EU-Wasserstoffstrategie: Industrie und Energiewirtschaft sehen in deutsch-französischer Kooperation Schlüsselrolle
Berlin – Die neue Bundesregierung setzt in ihrem Koalitionsvertrag auf eine intensive Kooperation mit den anderen EU-Mitgliedstaaten, um den Aufbau grenzüberschreitender Energienetze und den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft zu forcieren.
Wasserstoff und seine Derivate gelten als unverzichtbar für das Erreichen der Klimaneutralität und als strategischer Baustein für eine resiliente Energieversorgung.
Eine breite Allianz führender Industrie- und Energieverbände – darunter BDEW, DVGW, DWV, VCI und VDMA – sieht insbesondere in einer engeren Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich die Chance, zentrale Impulse für eine europäische Wasserstoffallianz zu setzen. Ziel sei es, den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft ambitioniert und praxisnah zu gestalten und Europas industrielle Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern.
Die Verbände fordern die Schaffung eines einfachen, technologieoffenen Regulierungsrahmens auf EU-Ebene. Bestehende Vorgaben zur Produktion und den Importbedingungen von grünem und kohlenstoffarmem Wasserstoff müssten dringend überarbeitet werden. Insbesondere die Strombezugskriterien und die Bewertung der Treibhausgasbilanz sind laut Verbändeallianz reformbedürftig.
Darüber hinaus seien einheitliche Zertifizierungsstandards für Herkunft und Qualität sowie der zügige Ausbau des europäischen Wasserstoffnetzes und der Importinfrastruktur zentrale Voraussetzungen für das Gelingen der Energiewende. Nur durch den Ausbau erneuerbarer und kohlenstoffarmer Moleküle könne das Zielbild einer klimaneutralen Wasserstoffwirtschaft erreicht werden.
Deutschland und Frankreich, als größte Volkswirtschaften Europas, tragen aus Sicht der Verbände eine besondere Verantwortung für die europäische Energietransformation – und sollten gemeinsam den Grundstein für eine starke europäische Wasserstoffzukunft legen.
© IWR, 2026
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