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Windturbinenhersteller steigern Profitabilität: Nordex mit kräftigem Gewinnsprung im dritten Quartal 2026 - Konzerngewinn nahezu verdreifacht

© Nordex© Nordex

Hamburg - Der Windturbinenhersteller Nordex setzt seinen wirtschaftlichen Aufwärtstrend mit einem kräftigen Gewinnsprung im dritten Quartal 2026 fort. Der Konzerngewinn hat sich nahezu verdreifacht, während sich das operative Ergebnis mehr als verdoppelte.

Nach Jahren mit hohem Kostendruck und teilweise erheblichen Verlusten rückt bei europäischen Windturbinenherstellern die Profitabilität stärker in den Mittelpunkt. Entscheidend sind neben der Nachfrage die Erträge aus der Projektabwicklung und dem Servicegeschäft.

Nordex steigert Quartalsgewinn auf 147 Mio. Euro - Segmentmargen steigen
Nordex erzielte von Juli bis September 2026 einen Konzernumsatz von rund 2,2 Mrd. Euro. Das ist gegenüber dem Vorjahresquartal ein Plus von 28,2 Prozent. Das Konzernergebnis stieg von 51,7 auf 147,1 Mio. Euro. Das EBITDA erhöhte sich von 135,9 auf 278,2 Mio. Euro, die EBITDA-Marge von 8,0 auf 12,7 Prozent. Die wesentlichen Eckdaten zu Umsatz, EBITDA und Cashflow hatte Nordex bereits am 15. Oktober vorläufig veröffentlicht. Mit der aktuellen Quartalsmitteilung liegen nun auch die detaillierten Segmentergebnisse und weitere Finanzkennzahlen vor.

Auch auf EBIT-Basis verbesserte Nordex seine Profitabilität deutlich. Die EBIT-Marge des Konzerns stieg von 5,5 auf 10,7 Prozent. Im Projektgeschäft erhöhte sich die EBIT-Marge um 2,0 Prozentpunkte auf 13,1 Prozent. Das Servicegeschäft verzeichnete 8,1 Prozent Umsatzwachstum auf 237 Mio. Euro und erreichte eine EBIT-Marge von 20,6 Prozent. Damit übertraf der Servicebereich das Unternehmensziel von 20 Prozent.

Zur Ergebnisverbesserung trugen neben höheren Margen im Projekt- und Servicegeschäft geringere Belastungen durch Projektrisiken bei. Nach Nordex-Angaben sind zuvor einkalkulierte Risiken nicht im ursprünglich erwarteten Umfang eingetreten.

Im dritten Quartal 2026 installierte Nordex insgesamt 331 Windenergieanlagen mit einer Leistung von 2.021 MW. Im Vorjahresquartal waren es 420 Anlagen mit 2.576 MW. Der Rückgang der installierten Leistung um rund 22 Prozent ist nach Unternehmensangaben auf Verzögerungen auf Kundenseite, bei Transportgenehmigungen und in der Rotorblattfertigung in der Türkei zurückzuführen.

Auftragsbestand wächst auf 19,3 Mrd. Euro - Cashflow steigt
Der bereits im Oktober gemeldete Auftragseingang im Projektgeschäft erreichte 2.810 MW, 29,5 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Der durchschnittliche Verkaufspreis betrug 0,90 Mio. Euro je MW gegenüber 0,93 Mio. Euro im Vorjahr.

Zum 30. September erhöhte sich der Auftragsbestand auf 19,3 Mrd. Euro, nach 14,9 Mrd. Euro ein Jahr zuvor. Davon entfielen 12,2 Mrd. Euro auf Projekte und 7,1 Mrd. Euro auf den Servicebereich. Der freie Cashflow stieg von 149,0 auf 379,1 Mio. Euro. Die liquiden Mittel beliefen sich Ende September auf 2,33 Mrd. Euro, die Netto-Cash-Position erreichte rund 2,03 Mrd. Euro.

In den ersten neun Monaten 2026 erreichte Nordex eine EBITDA-Marge von 10,6 Prozent, nach 6,5 Prozent im Vorjahreszeitraum. Für 2026 erwartet Nordex nach der bereits am 15. Oktober angehobenen Prognose eine EBITDA-Marge von 11,5 bis 12,5 Prozent. Die Umsatzprognose bleibt bei 8,2 bis 9,0 Mrd. Euro.

Nordex-Aktie setzt Aufwärtstrend fort - Jefferies bestätigt Kaufempfehlung
Die Nordex-Aktie setzte am Donnerstagvormittag ihren Aufwärtstrend der laufenden Woche fort. An der Börse Stuttgart notierte sie gegen 10:46 Uhr bei 42,12 Euro, 2,18 Prozent über dem Vortagesschluss. Seit dem 30. Oktober legte sie damit rund 12 Prozent zu. Jefferies bestätigte nach den Quartalszahlen seine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 63 Euro. Analyst Constantin Hesse sieht die endgültigen Ergebnisse als Bestätigung der bereits im Oktober veröffentlichten Eckdaten.

Europäische Windturbinenhersteller verbessern ihre Profitabilität
Nach Jahren mit hohem Kostendruck und teilweise erheblichen Verlusten haben neben Nordex auch Vestas und Siemens Gamesa ihre Ergebnisse im Jahresverlauf 2026 deutlich verbessert.

Vestas steigerte seine EBIT-Marge vor Sondereffekten im zweiten Quartal von 1,5 auf 9,4 Prozent und hob die Jahresprognose für diese Marge von 6 bis 8 auf 7 bis 9 Prozent an.

Siemens Gamesa, die Windenergiesparte von Siemens Energy, erzielte von April bis Juni 2026 erstmals seit dem Geschäftsjahr 2022 wieder ein positives Quartalsergebnis. Nach einem Vorjahresverlust von 438 Mio. Euro erreichte das Ergebnis vor Sondereffekten 75 Mio. Euro. Die Marge stieg von minus 17,5 auf plus 2,7 Prozent.

Ein direkter Vergleich der Margenhöhe ist wegen unterschiedlicher Ergebniskennzahlen und Berichtszeiträume nur eingeschränkt möglich. Die Ergebnisse der drei Hersteller zeigen jedoch Fortschritte bei der Profitabilität und deuten auf eine wirtschaftliche Verbesserung bei wichtigen europäischen Windturbinenherstellern hin: Während Nordex und Vestas ihre Ertragskraft deutlich verbessert haben, erzielte Siemens Gamesa nach mehreren Verlustjahren wieder ein positives Quartalsergebnis.


© IWR, 2026


05.11.2026

 



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