Energiefirmen.de

Branchenportal der Energiewirtschaft

PlanET 4 1280 256

Klimawandel: 2ter Monitoringbericht belegt weitreichende Folgen für Deutschland

© Fotolia© Fotolia

Berlin - Bundesumweltministerium (BMU) und Umweltbundesamt (UBA) haben den zweiten Monitoringbericht 2019 zur Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel vorgelegt. Demnach hat sich die mittlere Lufttemperatur in Deutschland von 1881 bis 2018 um 1,5 Grad erhöht. Allein in den letzten fünf Jahren stieg die mittlere Lufttemperatur um 0,3 Grad an. Die Folge sind höhere Gesundheitsrisiken durch die Hitzebelastung, ein Anstieg der mittleren Oberflächentemperatur der Nordsee sowie stärkere Ertragsschwankungen in der Landwirtschaft.

Konkret bedeutet dies nach dem Monitoringbericht, dass 2003 rd. 7.500 Menschen mehr gestorben sind als ohne die Hitzeperiode in dem Jahr zu erwarten gewesen wäre, 2006 und 2015 gab es jeweils rd. 6.000 zusätzliche Todesfälle. Zudem sind in den letzten 10 Jahren immer häufiger niedrige Grundwasserstände aufgetreten, die in einigen Gemeinden bereits zu Problemen mit der Trinkwasserversorgung geführt haben. Zunehmende Trockenheit und häufiger auftretende Niedrigwasserstände in Flüssen beeinträchtigen die Ökosysteme, schränken aber auch die Schifffahrt ein und gefährden die Versorgung von Kraftwerken und Industrie mit Kühlwasser. Die Folgen der Klimawandels zeigen sich auch in der Land- und Fortwirtschaft: So hat in den letzten 50 Jahren z.B. das verfügbare Wasser in landwirtschaftlich genutzten Böden deutlich abgenommen. Im Jahr 2018 verursachten Hitze und Trockenheit in der Landwirtschaft Schäden in Höhe von 700 Millionen Euro. Neu auftretende Tierarten aus wärmeren Erdregionen wie die Asiatische Tigermücke verbreiten in Deutschland bislang nicht auftretende Krankheiten wie Chikungaya- oder Dengue-Fieber.

Die Folgen der Erderwärmung treffen auch die Wirtschaft, denn diese ist abhängig von funktionierenden Straßen, Häfen oder Wasserwegen. Diese Infrastrukturen werden vor allem durch extreme Wetterereignisse wie Stürme und Starkregen geschädigt. Im Jahr 2018 entstanden so zum Beispiel an Häusern, Kraftfahrzeugen, Hausrat, Gewerbe, Industrie und Landwirtschaft Versicherungsschäden in Höhe von etwa 3,1 Milliarden Euro. Laut Versicherungswirtschaft gehörte 2018 zu den vier schwersten Sturmjahren der letzten 20 Jahre.

"Die Botschaft des Monitoringberichts lautet: Die Zukunft hat uns bereits erreicht. Deutschland steckt mittendrin in der Erderhitzung, mit weitreichenden Folgen für Umwelt, Gesellschaft und Gesundheit. Es muss dringend vorgesorgt werden, um diesen Folgen zu begegnen“, warnt UBA -Präsidentin Maria Krautzberger. Denkbar sei ein von Bund und Ländern getragenes und finanziertes Sonderprogramm Klimavorsorge, so Krautzberger weiter.

© IWR, 2019

26.11.2019