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Offshore-Windenergie: Amprion beim Netzausbau schneller als geplant

© Amprion / Lutz Kampert© Amprion / Lutz Kampert

Dortmund - Die Planungen für die Anbindung von Offshore-Windparks an die Offshore-Netzanbindungssysteme Dolwin4 und Borwin4 kommen in Niedersachsen schneller voran als geplant. Das in den meisten Fällen durchzuführende Raumordnungsverfahren ist bei den beiden Vorhaben nicht erforderlich.

Für die beiden geplanten Offshore-Netzanbindungssysteme Dolwin4 und Borwin4 verzichten die zuständigen Genehmigungsbehörden auf ein Raumordnungsverfahren im Abschnitt zwischen dem Anlandungspunkt Hilgenriedersiel und Emden. Der Dortmunder Übertragungsnetzbetreiber Amprion kann nun mit der Vorbereitung des Planfeststellungsverfahrens beginnen.

Verzicht auf Raumordnungsverfahren für 43 km langen Trassenkorridor in Niedersachsen möglich
Die beiden Offshore-Netzanbindungssysteme Dolwin4 und Borwin4 gehören zu den wichtigen Energiewende-Projekten in Deutschland. Sie sollen in den Jahren 2028 und 2029 in Betrieb gehen und werden in Lingen in Niedersachsen an das Übertragungsnetz von Amprion angeschlossen. Dafür unterqueren sie die Insel Norderney und erreichen im Bereich Hilgenriedersiel (Gemeinde Hagermarsch) die Küste. Von dort aus muss Amprion noch etwa 150 bis 170 Kilometer Erdkabel bis zur Umspannanlage Hanekenfähr in Lingen verlegen. Dolwin4 und Borwin4 sollen auf dem landseitigen Abschnitt parallel verlaufen. Für den etwa 43 Kilometer langen Genehmigungsabschnitt zwischen Hilgenriedersiel und dem Raum Emden haben der Landkreis Aurich und die kreisfreie Stadt Emden nun bekannt gegeben, dass sie auf die Durchführung eines Raumordnungsverfahrens verzichten. Möglich ist das, weil das Regionale Raumordnungsprogramm (RROP) des Landkreises Aurich bereits Korridore für Kabeltrassen enthält, die sich für eine Verlegung von Dolwin4 und Borwin4 eignen.

Amprion kann früher mit Vorbereitung des Planfeststellungsverfahrens beginnen
Insgesamt drei Trassenkorridore aus dem RROP führen von Hilgenriedersiel in Richtung Süden. Eine Machbarkeitsstudie hat ergeben, dass Amprion die beiden Offshore-Systeme im westlichsten dieser Trassenkorridore realisieren kann. Er führt zwischen Norden und Lütetsburg durch und verläuft westlich an Osteel, Marienhafe und Upgant-Schott vorbei. Ab Loppersum ist der Korridor parallel zur B210 angelegt und endet im Bereich des Uphuser Meers. Hier liegt der nördliche Startpunkt eines weiteren Erdkabelprojekts von Amprion: der Gleichstromverbindung A-Nord. Von hier aus plant der Übertragungsnetzbetreiber eine Bündelung der Offshore-Systeme mit A-Nord. Durch die Bündelung sollen der Eingriff in die Landschaft und die Kosten minimiert werden.

Da das Raumordnungsverfahren entfällt, kann Amprion früher als geplant mit der Vorbereitung des Planfeststellungsverfahrens beginnen. 2022 will das Dortmunder Unternehmen die notwendigen Antragsunterlagen einreichen und in das Genehmigungsverfahren starten. „Wir werden voraussichtlich im Sommer dieses Jahres erste Dialogangebote für potenziell berührte Grundstückseigentümer schaffen, um über die Offshore-Projekte und das weitere Vorgehen zu informieren sowie Beteiligungsmöglichkeiten anzubieten“, so Projektsprecher Stefan Sennekamp.


© IWR, 2020


17.03.2020

 



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