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Windstrom in Deutschland legt im ersten Quartal 2026 um 27 Prozent zu - warum die Strompreise sinken

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Münster - Die Windenergie hat in Deutschland zu Jahresbeginn 2026 im Vergleich zum Vorjahr kräftig zugelegt. In den ersten drei Monaten kletterte die Stromerzeugung aus Windkraftanlagen um 27 Prozent. Im selben Zeitraum sinken die Strompreise an der Börse um 8,9 Prozent.

Das zeigt eine aktuelle Auswertung von Stromerzeugungsdaten der europäischen Netzbetreiber (ENTSO-E) durch das Internationale Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR) in Münster.

Windstromerzeugung an Land und auf See steigen zum Jahresbeginn 2026 kräftig
Sowohl an Land als auch auf See verzeichnete die Windstromproduktion deutliche Zuwächse. Onshore-Windkraftanlagen steigerten ihre Einspeisung um 23,1 Prozent auf 33,1 Milliarden kWh (Q1 2025: 26,9 Milliarden kWh). Noch dynamischer entwickelte sich die Offshore-Windenergie: Hier kletterte die Stromerzeugung um 44,8 Prozent auf 9,7 Milliarden kWh (Q1 2025: 6,7 Milliarden kWh).

Treiber dieser Entwicklung sind vor allem der starke Zubau neuer Windkraftanlagen im Jahr 2025 mit einem Netto-Zuwachs von über 5.000 Megawatt sowie eine insgesamt windklimatologisch günstigere Witterung im ersten Quartal 2026 im Vergleich zum Vorjahr.

Warum mehr Windstrom die Strompreise sinken lässt - Merit Order an der Strombörse
Der Ausbau der Windenergie wirkte sich 2026 auch spürbar auf die Strompreise in Deutschland aus: Die durchschnittlichen Börsenstrompreise in Deutschland sanken im Zeitraum Januar bis März auf 10,2 Cent pro kWh (Vorjahr: 11,2 Cent pro kWh). Das entspricht einem Rückgang um 8,9 Prozent.

„Der kräftige Anstieg der Windstromproduktion hat den Strommarkt deutlich entlastet. Ohne diesen Zuwachs hätte Deutschland verstärkt auf vergleichsweise teure Gaskraftwerke zurückgreifen müssen – mit entsprechend höheren Börsenstrompreisen“, so IWR-Geschäftsführer Dr. Norbert Allnoch.

In der Öffentlichkeit ist die Bildung der Preise an der Strombörse weitgehend unbekannt. Entgegen landläufiger Meinung gibt es keinen einheitlichen Durchschnittspreis für Strom, der an der Strombörse gebildet wird.

Stattdessen werden die Grenzkosten herangezogen. In jeder 15-Minuten-Börsenauktion bestimmt das teuerste Kraftwerk (aktuell Gas) den Strompreis. Alle anderen erhalten diesen höchsten Preis, unabhängig davon, wie niedrig sie zuvor geboten haben. Bei aktuellen Gaspreisen von rund 48 €/MWh (= 4,8 ct/kWh) sowie einem angenommenen Wirkungsgrad von 50 Prozent bei Gaskraftwerken zur Stromerzeugung ergeben sich allein aus den variablen Brennstoffkosten der Gaskraftwerke etwa 9,5 ct/kWh an der Strombörse.

Je mehr erneuerbare Energien die teuren Gaskraftwerke verdrängen, desto niedriger fällt der Abräumpreis aus – und die Strompreise sinken. Umgekehrt gilt: Steigt der Einsatz teurer Kraftwerke, erhöhen sich auch die Strompreise an der Börse und letztendlich beim Verbraucher.

© IWR, 2026


02.04.2026

 



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