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Meilenstein im Offshore-Windpark Thor: RWE installiert Turbine mit CO2-reduziertem Tower und recycelbaren Rotorblättern

© RWE/Niklas Marc Heinecke© RWE/Niklas Marc Heinecke

Essen - Grüner Stahl gilt als wichtiger Baustein für die Dekarbonisierung der energieintensiven Industrie. Im Offshore-Windpark Thor vor der dänischen Küste hat RWE die erste Windkraftanlage mit einem CO2-reduzierten Stahlturm sowie recycelbaren Rotorblättern installiert.

Die Errichtung des Offshore-Windparks Thor von RWE mit einer Leistung von 1.100 MW verläuft bislang planmäßig, die Installation der Turbinen ist bereits angelaufen. Nach der Fertigstellung im Jahr 2027 soll Thor mehr als eine Million dänische Haushalte mit Strom versorgen können. Der Offshore-Windpark Thor ist ein Gemeinschaftsprojekt zwischen RWE (51 %) und Norges Bank Investment Management (49 %). RWE ist für Bau und Betrieb über den gesamten Lebenszyklus von Thor verantwortlich.

CO2-reduzierter Stahl und Recyclingtechnologie im Fokus
Ein zentraler technologischer Bestandteil des Offshore-Windparks Thor ist der Einsatz der GreenerTower-Stahltürme von Siemens Gamesa. Diese bestehen aus Stahl, dessen Produktion nach Angaben von RWE mindestens 63 Prozent weniger CO2-Emissionen verursacht als konventionell hergestellter Stahl. Möglich wird dies unter anderem durch den Einsatz von Ökostrom in der Stahlproduktion sowie recyceltem Stahlschrott. Die Hälfte der 72 Siemens-Gamesa Turbinen mit einer Leistung von bis zu 15 MW soll mit den CO2-reduzierten Stahltürmen ausgestattet werden. Mit der Installation der ersten Windkraftanlage im Offshore-Windpark Thor mit einem CO2-reduzierten Stahlturm hat RWE einen wichtigen Meilenstein erreicht.

„Offshore-Windenergie hat bereits einen der niedrigsten Lebenszyklus-CO2-Fußabdrücke aller Stromerzeugungstechnologien. Durch den Einsatz von Türmen aus umweltfreundlicher produziertem Stahl und recycelbaren Rotorblättern reduzieren wir den CO2-Fußabdruck weiter“, sagte Sven Utermöhlen, Chief Executive Officer RWE Offshore Wind.

Auch bei den Rotorblättern setzt das Projekt neue Maßstäbe im Sinne der Kreislaufwirtschaft. Insgesamt 40 der 72 Anlagen werden mit 120 recycelbaren Rotorblättern ausgestattet. Diese basieren auf einem speziellen Harzsystem, das eine spätere Trennung und Wiederverwertung der Verbundmaterialien ermöglichen soll. Dadurch können die Materialien nach ihrem Lebensende unter anderem in der Automobil- und Konsumgüterindustrie weiterverwendet werden.

Siemens-Gamesa-Manager Marc Becker erklärte dazu: „RecyclableBlade ist darauf ausgelegt, Verbundmaterialien zurückzugewinnen und zu recyceln und damit eine wachsende Herausforderung am Lebensende von Rotorblättern zu adressieren.“

RWE setzt die Technologie bereits in weiteren Offshore-Projekten ein, darunter im Offshore-Windpark Kaskasi in Deutschland und Sofia im Vereinigten Königreich.

Projekt on track: Erste Turbinen haben bereits Strom eingespeist
Beim Bau des Gesamtprojektes ist RWE nach eigenen Angaben im Plan. Bereits im vergangenen Jahr wurden die Offshore-Umspannstation sowie sämtliche Fundamente installiert. Die Montage der Turbinen ist derzeit im Gange. Erste Anlagen haben bereits Strom in das dänische Netz eingespeist.

Wenn Thor im Jahr 2027 vollständig in Betrieb ist, soll der Windpark genügend grünen Strom erzeugen, um rechnerisch mehr als eine Million dänische Haushalte zu versorgen. Der Betriebs- und Wartungsplan des Windparks sieht die Schaffung von 50 bis 60 lokalen Arbeitsplätzen in einem neuen RWE-Servicegebäude vor, das im März offiziell im Hafen von Thorsminde eröffnet wurde.

RWE betreibt weltweit bereits 18 Offshore-Windparks, darunter Rødsand 2, der südlich der dänischen Insel Lolland liegt. Zusätzlich zu Thor in Dänemark baut das Unternehmen derzeit drei große Offshore-Windparks: den Offshore-Windpark Sofia (1,4 GW) im Vereinigten Königreich, das Nordseecluster (1,6 GW, RWE-Anteil: 51 %) vor der deutschen Küste sowie OranjeWind (795 MW, RWE-Anteil: 50 %) in den Niederlanden.

© IWR, 2026


10.04.2026

 



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