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Strommarkt Statistik

1. Stromerzeugung in Deutschland

Mit 666 Mrd. kWh hat die Stromerzeugung in Deutschland nach BMWi-Angaben 2018 den höchsten Wert seit 1990 erreicht. Den größten Beitrag zum Stromaufkommen liefern mit geringem Vorsprung die Stein- und Braunkohle, die zusammen auf etwa 230 Mrd. kWh kommen. An zweiter Stelle liegen die regenerativen Energien. Ihr Beitrag zur Stromerzeugung steigt 2018 über alle Energieträger betrachtet auf etwa 229 Mrd. kWh an, was einem Anteil von 34 Prozent an der gesamten Stromproduktion in Deutschland entspricht. Der größte Beitrag zum regenerativen Stromaufkommen geht von der Windenergie aus. Bedingt durch den Zubau auf dem Onshore- und Offshore-Windenergiesektor erreicht die Stromerzeugung aus Wind im Jahr 2018 etwa 113 Mrd. kWh.

Bruttostromerzeugung, Stromverbrauch sowie Import und Export

Stromerzeugung (Mrd. kWh)

2018* 2017 2016 2015
2014
2013
2012
2011
Steinkohle 83,0 93,6 112,2 117,7 118,6 127,3 116,4 112,4
Braunkohle 146,0 148,4 149,5 154,5 155,8 160,9 160,7 150,1
Mineralöl 5,2  5,6 5,8 6,2 5,7 7,2 7,6 7,2
Erdgas 83,0  86,7 81,3 62,0 61,1 67,5 76,4 86,1
Kernenergie 76,1  76,3 84,6 91,8 97,1 97,3 99,5 108,0
Erneuerbare Energien 228,5  216,1 189,8 188,5 162,4 152,4 143,5 123,8
     Windenergie 113,3  105,6 80,2 80,5 58,5 52,9 51,7 49,7
     Biomasse 1 45,7  45,0 45,0 44,6 42,2 40,1 38,4 32,1
     Photovoltaik 46,3  39,4 38,1 38,7 36,1 31,0 26,4 19,6
     Wasserkraft 16,9  20,2 20,5 19,0 19,6 23,0 22,1 17,7
     Müll 6,3  6,0 5,9 5,8 6,1 5,4 5,0 4,8
Sonstige 26,9  27,0 27,5 27,4 27,0 26,2 25,5 25,4
Stromerzeugung Gesamt 2
665,6  653,7 650,7  648,1 627,8 638,9 629,7 612,9
                 
Stromverbrauch (Mrd. kWh)
589,9 598,7 597,0 596,3 592,2 605,1 606,6 606,6
                 
Strom Export/Import (Mrd. kWh)
               
     Importe n.b.  28,4 27,0   33,6   38,9   38,4   44,2   49,7
     Exporte n.b.  83,4 80,7   85,4   74,5   72,2   67,3   56,0
Bilanz-Saldo (Mrd. kWh)
+50,0  +55,0 +53,7 +51,8 +35,6 + 33,8 + 23,1 + 6,3

2018*: vorläufig

1 = inkl. Klär- und Deponiegas, 2 = Rundungsdifferenzen möglich, (+) = Export-Überschuss, (-) = Unterdeckung
Daten: BMWi (Dtenstand: 22.01.2019), Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (Datenstand: 06.03.2019)
Hinweis: Die obigen Daten zur Bruttostromerzeugung basieren auf der BMWi-Statistik "Zahlen und Fakten Enegiedaten - Nationale und internationale Entwicklung". Es gibt mit der "Zeitreihen zur Entwicklung der erneuerbaren Energien in Deutschland" eine weitere statistische Publikation des BMWi. Dabei kann es im Bereich der erneuerbaren Energien zu Abweichungen zwischen den Statistiken kommen. (Bearbeitungsstand: 21. Mai 2019)

 

Während die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien in Deutschland stetig ansteigt und mit 2017 Mrd. kWh im Jahr 2017 einen neuen Höchststand erreicht, sinkt der Strom-Beitrag aus Atomkraftwerken auf zuletzt noch 76 Mrd. kWh. Im Spitzenjahr 2001 wurden noch 171,3 Mrd. kWh Strom in deutschen Atomkraftwerken erzeugt. Energiewende: Im Kern basiert die Energiewende in Deutschland derzeit auf dem Ersatz von Atomstrom durch erneuerbare Energien. Eine zeitnahe, signifikante Minderung der energiebedingten CO2-Emissionen erscheint vor diesem Hintergrund unwahrscheinlich. Die Beiträge zur CO2-Minderung müsste aus dem Wärmesektor und Treibgstoffsekor kommen, um die geplanten Minderungsziele der Bundesregierung zu erreichen.  

 


2. Stromerzeugungskapazitäten in Deutschland

Die Kapazitäten zur Stromerzeugung in Deutschland wurden seit 2010 v.a. gestützt durch neue Windenergie- und Photovoltaikanlagen kontinuierlich ausgebaut. Auch auf dem Kohlesektor ist ein Anstieg der Kapazitäten trotz Anlagenstilllegungen zu verzeichnen. So sind die Stein- und Braunkohle-Kraftwerkskapazitäten in Deutschland von 2010 mit 52.900 MW auf zuletzt 56.600 MW (2015) gestiegen. Zwar werden kleinere, alte Kohlekraftwerke abgeschaltet, die neuen, teils riesigen Ersatz-Kohlekraftwerke haben jedoch als Einzelanlage oft die drei bis vierfache Leistung der abzuschaltenden Altanlagen. Im Gegensatz dazu hat sich die Leistung von Kernkraftwerken bedingt durch den Ausstiegsbeschluss der Bundesregierung und die daraus resultierenden Außerbetriebnahmen seit dem Jahr 2010 bis 2015 fast halbiert. 

