E-Ladestruktur in Deutschland intransparent und teuer: Elektromobilität: BNM fordert Reform der Ladeinfrastruktur
Berlin/Augsburg – Der Bundesverband Neue Mobilität (BNM) drängt auf eine grundlegende Reform des öffentlichen Ladens von Elektrofahrzeugen. Im Mittelpunkt der vom Verband initiierten Auftaktveranstaltung „ChargePoint Measurement Summit“ in Berlin standen mehr Tariftransparenz sowie geringere Kosten für Aufbau und Betrieb von Ladeinfrastruktur.
Nach Einschätzung des BNM sind die derzeitigen Strukturen beim öffentlichen Laden für viele Nutzer zu intransparent und zu teuer. „Im Sinne einer breiteren Akzeptanz der Elektromobilität muss es der Anspruch sein, an den öffentlichen Chargern ein transparenteres und zugleich kostengünstigeres Ladeerlebnis zu ermöglichen“, sagte die geschäftsführende Vorständin Anja Quast.
Bei der Veranstaltung am 10. April 2026 wurden Lösungsansätze vorgestellt, die sowohl Elektroautofahrern niedrigere und nachvollziehbarere Preise ermöglichen als auch die Position der Charge Point Operator (CPO) stärken sollen. Fachvorträge zeigten nach Angaben des Verbands, wie sich durch neue technische Standards und digitale Verfahren erhebliche Einsparungen erzielen lassen.
Ein Schwerpunkt lag auf der Umsetzung regulatorischer Vorgaben. Diskutiert wurden insbesondere die Anforderungen der europäischen AFIR-Verordnung zur separaten Displayanzeige sowie der künftige Einsatz des MID-011-Zählers als Basis für Ladeinfrastruktur.
Der Fachvorstand des BNM, Thomas Mertens, sieht darin großes Potenzial: Würden Herstellung, Betrieb und Wartung von Ladepunkten konsequent auf offene Informatikstandards und validierbare Kommunikation umgestellt, seien europaweit Einsparungen in Milliardenhöhe möglich. Bereits heute gebe es dafür erste Mustersysteme und Prototypen, die kurzfristig umgesetzt werden könnten.
Der Verband will Standardisierungsverfahren über sogenannte SPECs der VDE-DKE vorantreiben, um offene und lizenzfreie Standards für die Branche zu schaffen.
Ein weiteres zentrales Thema war die netzdienliche Steuerbarkeit nach §14a Energiewirtschaftsgesetz. Nach Ansicht des BNM könnte diese künftig ohne zusätzliche Hardware auskommen. Stattdessen solle die Steuerung über validierbare Kommunikation erfolgen. Der Verband erwartet dadurch Einsparungen in zweistelliger Milliardenhöhe und niedrigere Kosten für Verbraucher.
Nach Einschätzung der Teilnehmer ist die Reform zugleich Voraussetzung für weitere Anwendungen wie bidirektionales Laden, Durchleitungsmodelle, die Einbindung in Energiemanagementsysteme und Smart-Meter-Gateways sowie für neue Mobilitäts- und Logistikangebote.
© IWR, 2026
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