Langsame Wärmewende: Anteil an Gas- und Ölheizungen im Bestand weiter hoch
Berlin - Die Wärmewende ist ein wichtiges Thema in der Energiepolitik und hat durch das Gebäudeenergiegesetz (GEG) und die kommunale Wärmeplanung zusätzlich an Brisanz, Aufmerksamkeit und Reichweite gewonnen.
Bislang kommt die Wärmewende in Deutschland aufgrund der langen Austauschzyklen von Heizungen aber nur mit niedrigem Tempo voran. Das zeigt auch die aktuelle BDEW-Studie „Wie heizt Deutschland?“.
Untersucht wurden in der Auswertung das Alter des Heizungsbestands in Deutschland, die Beheizungsstruktur kurz vor Inkrafttreten des Gebäudeenergiegesetzes sowie die Unterschiede zwischen einzelnen Bundesländern. Grundlage sind Interviews mit rund 6.500 Haushalten deutschlandweit.
Im Ergebnis zeigt sich, dass der Anteil von Gas- und Öl-Zentralheizungen zwar von 60,7 Prozent (2019) auf 56,7 Prozent zurückgegangen ist, fossile Brennstoffe sind bei den Zentralheizungen damit aber immer noch der wichtigste Brennstoff. Mehr als verdoppelt hat sich seit der letzten Befragung der Anteil der Elektro-Wärmepumpen-Zentralheizungen auf 5,7 Prozent (2019: 2,2 Prozent). Gleichzeitig ist der Anteil von Pelletzentralheizungen um 1 Prozent auf 1,8 Prozent gesunken (2019: 2,8 Prozent).
Deutlich wird in den Zahlen auch, dass in Deutschland regional sehr unterschiedlich geheizt wird. Während im Nordwesten die Gasheizung klar die Heiztechnologie Nummer eins ist, heizt vor allem in den südlichen Bundesländern ein großer Teil der Haushalte mit Öl. Im Norden und Osten ist Fernwärme deutlich weiterverbreitet als im Rest des Landes.
Ein großes Problem für die CO2-Emmissionen des Gebäudesektors sind alte ineffiziente Heizungen. In der Studie wurde daher auch das Alter von Heizungen betrachtet. Heute sind Heizungsanlagen in Deutschland im Schnitt 13,9 Jahre alt und damit rund drei Jahre jünger als noch im Jahr 2019. Dennoch ist immer noch jede dritte Heizung älter als 20 Jahre. Hier gibt es zudem große Unterschiede zwischen den einzelnen Heiztechnologien: Ölheizungen sind im Mittel 17,7 Jahre alt, Gaszentralheizungen 12,4 und die übrigen Heizungssysteme zusammengenommen 12,6 Jahre alt.
„Die Studie zeigt uns, wo wir heute zu Beginn der Wärmewende stehen, sie zeigt uns aber auch, welch lange Wegstrecke wir noch vor uns haben: Drei von vier Haushalten heizen heute noch mit Gas oder Öl und müssen in den kommenden rund 20 Jahren auf erneuerbare Energieträger umgestellt werden. Das ist eine große Herausforderung“, kommentiert die Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung Kerstin Andreae die Ergebnisse der Erhebung. Notwendig sei dafür ein Gesamtkonzept aus Energieträgern, Infrastrukturen, Gebäude- und Heizungstechnik – eine Wärmewende aus einem Guss. Die größte Aufgabe für die Energiewirtschaft sei der Aus- und Umbau der Infrastruktur. Zentral sei deshalb, dass der Aus- und Umbau der verschiedenen notwendigen Netzinfrastrukturen effizient und abgestimmt geplant und umgesetzt werde. Die Erstellung der kommunalen Wärmepläne sei hier ein erster, notwendiger Schritt, so Andreae weiter.
© IWR, 2026
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