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Wind- und Solar-Projektierer unter Wettbewerbsdruck - PNE senkt Ergebnisprognose für 2026 deutlich

© PNE© PNE

Cuxhaven - Der Wind- und Solarparkentwickler PNE AG hat seine Ergebnisprognose für 2026 deutlich gesenkt. Das Unternehmen erwartet nun ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 60 bis 75 Mio. Euro statt bisher 90 bis 120 Mio. Euro. Gründe sind verschobene Projektverkäufe, ein schwieriges Branchenumfeld und die Entscheidung, weitere Windparks im Eigenbestand zu halten.

Projektentwickler für Wind- und Solarenergie stehen in Deutschland unter hohem Wettbewerbsdruck. Sinkende Zuschlagswerte bei Windenergie-Ausschreibungen und intensiver Wettbewerb bei großen Solarparks prägen den Markt. Zusätzliche Unsicherheiten ergeben sich aus der geplanten EEG-Novelle 2027 und möglichen Änderungen der Netzanschlussregeln, deren Ausgestaltung noch offen ist.

PNE senkt Ergebnisprognosen deutlich - Projektverkäufe verschieben sich
Die Prognosekorrektur folgt zwei Monate nach der Bestätigung der Jahresziele im August. Beim EBITDA senkt PNE die Erwartung von 90 bis 120 auf 60 bis 75 Mio. Euro, beim normalisierten EBITDA von 110 bis 140 auf 65 bis 80 Mio. Euro. Gemessen an den Mittelpunkten der Prognosespannen entspricht das Rückgängen von rund 36 Prozent beim EBITDA und rund 42 Prozent beim normalisierten EBITDA.

PNE nennt längere Verkaufsprozesse, Verzögerungen bei einzelnen Genehmigungen und die Neubewertung geplanter Projektveräußerungen. Ein Teil der für 2026 erwarteten Ergebnisbeiträge soll erst 2027 wirksam werden. Zudem will PNE einige ursprünglich zum Verkauf vorgesehene Windparks im Eigenbestand halten.

2025 erzielte PNE ein EBITDA von 55,3 Mio. Euro und ein normalisiertes EBITDA von 87,0 Mio. Euro. Die neue EBITDA-Prognose liegt damit über dem Vorjahreswert, die normalisierte Prognose darunter. Das berichtete Ergebnis 2025 war allerdings durch erhebliche Sonderbelastungen gedrückt.

Die PNE-Aktie reagierte mit deutlichen Verlusten. Am Mittwochvormittag (14.10.2026) notierte sie um 10:46 Uhr bei 5,77 Euro und damit 8,7 Prozent unter dem Vortagesniveau (Börse Stuttgart).

Projektgeschäft: PNE verkauft 361 MW und erhält weitere Genehmigungen
Im Projektgeschäft meldet PNE Fortschritte. In Deutschland, Polen und Frankreich hat das Unternehmen 2026 bislang elf Projekte mit rund 361 MW verkauft. Zur Jahresmitte waren es acht Projekte mit 163,2 MW.

Zudem erhielt PNE Genehmigungen für zehn Windenergieprojekte in Deutschland mit rund 374 MW und drei Windparks im Ausland mit rund 290 MW. Hinzu kommen 13 Solarprojekte auf internationalen Märkten mit rund 335 MWp.

Die Genehmigungen schaffen Voraussetzungen für weitere Projektverkäufe und Inbetriebnahmen. Wann daraus Ergebnisbeiträge entstehen, hängt von Umsetzung und Vermarktung ab.

„Das bislang gut verlaufene operative Jahr 2026 wird sich aufgrund der zeitlichen Verschiebungen nicht in vollem Umfang im Ergebnis widerspiegeln“, erklärt PNE-Vorstandschef Heiko Wuttke.

Eigenbestand und Eigentümerfrage: PNE hält weitere Windparks zurück
Mit der Entscheidung, weitere Windparks zu behalten, setzt PNE stärker auf laufende Stromerlöse statt auf kurzfristige Verkaufserträge. Ende Juni 2026 umfasste das Eigenbetriebsportfolio einschließlich des Holzheizkraftwerks Silbitz rund 484 MW. Im ersten Halbjahr erzeugten die Anlagen rund 408 GWh Strom. Die Zahl der zusätzlich gehaltenen Windparks bezifferte PNE nicht.

Im August 2026 informierte PNE zudem über einen strukturierten Prozess zum möglichen Verkauf von bis zu 100 Prozent der Unternehmensaktien. Aus dem Marktinteresse leitete PNE damals ab, dass die Preisvorstellungen potenzieller Käufer unter dem seinerzeitigen Börsenkurs liegen. Ob es zu einer Transaktion kommt, war zu diesem Zeitpunkt offen; weitere bestätigte Angaben zum Ergebnis des Prozesses liegen nicht vor.

Branchenumfeld: Wind-Zuschlagswerte sinken - EEG-Reform noch offen
Der Wettbewerbsdruck zeigt sich bei den Windenergie-Ausschreibungen. Im August 2026 standen 5.250 MW Gebotsvolumen einer Ausschreibungsmenge von 2.520 MW gegenüber. Der durchschnittliche Zuschlagswert sank auf 4,79 ct/kWh nach 5,06 ct/kWh in der Vorrunde.

Bei großen Solarparks blieb das Preisniveau im Jahresvergleich weitgehend stabil, ging zuletzt aber ebenfalls zurück. Der durchschnittliche Zuschlagswert lag im Juli 2026 bei 4,79 ct/kWh gegenüber 4,84 ct/kWh im Vorjahr und 4,94 ct/kWh in der Vorrunde.

Zusätzliche Unsicherheit entsteht durch die geplante EEG-Novelle 2027 und mögliche Änderungen der Netzanschlussregeln. Den EEG-Entwurf beschloss das Bundeskabinett am 29. Juli 2026. Die Bundesregierung strebt eine stärkere Marktorientierung der Förderung und eine engere Abstimmung des Erneuerbaren-Ausbaus mit den Netzkapazitäten an. Die endgültigen Regelungen hängen vom weiteren Gesetzgebungsverfahren ab.

Diese Entwicklungen verdeutlichen die wirtschaftlichen und politischen Herausforderungen für Projektentwickler in Deutschland. Für PNE sind zudem die Marktbedingungen in weiteren europäischen Ländern relevant.

PNE hatte bereits im März 2026 wegen politischer, wirtschaftlicher und regulatorischer Unsicherheiten vorerst auf längerfristige Ergebnisprognosen verzichtet. Durch verschobene Projektabschlüsse gewinnt 2027 zusätzlich an Bedeutung. Entscheidend wird sein, wann und in welchem Umfang PNE die erwarteten Ergebnisbeiträge realisieren kann.

© IWR, 2026


14.10.2026

 



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