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Genehmigung: Erstes Windtestfeld in bergigem Gelände nimmt letzte große Hürde

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Stuttgart - Das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) plant zusammen mit sechs Partnern die Errichtung des weltweit ersten Testfeldes in bergigem Gelände.

Mit der Erteilung der Genehmigung nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz durch das Landratsamt Göppingen Anfang Juni 2020 im Rahmen eines aufwändigen Genehmigungsverfahrens hat der Bau des Testfeldes auf der Schwäbischen Alb zwischen Donzdorf und Geislingen hat nun eine entscheidende Hürde genommen.

An bergigen Standorten ist der Betrieb von Windenergieanlagen wesentlich anspruchsvoller: Ertragsprognosen sind aufgrund der turbulenten Strömungs- und Windverhältnisse über unregelmäßigen Topografien unsicherer, zudem sind die mechanische Belastung der Windenergieanlagen und die Wartungskosten höher. Nicht zuletzt weil dies die Wirtschaftlichkeit der Windenergieanlagen negativ beeinflusst, will das ZSW gemeinsam mit seinen Partnern auf dem Testgelände robustere Anlagen entwickeln, die gleichzeitig leiser, langlebiger und leistungsstärker sind und sich zudem gut mit Energiespeichern koppeln lassen. Darüber hinaus sollen durch eine begleitende ökologische Begleitforschung die Belange des Natur- und Artenschutzes intensiv untersucht und übertragbare Lösungskonzepte für Konflikte entwickelt werden, die an sehr vielen Windstandorten weltweit bestehen.

Das Windenergietestfeld liegt am Rand des Stöttener Berges. Es handelt sich um eine unbewaldete Freifläche oberhalb einer Geländesteilstufe, dem Albtrauf. Die mittleren Jahreswindgeschwindigkeiten sind mit 5 bis 6,5 Metern pro Sekunde ausreichend hoch und weisen hohe Turbulenzen und wechselnde Schrägströmungen auf. „Das Gelände passt perfekt zu unseren Forschungsthemen, die auch international auf großes Interesse stoßen“, sagt Projektleiter Andreas Rettenmeier. „Die Bedingungen dort sind typisch für Windenergiestandorte in bergigem, komplexem Gelände und ideal für die Entwicklung und Erprobung neuer Technologien ebenso wie für Konzepte zur Stärkung eines naturverträglichen Windenergieausbaus.“

Das ZSW errichtet das Testfeld im Rahmen des süddeutschen Windenergie-Forschungsclusters WindForS in Zusammenarbeit mit sechs Partnern - den Universitäten Stuttgart und Tübingen, der Technischen Universität München, dem Karlsruher Institut für Technologie sowie den Hochschulen Aalen und Esslingen. Für die ökologische Begleitforschung wird das Team um weitere Partner ergänzt. Das Projekt wird mit 14,5 Millionen Euro vom Bund und vom Land Baden-Württemberg unterstützt.

© IWR, 2020

16.06.2020