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Steag legt Steinkohle-Kraftwerke still

Essen – Die Steag GmbH lässt der Ankündigung nun Taten folgen: der Essener Betreiber von Steinkohle-Kraftwerken hat die Stilllegung von fünf Kohle-Kraftwerksblöcken nun verbindlich angemeldet.

Die Steag will fünf Steinkohle-Kraftwerksblöcke in Nordrhein-Westfalen sowie im Saarland abschalten, weil sie nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden können. Die geplante Stilllegung hat das Unternehmen nun bei der Bundesnetzagentur angemeldet.

2.500 Megawatt Steinkohle-Kapazität werden 2017 abgeschaltet

Wie die Steag GmbH, hinter der verschiedene Stadtwerke aus dem Ruhrgebiet stehen, mitteilt, führe das politisch veränderte Marktumfeld und das anhaltend niedrige Strompreisniveau zu einer zunehmenden Unwirtschaftlichkeit vieler konventioneller Großkraftwerke in Deutschland. Bereits Anfang September 2016 hatte Steag die Stilllegung einiger Blöcke sowie den damit einhergehenden erheblichen Personalabbau angekündigt. Nun schafft der Kraftwerks-Betreiber mit der offiziellen Stilllegungsanzeige Fakten. Von den fünf Blöcken stehen drei in NRW und zwei im Saarland. Der Konzern wird damit rund 40 Prozent oder rund 2.500 Megawatt (MW) seiner installierten Steinkohle-Kapazität in Deutschland stilllegen.

Durch Abschaltung fallen 5 bis 10 Milliarden Kilowattstunden Kohlestrom jährlich weg

Vorzeitig den Kraftwerks-Betrieb beenden sollen im Laufe des Jahres 2017 die Kraftwerksblöcke West 1 und 2 in Voerde (je 350 MW, Inbetriebnahme 1970/71) und Herne 3 (300 MW, Inbetriebnahme 1966) in Nordrhein-Westfalen sowie Weiher (724 MW, Inbetriebnahme 1976) und Bexbach (780 MW, Inbetriebnahme 1983) im Saarland. Während die Kraftwerkblöcke in NRW zur endgültigen Abschaltung angemeldet wurden, erfolgte bei den genannten Blöcken im Saarland eine Anmeldung zur vorläufigen Abschaltung, so ein Sprecher der Steag gegenüber IWR Online. Die Jahres-Strommenge der fünf Kraftwerksblöcke, die zukünftig wegfällt, dürfte sich je nach Auslastung in etwa zwischen 5 und 10 Milliarden Kilowattstunden bewegen.

Reaktion auf national und international verändertes Energiemarktumfeld

Die Bundesnetzagentur muss jetzt nach Rücksprache mit dem Übertragungsnetzbetreiber entscheiden, inwieweit Netzrelevanz besteht oder ob die angemeldeten Kraftwerksblöcke außer Betrieb genommen werden können. Die Steag GmbH habe den Kraftwerkspark nach eigener Darstellung durch frühzeitige Optimierungen der Kosten- und Erlösstruktur lange im Markt halten können. Nun trage das Unternehmen mit der Entscheidung der drastisch verschlechterten Marktumgebung Rechnung. „Das ist ein harter und trauriger Schritt, aber unumgänglich, um die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Steag zu erhalten“, erläutert Joachim Rumstadt, Vorsitzender der Geschäftsführung der Steag GmbH. „Mit unserem Programm Steag 2022 reagieren wir auf das national wie international veränderte Energiemarktumfeld. Steag wird durch Erhöhung der Effizienz und Portfoliomaßnahmen verbunden mit Wachstumsprojekten das Ergebnis verbessern und damit Freiräume für weitere Investitionen schaffen.“

Viele hundert Arbeitsplätze gehen verloren

„In Folge der Stilllegungen werden im Steag-Konzern viele hundert Arbeitsplätze verloren gehen“, so der Steag-Konzernbetriebsratsvorsitzende Ralf Melis. „Wir haben gemeinsam mit der Geschäftsführung der Steag und der IGBCE bereits einen Konzernsozialplan und Rahmeninteressenausgleich erarbeitet mit dem Ziel, den Stellenabbau sozialverträglich und ohne betriebsbedingte Kündigungen zu vollziehen.

© IWR, 2016

03.11.2016

 



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