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Erste Neuschätzung: BMWi gibt Stromverbrauchs-Prognose 2030 bekannt - BDEW mahnt EE-Ausbau an

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Berlin - Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat eine erste Neuschätzung des Stromverbrauchs für das Jahr 2030 vorgelegt. Eine ausführliche Neuberechnung des Stromverbrauchs soll im Herbst 2021 vorliegen. Dann soll eine Studie, die von der Prognos AG im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) durchführt, abgeschlossen sein.

Nach der jetzt vorliegenden Abschätzung kommt Prognos für das Jahr 2030 auf einen Stromverbrauch zwischen 645-665 Terawattstunden; der Mittelwert der Prognose liegt bei 655 Terawattstunden. Unterstellt werden dabei u.a. 14 Mio. Elektro-Pkw, 6 Mio. Wärmepumpen und 30 Terawattstunden Strom für grünen Wasserstoff, so das BMWi.

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) begrüßt eine Anpassung der Stromverbrauchsprognose. Es sei schon seit Langem klar, dass mehr Strom benötigt werde, wenn Millionen E-Autos und Wärmepumpen auf dem Markt sind und immer mehr grüner Wasserstoff produziert werde, so die Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung Kerstin Andreae. Die Bundesregierung hätte ihre Prognose schon viel früher anpassen können. Die neuen CO2-Minderungsziele des novellierten Bundes-Klimaschutzgesetzes hätten den Handlungsdruck jedoch noch einmal deutlich verschärft.

„Der BDEW geht von einem noch größeren Strombedarf in Höhe von etwa 700 TWh aus. Aus unserer Sicht ist zudem ein höherer Anteil der Erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung von 70 Prozent bis 2030 erforderlich, wenn die Klimaziele erreicht werden sollen. Dadurch wird eine Anhebung der Ausbaupfade im EEG notwendig: Dies könnte für 2030 etwa 100 Gigawatt (GW) für Windenergieanlagen an Land, 11 GW für Biomasse und mindestens 150 GW für PV (Dach und Freifläche) bedeuten“, fordert Andreae eine Beseitigung der Hemmnisse für den Ausbau der Windenergie an Land und einen PV-Boom.

© IWR, 2021

13.07.2021