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Strommarkt Statistik

1. Stromerzeugung in Deutschland

Die Bruttostromerzeugung in Deutschland ist im Jahr 2020 mit 577 Mrd. kWh auf Grund der Pandemie deutlich eingebrochen und auf das Niveau des Jahres 2000 gefallen. Im Jahr 2017 erreichte die Bruttostromerzeugung nach Angaben des BMWi (Stand: 27.09.2021) noch einen Rekordwert von knapp 653 Mrd. kWh. Den größten Rückgang verzeichnet 2020 die Stromerzeugung aus Stein- und Braunkohle. Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien steigt auf 250 Mrd. kWh und damit auf einen neuen Rekordwert. Der größte Beitrag zum regenerativen Stromaufkommen geht von der Windenergie aus. Bedingt durch den Zubau auf dem Onshore- und Offshore-Windenergiesektor und ein sehr gutes Windjahr erreicht die Stromerzeugung aus Windenergie im Jahr 2020 insgesamt 131 Mrd. kWh Strom.

Bruttostromerzeugung, Stromverbrauch sowie Import und Export

Stromerzeugung (Mrd. kWh)

2020 2019 2018 2017 2016 2015
2014
2013
2012
2011
Steinkohle 41,6 57.5 82,6 92,9 112,2 117,7 118,6 127,3 116,4 112,4
Braunkohle 92,9 114,0 145,6 148,4 149,5 154,5 155,8 160,9 160,7 150,1
Mineralöl 4,6 4,8 5,1  5,5 5,7 6,1 5,5 7,0 7,5 7,0
Erdgas 97,6 90,0 81,6  86,0 80,6 62,0 60,6 67,0 75,9 85,7
Kernenergie 64,4 75,1 76,0  76,3 84,6 91,8 97,1 97,3 99,5 108,0
Erneuerbare Energien 250,2 240,3 220,1  214,8 188,2 187,2 161,0 152,0 143,4 124,4
     Windenergie 131,0 126,0 110,0  105,7 80,0 80,6 58,3 52,7 51,6 49,9
     Biomasse 1 44,9 44,4 44,7  45,0 45,0 44,6 42,2 40,1 38,3 32,1
     Photovoltaik 50.6 46,4 45,8  39,4 38,1 38,7 36,1 31,0 26,4 19,6
     Wasserkraft 18,3 19,7 17,7  20,2 20,5 19,0 19,6 23,0 21,8 17,7
     Geothermie 0,2 0,.2 0,2 0,2 0,2 0,1 0,1 0,1 0,0 0,,0
     Müll 5,8 5,8 6,2  6,0 5,9 5,8 6,1 5,4 5,0 4,8
Sonstige 25,3 25,7 27,6  27,5 27,3 27,0 26,3 25,5 25,4 26,5
Stromerzeugung Gesamt 2
577,2 609,4 643,9  652,9 649,7  647,6 627,2 638,0 628,6 612,5
                     
Stromverbrauch
(Mrd. kWh)
558,3 576,7 594,2 600,5 599,1 599,3 593,3 605,8 608,0 608,8
                     
Strom Export/Import
(Mrd. kWh)
                   
     Importe 48,0  40,1 31,7 27,8 28,3 37,0 40,4 39,2 46,3 51,0
     Exporte 66,9   72,8 80,5  80,3 78,9 85,3 74,3 71,4 66,8 54,8
Bilanz-Saldo
(Mrd. kWh) (+) = Exportüberschuss
+18,9 +32,7 +48,7 +52,5 +50,5 +48,3 +33,9 +32,2 +20,5 + 3,8

Stand: 27.09.2021, Quelle:bis 2010 BMWi-Zahlen, ab 2011: Wechsel zu Daten der Bundesnetzagentur (BNetzA). Diese Statistiken weichen nach dem Wechsel zu den Daten der Bundesnetzagentur zum Teil erheblich von den früheren BMWi-Daten ab.

1 = inkl. Klär- und Deponiegas, 2 = Rundungsdifferenzen möglich, (+) = Export-Überschuss, (-) = Unterdeckung

 

 

 


2. Stromerzeugungskapazitäten in Deutschland

Die Kapazitäten zur Stromerzeugung in Deutschland wurden seit 2010 v.a. gestützt durch neue Windenergie- und Photovoltaikanlagen kontinuierlich ausgebaut. Auch auf dem Kohlesektor ist zunäüchst ein Anstieg der Kapazitäten trotz Anlagenstilllegungen bis 2015 zu verzeichnen. . Im Gegensatz dazu hat sich die Leistung von Kernkraftwerken bedingt durch den Ausstiegsbeschluss der Bundesregierung und die daraus resultierenden Außerbetriebnahmen seit dem Jahr 2010 bis 2015 fast halbiert. 

