Klimaziele: Bundesumweltministerium bremst Biokraftstoffe aus - Arbeitsplätze in Gefahr
Vechta - Bis Ende Juni 2021 muss Deutschland die europäische Erneuerbare Energien-Richtlinie RED II im Bundesrecht umsetzen. Kritik am Bundesumweltministerium (BMU) kommt hierzu von den Biogas-Unternehmen Weltec Biopower und EnviTec Biogas.
Im Kern geht es um die Treibhausgaseinsparungen im deutschen Kraftstoffmix, die mit der Treibhausgasminderungsquote (THG-Quote) festgelegt werden. Doch der dafür Ende September 2020 vorgelegte Entwurf weist erhebliche Schwächen auf und wird so kaum zur Erreichung der deutschen Klimaschutzziele im Verkehrssektor beitragen, kritisieren die Unternehmen.
„Das BMU bremst das Potenzial von Biokraftstoffen schlichtweg weiter aus, die Klimaziele sind damit in weite Ferne gerückt“, befürchten die beiden Unternehmer Olaf von Lehmden, CEO der Envitec Biogas AG, und Jens Albartus, Geschäftsführer der Weltec Biopower GmbH. Beide fordern eine realistische Weiterentwicklung der THG-Quote bereits ab 2021, damit im Jahr 2030 die für den Klimaschutz notwendigen 20 Prozent Anteil an Erneuerbaren im Verkehr erreicht werden.
Das BMU will die THG-Quote für eine halbe Dekade einfrieren und dann um lapidare 1,25 Prozent erhöhen. Von Lehmden: „Das ist eine massive Verfehlung des eigentlichen Zwecks des Gesetzes." So soll die THG-Quote bis 2025 bei aktuell geltenden 6 Prozent bestehen bleiben und 2026 auf gerade einmal 7,25 Prozent steigen."
Nach Ansicht der Unternehmenschefs müsse man derzeit den Eindruck gewinnen, dass das BMU als alleinigen Heilsbringer die E-Mobilität weiter pusht und alle weiteren Alternativen gezielt ausschlägt.
Als langjährige Unternehmen der Biogasbranche können sowohl Envitec als auch Weltec zuverlässig die Machbarkeit ihrer aufgestellten Forderungen einschätzen. Letztendlich gehe es aber nicht nur um den Klimaschutz, sondern auch um das Fortbestehen einer großen Branche mit rund 47.000 Arbeitsplätzen in Deutschland.
© IWR, 2026
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05.11.2020



