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Neue Studie: Bürgerenergie wird immer mehr ausgebremst

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Bonn - World Wind Energy Association (WWEA) und Landesverband Erneuerbare Energien NRW (LEE NRW) haben im Rahmen des heute (28.05.2019) beginnenden 4. Internationalen Bürgerwindsymposiums eine neue Studie zu Bürgerwindenergie-Projekten vorgestellt.

Die neuesten Daten zur Entwicklung des Windenergiemarktes zeigen, dass der deutsche Windsektor sich in einer Krise befindet, mit gerade einmal 134 Megawatt an Neuinstallationen im ersten Quartal 2019 und mit drastisch unterzeichneten Ausschreibungsrunden. So wurde in den ersten beiden Runden nur 746 Megawatt an Zuschlägen erteilt, obwohl 1350 Megawatt ausgeschrieben waren. In NRW ist der Ausbau gar um 95 Prozent eingebrochen.

„Viele verschiedene Dinge machen den Bürgerwindakteuren das Leben schwer: Allen voran der misslungene Wechsel zu risikobehafteten Ausschreibungen sowie restriktive Genehmigungsbedingungen“, so LLE NRW Geschäftsführer Jan Dobertin . Verschärft wird die Situation durch neue planungsrechtliche Einschränkungen auf Landesebene wie in NRW.

Um die Energiewende unter Einschluss einer starken Bürgerenergie effizienter und planbarer zu gestalten, müssen aus Sicht des LEE NRW u.a. die politischen und wirtschaftlichen Risiken für Bürgerenergie reduziert und die Unterstützung erhöht werden. Daher sollten die bürokratischen Hürden nicht nur im Genehmigungsverfahren von Windparks, sondern auch für die Direktvermarktung von Strom aus Bürgerenergieanlagen sowie für Sektorenkopplungsansätze gesenkt werden. Vor dem Hintergrund des neuerlichen Urteils des Europäischen Gerichtshofs, nachdem das EEG 2012 keine staatliche Beihilfe darstellt, sollte die Bundesregierung prüfen, ob nicht eine Rückkehr zum System der gleitenden Marktprämie ohne vorherige Ausschreibungen die sinnvollste Lösung wäre.

© IWR, 2019

28.05.2019