Brutto-Kapazitäten (in 1.000 MW)

2020 2019 2018 2017 2016 2015
2014
2013
2012
2011
2010
Steinkohlen 23,7 22,7 23,8 24,0 27,4  28,7 26,2 26,0 25,2 25,7 30,3
Braunkohlen 20,3 20,9 20,9 20,9 21,3  21,4 20,8 21,0 21,0 19,8 22,7
Heizöl 4,4 4,4 4,4 4,4 4,6  4,2 4,2 4,1 4,1 4,3 5,9
Gase 30,5 30,1 30,1 29,8 29,4  28,4 29,0 28,4 27,4 27,2 23,8
Kernenergie 8,1 9,5 9,5 10,8 10,8  10,8 12,1 12,1 12,1 12,1 21,5
Wasser 14,7 14,7 14,7 14,3 14,9  14,9 14,8 14,7 14,5 14,5 10,4
Windenergie 61,5 60,7 58,7 55,6 49,4  44,6 38,6 33,5 30,8 28,8 26,9
Photovoltaik 51,5 49,1 45,2 42,3 40,7  39,2 37,9 36,7 33,0 25,4 18,0
Geothermie 0,047 0,047 0j,042 0,038 0,038  0,034 0,033 0,03 0,019 0,008 0,008
Biomasse 10,9 10,8 10,5 10,0 9,7  9,5 9,2 9,0 8,3 8,0 5,5
Sonstige 3,3 3,3 3,3 3,3 3,3  3,2 3,2 3,1 3,2 3,2 6,2
Batteriespeicher 0,3 0,2 0,2                
Gesamt 229,2 226,4 221,3 215,3 211,6 204,9 196,1 188,5 179,7 169,0 171,0


Stand: 27.09..2021

Daten: bis 2010 BMWi-Zahlen, ab 2011: Wechsel zu Daten der Bundesnetzagentur (BNetzA). Diese Statistiken weichen nach dem Wechsel zu den Daten der Bundesnetzagentur zum Teil erheblich von den früheren BMWi-Daten ab.


3. Strompreise

Die Börsenstrompreise am Spot- und Terminmarkt sind in Deutschland in den letzten Jahren stark gefallen. Am Terminmarkt haben die monatlichen Durchschnittspreise für das Lieferjahr 2017 im Februar 2016 mit 2,17 Cent / kWh den niedrigsten Wert sei dem Jahr 2007 erreicht. Seitdem sind die Strompreise wieder gestiegen:

Terminmarkt: Am Terminmarkt können sich die Großkunden bereits heute zu den aktuell gültigen Preisen mit Strom eindecken, der erst in den nächsten Jahren geliefert wird. In der nachfolgenden Tabelle sind die mittleren Preise für die Lieferung von Strom (hier: Grundlaststrom)  aufgeführt. Trotz der bekannten Stilllegung aller deutschen Atomkraftwerke bis 2022 signalisieren die Strompreise zur Stromlieferung im Jahr 2023 keine signifikante Änderung, d.h. die Marktteilnehmer erwarten derzeit keinen Stromengpass in Deutschland trotz der AKW-Abschaltungen.

Spotmarkt: Am Spotmarkt werden im Unterschied zum Terminmarkt tagesaktuelle Stromliefer-Kontrakte gehandelt. Großhandels-Stromkunden können sich mit Strom-Kontingenten für den selben Tag oder für den nächsten Tag (day ahead) eindecken. Am Spotmarkt wird auch der EEG-Ökostrom zwangsweise verkauft.

Terminmarkt: Börsen-Strompreise - Monatsmittelwerte Grundlast bis 2023 (Cent/kWh) *

Lieferjahr

Jan
2022
Nov
2019
Okt
2019
Sep
2019
Aug
2019
Jul
2019
Jun
2019
Mai
2019
Apr
2019
Mrz
2019
Feb
2019
Jan
2019
Dez
2018
2023 14,25 5,04 5,12 5,23 5,24 5,34 5,02 4,95 4,94 4,76 4,81 4,86 4,81
2024 10,65 - - - - - - - - - - - -
2025 9,65 - - - - - - - - - - - -
2026 9,28 - - - - - - - - - - - -