Kapazitäten (in 1.000 MW) 1

2015
2014
2013
2012
2011
2010
Steinkohlen  33,3 34,4 29,2 29,8 30,2 30,2
Braunkohlen  23,3 23,3 23,1 24,2 24,9 22,7
Heizöl  2,5 2,9 2,9 4,2 6,4 5,9
Gase  27,1 26,9 26,7 26,4 23,9 23,8
Kernenergie  11,4 12,7 12,7 12,7 12,7 21,5
Wasser  10,3 10,3 10,3 10,4 10,6 10,4
Windenergie  44,5 38,6 33,5 31,0 28,7 26,9
Photovoltaik  39,4 37,9 36,7 34,1 25,9 18,0
Geothermie  0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Biomasse  7,4 7,3 7,0 6,8 6,4 5,5
Sonstige  8,6 7,7 7,6 6,6 6,4 6,2
Gesamt  207,8 202,4 189,8 186,1 176,0 171,0


1 = Aktuellere Daten zu den Stromerzeugungskapazitäten wurden vom BMWi noch nicht veröffentlicht, Stand: Mai 2018

Daten: BMWi, Stat. Bundesamt, AGEE-Stat


3. Strompreise

Die Börsenstrompreise am Spot- und Terminmarkt sind in Deutschland in den letzten Jahren stark gefallen. Am Terminmarkt haben die monatlichen Durchschnittspreise für das Lieferjahr 2017 im Februar 2016 mit 2,17 Cent / kWh den niedrigsten Wert sei dem Jahr 2007 erreicht. Seitdem sind die Strompreise wieder gestiegen:
Terminmarkt: Am Terminmarkt können sich die Großkunden bereits heute zu den aktuell gültigen Preisen mit Strom eindecken, der erst in den nächsten Jahren geliefert wird. In der nachfolgenden Tabelle sind die mittleren Preise für die Lieferung von Strom (hier: Grundlaststrom)  aufgeführt. Trotz der bekannten Stilllegung aller deutschen Atomkraftwerke bis 2022 signalisieren die Strompreise zur Stromlieferung im Jahr 2023 keine signifikante Änderung, d.h. die Marktteilnehmer erwarten derzeit keinen Stromengpass in Deutschland.
Spotmarkt: Am Sportmarkt werden im Unterschied zum Terminmarkt tagesaktuelle Stromliefer-Kontrakte gehandelt. Großhandels-Stromkunden können sich mit Strom-Kontingenten für den selben Tag oder für den nächsten Tag (day ahead) eindecken. Am Spotmarkt wird auch der EEG-Strom zwangsweise verkauft. Grundsätzlich gilt: Je höher die Spotmarktpreise an der Strombörse, umso niedriger fällt die EEG-Umlage aus.  

Terminmarkt: Börsen-Strompreise - Monatsmittelwerte Grundlast bis 2023 (Cent/kWh) *

Lieferjahr

Aug
2019
Jul
2019
Jun
2019
Mai
2019
Apr
2019
Mrz
2019
Feb
2019
Jan
2019
Dez
2018
Nov
2018
Okt
2018
2020 4,92 5,13 4,78 4,88 4,96 4,72 4,71 4,96 5,06 4,85 5,05
2021 4,89 5,05 4,71 4,73 4,80 4,53 4,52 4,74 4,78 4,68 4,85
2022 5,00 5,16 4,85 4,81 4,83 4,58 4,61 4,76 4,70 4,75 4,97
2023 5,24 5,34 5,02 4,95 4,94 4,76 4,81 4,86 4,81 4,86 5,02

*: vorläufig
Daten: EEX

Börsenpreis am Terminmarkt der EEX von 2008 - 2019

Aktuell: Jahresfuture 2020

© IWR 2019, Daten: EEX

Spotmarkt: Börsen-Strompreise - Monatsmittelwerte Day ahead (Cent/kWh) *

Sportmarkt

Aug
2019
Jul
2019
Jun
2019
Mai
2019
Apr
2019
Mrz
2019
Feb
2019
Jan
2019
Dez
2018
Nov
2018
Okt
2018
Frankreich 3,34 3,77 2,93 3,72 3,81 3,39 4,66 6,12 5,49 6,78 6,56
Schweiz 3,39 3,79 3,19 3,81 3,87 3,58 4,88 6,23 5,77 6,52 7,30
Deutschland 3,68 3,97 3,25 3,78 3,70 3,06 4,28 4,94 4,81 5,67 5,31
Österreich 3,77 4,01 3,46 3,79 3,77 3,31 4,60 5,60 5,64 6,18 6,17

*: vorläufig
Daten: EEX

Spotmarkt (2008 - 2019)

© IWR 2019, Daten: Netzbetreiber
Quelle: IWR, Daten: EEX, EPEXSpot, eigene Berechnung


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