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Deutsche Bank steigt aus Kohlefinanzierung aus

Münster - Die Finanzwirtschaft rückt von der Finanzierung von Kohlekraftwerken ab. Nach Finanzinstituten wie Allianz oder Axa zieht jetzt auch die Deutsche Bank nach.

Schon 2014 hat die Rockefeller-Stiftung (RBF) entschieden, sich nicht mehr im Bereich Öl und Gas zu engagieren und in diesem Sektor zu desinvestieren. Andere Stiftungen und Finanzinstitute folgten und wollen zukünftig keine Kohlekraftwerke mehr finanzieren.

Deutsche Bank steigt aus Kohlefinanzierung aus

Die Deutsche Bank hat ihre Richtlinie für die Kohlefinanzierung überarbeitet und die Leitlinien für Kohlekraft und -bergbau geändert. Das teilte die Bank jetzt in einer knappen Mitteilung mit. Die Deutsche Bank und ihre Tochtergesellschaften werden danach keine Finanzierungsverpflichtungen für neue Projekte zur Förderung von Kraftwerkskohle und den Neubau von Kohlekraftwerken eingehen. Darüber hinaus wird die Bank ihr derzeitiges Engagement im Bereich Kraftwerkskohle schrittweise verringern. Wie hoch das aktuelle Engagement der Deutschen Bank in diesem Sektor noch ist, teilte die Bank nicht mit.

Deutsche Bank steht zur Selbstverpflichtung

Mit Unterzeichnung des „Paris Pledge for Action“ befürwortet die Bank neben mehr als 400 privaten und staatlichen Organisationen das bei der Weltklimakonferenz in Paris 2015 vereinbarte umfassende Klimaschutzabkommen. Dadurch unterstreicht die Bank ihre Selbstverpflichtung, das Klima zu schützen und zu den im Pariser Abkommen festgelegten übergreifenden Zielen beizutragen, den Temperaturanstieg global auf höchstens 2° Celsius über dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen.

Andere Finanzinstitute deutlich schneller in der Umsetzung

Die Ankündigung der Deutschen Bank kommt im Vergleich zu anderen Instituten sehr spät. Schon seit 2014 ist ein Trend zur Abkehr von Investitionen und Finanzierungen im Bereich der Kohlekraftwerke erkennbar. 2015 hat der französische Axa Konzern angekündigt, Beteiligungen an Firmen abzustoßen, deren wirtschaftlicher Schwerpunkt im Kohlesektor liegt. Auch die Allianz will aus der Kohle aussteigen und mehr in erneuerbare Energien investieren. Allerdings sind bei allen Ankündigungen der Finanzwirtschaft laufende Kohle-Investments in der Regel nicht betroffen, die Übergangszeiten dürften lang sein.

Alternative Investments: RENIXX Aktienindex

Mit dem Aktienindex RENIXX World (Renewable Energy Industrial Index, ISIN: DE000RENX014) gibt es bereits seit 2006 ein Marktbarometer, das die Entwicklung der globalen Regenerativen Energiewirtschaft abbildet. Die aktuelle Marktkapitalisierung der 30 größten börsennotierten Unternehmen erreicht bereits über 100 Milliarden Euro.

© IWR, 2017

02.02.2017