Erneuerbare Kraftstoffe: Verbundprojekt entwickelt Konzepte für Massenproduktion
Karlsruhe - Das Karlsruher Institut für Technologie KIT koordiniert das Verbundvorhaben „Refineries for Future“ (REF4FU).
Im Rahmen des Forschungsprojektes konzipiert ein Verbund aus Wissenschaft und Industrie Prozesse und Bedarfsszenarien für die Massenproduktion von synthetischen Kraftstoffen. Diese Refuels versprechen eine bis zu 90-prozentige CO2-Reduktion gegenüber herkömmlichen Treibstoffen.
„Flüssigkraftstoffe werden auch bei zunehmender Elektromobilität im Verkehrssektor noch lange benötigt. Nur 60 Prozent des Kraftstoffs fließt heute in den individuellen Autoverkehr“, so Professor Nicolaus Dahmen vom Institut für Katalyseforschung und -technologie (IKFT) des KIT, der das Projekt REF4FU-Projekt leitet. In dem Projekt Vorhaben es darum, vollständig erneuerbare Kraftstoffe für alle Verkehrsbereiche zu entwickeln, zu erproben und zu standardisieren, die auch von den Fahrzeugen der Bestandsflotte auf der Straße, auf dem Wasser und in der Luft verwendet werden können.
Ausgangspunkt sind nachhaltig erzeugter Wasserstoff, Pyrolyseöl aus Bioreststoffen wie Stroh oder Restholz, Methanol aus erneuerbaren Rohstoffen und Fischer-Tropsch-Öl, das grünem Rohöl entspricht. „Der Vorteil ist, dass diese Produkte transportiert, gelagert und gehandelt werden können wie heute Erdöl“, so Dahmen. Darüber hinaus werde grünes Rohöl auch in der Chemieindustrie gebraucht, etwa zur Herstellung von Kunststoffen.
Hergestellt werden Refuels bereits, derzeit allerdings noch im vorindustriellen Maßstab: „Es gibt schon entsprechende Verfahren und auch große Versuchsanlagen, die technisch ausgereift sind und bereits tonnenweise synthetischen Treibstoff produzieren“, sagt Dahmen. Unklar ist, wie die Kraftstoffe auf den Markt und damit zu den Kunden kommen sollen. „Wir können uns zum Verkauf ja nicht einfach mit einem Fass an den Straßenrand stellen“, sagt Dahmen. Um also herauszufinden, wann und wo welche Mengen synthetischen Benzins, Diesels oder Kerosins gebraucht werden, arbeiten die Forschenden mit Szenarien. Dabei berücksichtigen sie etwa die politischen Ziele bezüglich Elektrifizierung des Autoverkehrs oder die zu erwartende Entwicklung in den verschiedenen Verkehrssektoren.
Das vom KIT geleitete Verbundvorhaben wird mit rund 7 Mio. Euro vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr gefördert. Neben Instituten des KIT (IKFT, IMVT, EBI-CEB, IFKM, IIP) sind Partner das DLR, das Deutsche Biomasse-Forschungszentrum (DBFZ), die Technische Universität Bergakademie Freiberg sowie der Chemieanlagenbau Chemnitz, die BASF, EDL Anlagenbau sowie Ineratec. Die Raffinerie Miro, Porsche und ASG sind assoziierte Partner.
© IWR, 2026
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