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Naturverträglicher Offshore-Windausbau: Tennet untersucht künstliche Riffe als Lebensraum für Tiere und Pflanzen

© Tennet© Tennet

Arnheim, Niederlande - Der Übertragungsnetzbetreiber Tennet hat in Zusammenarbeit mit dem Auftragnehmer Equans/Smulders mehrere künstliche Riffe in der Nähe der Offshore-Umspannplattform Hollandse Kust (West Alpha) angelegt.

Über die Offshore-Umspannplattform wird der Windpark des Konsortiums Ecowende (Shell/Eneco) an das Hochspannungsnetz angeschlossen. Ziel ist es, den Windpark mit möglichst geringen Umweltauswirkungen zu bauen.

Die künstlichen Riffe sind Teil einer Reihe ökologischer Maßnahmen von Tennet zur Überwachung und Unterstützung der Meeresumwelt rund um Offshore-Windparks. Die Versuchseinrichtungen sollen dazu beitragen, weitere Erkenntnisse über den naturverträglichen Bau von Offshore-Windparks zu gewinnen.

Bei Tennet sei man sich über die möglichen Auswirkungen der Offshore-Windenergie auf die Nordsee bewusst, so Saskia Jaarsma, Leiterin der Offshore-Entwicklung bei dem ÜNB. „Deshalb widmen wir der Erforschung der Vorgänge unter Wasser große Aufmerksamkeit. Die Installation von künstlichen Riffen ist ein weiterer Schritt zur Erforschung, Überwachung und Stimulierung des Meereslebens", so Jaarsma weiter.

Um herauszufinden, welche Form von künstlichen Riffen am besten funktioniert, wurden zwei unterschiedliche Varianten in der Nähe der Umspannplattform am Standort des Offshore-Windparks Hollandse Kust West etwa 50 Kilometer vor der Küste von Egmond aan Zee, aufgestellt. Zuvor wurden ähnliche Strukturen an der Tennet-Plattform bei Hollandse Kust Nord errichtet.

Die künstlichen Riffstrukturen sollen das Meeresleben anregen. „Mit ihnen schafft man potenzielle Stellen, an denen sich Korallen und Algen ansiedeln. Frühere Untersuchungen haben gezeigt, dass Fische, Krebse und Hummer diese Stellen gerne aufsuchen, um Schutz zu finden und nach Nahrung zu suchen", so Annemiek Hermans, die Tennet als Meeresbiologin beim naturverträglichen Bauen auf See berät.

Ziel des Versuchs ist es, herauszufinden, welche Form - Kugel oder Würfel - in den Gewässern vor der Küste am besten funktioniert. "Wir hoffen, auf diese Weise neben Jungfischen, Krebsen und Hummern auch zahlreichen anderen Tier- und Pflanzenarten einen geeigneten Lebensraum zu bieten", so Hermans weiter. Sie rechnet damit, dass es bis zu drei Jahre dauern kann, bis deutlich sichtbare Unterschiede zu erkennen sind.

© IWR, 2023

06.11.2023