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Tiefengeothermie: In München starten Pumpversuche an sechster Geothermie-Bohrung

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München - Ziel der Stadtwerke München (SWM) ist es im Rahmen der SWM Fernwärme-Vision, den Münchner Bedarf an Fernwärme bis zum Jahr 2040 CO2-neutral decken. Eine zentrale Bedeutung dabei hat die Wärmeerzeugung mittels Anlagen zur Nutzung von Tiefengeothermie, die den wesentlichen Anteil liefern soll.

Die SWM haben jetzt am Heizkraftwerk Süd (HKW Süd) die finale sechste Bohrung für die Geothermieanlage niedergebracht. Ab voraussichtlich dem 05.02.2020 sollen Pumpversuche zeigen, ob die Ergiebigkeit und das Temperaturniveau des Thermalwasservorkommens den Erwartungen entsprechen.

Die Ergebnisse der Leistungstests an den ersten fünf Bohrungen seien bereits sehr vielversprechend gewesen, d.h. die Temperatur ist deutlich höher als erwartet und die Ergiebigkeit liegt im Plan, so die SWM. Sie sind daher zuversichtlich, dass die tatsächliche Leistung der Anlage mehr als die geplanten 50 Megawatt (MW) aufweisen wird. Damit könnten dann mehr als 80.000 Münchner mit Wärme aus der Tiefengeothermie-Anlage versorgt werden, so die SWM.

Mitte 2020 sollen die Arbeiten an allen sechs Bohrlöchern abgeschlossen sein. Parallel dazu wird die Heizzentrale gebaut, in der die Technik untergebracht ist. Nach finalen Langzeitpumpversuchen soll die Anlage dann in der Heizsaison 2020/21 ans Netz gehen.

Die SWM betreiben aktuell fünf Geothermieanlagen in München und in der Region. Im Rahmen ihrer Ausbauoffensive Erneuerbare Energien ist es das Ziel der SWM, die regenerativen Energien sowohl im Strom- wie auch im Wärmebereich auszubauen. Die SWM wollen München zur ersten deutschen Großstadt machen, in der die Fernwärme zu 100 Prozent CO2-neutral gewonnen wird.

© IWR, 2020

03.02.2020