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Kurssturz: Russlands Angriff auf die Ukraine trifft Gaskonzern Uniper zusätzlich

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Münster – Der Energieversorger Uniper hat die Geschäftszahlen für das Jahr 2021 vorgelegt und starke Zahlen vorgelegt. Doch die Aussichten des Unternehmens, das an Nord Stream 2 beteiligt und in der russischen Stromerzeugung engagiert ist, sind angesichts der geopolitischen Lage und der zu erwartenden Sanktionen des Westens derzeit mit großer Unsicherheit behaftet.

Im Jahr 2021 hat Uniper das Vorjahresergebnis deutlich übertroffen und ein bereinigtes Ergebnis (EBIT) in Höhe von 1,187 Mrd. Euro (2020: 998 Mio. Euro) erzielt. Der Anstieg um knapp 19 Prozent ist im Wesentlichen auf das starke Resultat im Segment Globaler Handel zurückzuführen. Während das Ergebnis im Russlandgeschäft 2021 das Vorjahresniveau erreicht, liegt die europäische Erzeugung leicht unter dem Vorjahresergebnis.

Der bereinigte Konzernüberschuss steigt auf 906 Mio. Euro (2020: 774 Mio. Euro).
Russland ist bisher einer der wichtigsten Märkte von Uniper, das Unternehmen tritt hier unter dem Namen Unipro auf. Die Hauptaktivitäten bestehen aus der Erzeugung und dem Vertrieb von Strom sowie dem Import von Erdgas nach Europa. Insgesamt fünf Gas- und Kohlekraftwerke betreibt Uniper in Russland. Zudem hat Uniper - neben Wintershall Dea, Engie, OMV und Shell – eine Finanzierungsvereinbarung mit der Nord Stream 2 AG abgeschlossen, der Uniper-Kreditanteil beläuft sich auf 950 Mio. Euro.

Eine weitere Belastung stellen die hohen Sicherheitsleistungen auf Grund der gestiegenen Preise für Gas dar. So hat Uniper den Kreditrahmen bei den Kernbanken über das volle Volumen in Höhe von über 1,8 Mrd. Euro abgerufen und zusätzlich einen Kreditrahmenvertrag mit der finnischen Muttergesellschaft Fortum abgeschlossen.

Als Dividende für das Geschäftsjahr 2021 werden Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung am 18. Mai 2022 eine Ausschüttung in Höhe von 26 Mio. Euro – das sind 0,07 Euro pro Aktie – vorschlagen.

Mit der drastischen Dividendenkürzung reagiert Uniper mit einem stärkeren Fokus auf Liquidität auf die hohe Volatilität der Energiemärkte und die geopolitische Lage.

Die Uniper-Aktie setzt heute (24.02.2022) nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine den Abwärtstrend weiter fort und verliert derzeit über 7 Prozent an Wert (Kurs ca. 29 Euro). Ende Dezember 2021 erreichte die Uniper-Aktie den Höchstwert mit 42 Euro. Seit Ende März 2020 ist der staatlich dominierte finnische Energieversorger Fortum Mehrheitsaktionär von Uniper.

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24.02.2022