen.


Der Angriff Russlands auf die Ukraine ist entsetzlich und wird leider auch durch deutsche Gasimporte mitfinanziert. So legt dieses Desaster offen, wie gefährlich und naiv es war, sich von russischen Energieimporten derart abhängig zu machen und zudem einen Teil der Speicherstruktur in selbige Hände zu legen. Hektisch wird nun nach Alternativen gesucht. Auch in Deutschland diskutiert man darüber, LNG-Terminals zu bauen, um Flüssiggas importieren zu können – unter anderem Fracking-Gas aus den USA, dessen Klimaschäden noch größer sind als bei herkömmlichem Erdgas.

Doch dies kann keine nachhaltige Lösung sein. Statt neue Infrastrukturen für Rohstoffe von gestern zu errichten, müssen die Investitionen in regenerative Energieerzeugung fließen. Der Bundesverband Erneuerbare Energie e. V. teilte letzte Woche angesichts der Ereignisse mit, dass die 9.500 bestehenden Biogasanlagen heute schon rund ein Zehntel der in Deutschland verbrauchten Gasmenge liefern. 90 Prozent davon würden vor Ort in Strom und Wärme umgewandelt, der Rest aufbereitet und ins Gasnetz eingespeist. Eine Erhöhung des eingespeisten Anteils sowie eine Verdoppelung der insgesamt erzeugten Menge seien möglich.


Grundlastfähige Geothermie

Auch der Ausbau von Windkraft- und Solaranlagen muss zügig vorangehen, doch allein werden sie als fluktuierende, wetterabhängige Energieproduzenten die Lücke nicht füllen können. Die Geothermie hingegen kann sowohl Wärme als auch Strom erzeugen – ganzjährig, witterungsunabhängig, Tag und Nacht und damit grundlastfähig.

Gerade in der Kombination von Strom- und Wärmeerzeugung spielt bei der Geothermie die Musik. Die garantierten Einnahmen aus der Stromvergütung nach dem EEG sichern die Investitionen ab und machen Geothermiekraftwerke wirtschaftlich. Parallel kann der Aufbau der Wärmenetze vonstattengehen. Ein weiteres Schmankerl: Überschüssige Wärme in Kälte umwandeln und damit zusätzlich das Klima und den Strommarkt entlasten.


Keine neuen Investitionen in gestrige Strukturen

Natürlich ist dies keine Sofortlösung – Aufsuchung, Genehmigung, Bohrungen und schließlich der Bau von Anlagen und Wärmenetzen dauern Jahre. Aber auch ein LNG-Terminal entsteht nicht von heute auf morgen. Eine weitsichtige Energiepolitik investiert daher nicht in veraltete Infrastrukturen, sondern löst sich von den fossilen Fesseln.

Eine echte Unabhängigkeit in der Energieversorgung kann nur von den erneuerbaren Energien ausgehen. Sie sind dezentral verfügbar und generieren eine Wertschöpfung vor Ort. Da regenerative Energien nach der Anfangsinvestition in den Anlagenbau kaum noch Brennstoffkosten verursachen, sind sie ein Garant für stabile Energiepreise.


Jetzt die Weichen stellen

Im Januar hat die Agentur Enerchange die Abschaltung der letzten drei deutschen Atommeiler zum Ende dieses Jahres zum „Thema im Fokus“ gemacht. Parallel gehen 2022 elf Kohlekraftwerke vom Netz und dass Erdgas nicht die Lösung sein kann, war auch vor der aktuellen Eskalation in der Ukraine klar. Das „Thema im Fokus“ zeigt auf, wie die energiepolitischen Weichen gestellt werden müssen, damit die Geothermie ihr Potenzial entfalten kann.

42 Geothermieanlagen produzieren in Deutschland bereits Wärme und Strom. Rund eine Terrawattstunde Wärme – das sind 1.000.000.000 Kilowattstunden – stammt deutschlandweit jedes Jahr aus Geothermie. Der Großraum München erschließt seit Jahren seinen Wärmeschatz, im Osten Bayerns entsteht ein neuer geothermischer Hotspot, aber auch Hamburg, Speyer und Freiburg beziehen die Geothermie in ihre Pläne zur Wärmewende ein. Damit die von der Bundesregierung bis 2030 geplante Verzehnfachung der geothermischen Wärmeleistung erreichbar ist, muss nun ambitioniert gehandelt werden. Vielleicht hilft der Schock über die eigenen Abhängigkeiten dabei, auch den nötigen politischen Antrieb zu entfachen.


München, den 28. Februar 2022


Veröffentlichung und Nachdruck honorarfrei; ein Belegexemplar an die Enerchange GmbH & Co. KG wird freundlichst erbeten.


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E-Mail: karin.jehle@enerchange.de


Enerchange GmbH & Co. KG
Agentur für erneuerbare Energien
Tizianstr. 96
80638 München

Internet: https://www.enerchange.de



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