*: vorläufig
Daten: EEX

Spotmarkt: Börsen-Strompreise - Monatsmittelwerte Day ahead (Cent/kWh) *

Spotmarkt

Mai
2022
Apr
2022
Mrz
2022
Feb
2022
Jan
2022
Dez
2021
Nov
2021
Okt
2021
Sep
2021
Aug
2021
Jul
2021
Deutschland 17,75 16,57 25,20 12,88 16,77 22,11 17,62 13,95 12,84 8,27 8,14
Frankreich 19,74 23,31 29,52 18,56 21,14 27,47 21,71 17,25 13,53 7,73 7,84
Schweiz 19,71 22,75 30,61 20,86 21,94 28,23 22,69 19,83 13,80 8,26 8,10
Österreich 18,45 18,62 28,29 16,78 18,90 25,01 20,62 16,98 13,47 8,28 8,37
Niederlande 18,14 19,52 26,12 16,84 18,91 23,78 18,63 16,37 13,64 8,66 8,26
Polen 14,05 12,42 14,14 11,68 14,39 17,95 11,77 10,32 10,23 8,23 8,24

*: vorläufig
Daten: EEX

Die Strompreise an der Börse sind seit 2008 gesunken, in der Spitze um rd. 75 Prozent. Im Jahr 2008 notierten die Börsen-Strompreise bei über 8 ct/kWh, im Jahr 2016 wurde der Tiefpunkt mit rd. 2 ct/kWh erreicht. Ursache: Der Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland hat zu einem gewaltigen Stromüberangebot und in der Folge zu diesem Preisrückgang geführt. Von den Preisrückgängen profitieren die (energieintensiven) Industrieunternehmen, die den Strom günstig einkaufen können und wegen der staatlich festgelegten Industriebefreiung größtenteils oder ganz von der EEG-Umlage oder den Netzentgelten befreit sind. Verlierer sind die großen Stromerzeuger, die deutlich weniger mit ihren Kraftwerken verdienen als vor 10 Jahren (s. Aktienkursverlauf der Versorger). Weitgehend neutral ist die Situation für die privaten Stromverbraucher. Ohne den Ausbau der erneuerbaren Energien bzw. ohne EEG-Umlage wären die Börsen-Strompreise, d.h. die Beschaffungskosten, nicht gesunken. Steigen die Börsenstrompreise, sinkt auf der anderen Seite die EEG-Umlage.   

Spotmarkt (2008 - 2022)

© IWR 2022, Daten: Netzbetreiber
Quelle: IWR, Daten: EEX, EPEXSpot, eigene Berechnung


Börsenpreis am Terminmarkt der EEX von 2008 - 2019

Aktuell: Jahresfuture 2023

© IWR 2022, Daten: EEX

 

In der nacholgenden Grafik sind die von der Bundesnetzagentur bzw. vom Bundeskartellamt veröffentlichten Strompreise für die Haushalte (3.500 kWh Jahresverbrauch) dargestellt. Ein erster großer Preisschub erfolgte bis 2010 auch ohne einen nennenswerten Ausbau der erneuerbaren Energien. Seit 2013 sind die Strompreise weitgehend konstant geblieben.   


Entwicklung der Strompreise Haushalte / Verbraucher

Über alle Tarife mengengewichteter Elektrizitätspreis für Haushaltskunden
für den Abnahmefall 3.500 kWh im Jahr
(Daten: Bundesnetzagentur, Bundeskartellamt)

 

Strompreis Haushalte (2006 - 2018)

© IWR 2022, Daten: Bundesnetzagentur

Das Funktionsprinzip der EEG-Umlage wird in den Medien kaum transparent und vollumfänglich dargestellt. Beispiel: Ein Betreiber einer regenerativen Anlage erhält eine Vergütung von 8 ct/kWh. Der EEG-Ökostrom muss an der Strombörse laut Gesetz zwangsverkauft werden. Erhält der Betreiber an der Strombörse 6 ct/kWh als Verkaufserlös, dann ist die Differenz (hier: 2 ct/kWh) die EEG-Umlage. Fällt der Börsenstrompreis auf 2 ct/kWh, dann beträgt die Differenz zu den 8 ct/kWh Vergütungszahlung in diesem Fall 6 ct/kWh als EEG-Umlage. Das Geld wird auf dem EEG-Konto der Netzbetreiber verwaltet. Entscheidend ist somit für den Verbraucher-Strompreis die Summe aus Börsenstrompreis und EEG-Umlage (s. Grafik).  

EEG-Umlage (2004 - 2022)

© IWR 2022, Daten: Netzbetreiber

Börsen-Strompreis Lieferjahr + EEG-Umlage (2009 - 2022)

© IWR 2022, Daten: Netzbetreiber, EEX


Links
Infos zu Energiestatistiken

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2. EEG 2000 - 2016: Photovoltaik | Windenergie an Land | Offshore Windenergie | Bioenergie
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