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Netzausbau: Tennet vergibt Großauftrag für Offshore-Netzanbindung Borwin6 an Nexans

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Bayreuth - Im Ausschreibungsverfahren um die Vergabe zum Bau des 235 Kilometern (km) langen Offshore-Netzanschlusssystems Borwin6 hat der Übertragungsnetzbetreiber Tennet nun auch den Zuschlag für die Kabelproduktion und -verlegung erteilt. Auftragnehmer der See-, Watt und Landkabel wird der Kabelhersteller Nexans.

Damit sind die wesentlichen Aufträge für den Bau der Netzanbindung Borwin6 vergeben. Im Februar 2022 hatte Tennet bereits die Konverterstationen auf See und an Land an ein internationales Konsortium vergeben.

Verlegt werden für die Netzanbindung jeweils zwei Kabelstränge, ein Plus- und ein Minuspol sowie zusätzlich ein Lichtwellenleiter, der später für die Steuerung der Anlage wichtig ist. Der Start der Verlegearbeiten ist für 2025 vorgesehen.

Die Windenergieanlagen werden direkt über 66-Kilovolt-Drehstromkabel mit der Offshore-Plattform BorWin Kappa verbunden. Dadurch fallen die bislang in jedem Windpark notwendigen Umspannstationen weg.

Mittels des in Summe 235 Kilometer langen Höchstspannungsgleichstromkabels mit einer Kapazität von 980 Megawatt überträgt Tennet den Strom nach der Umwandlung mit verlustarmer Gleichstromtechnologie zur Konverterstation Büttel (Schleswig-Holstein) an Land. Hier wird der Gleichstrom wieder in Drehstrom umgewandelt und ins Höchstspannungsnetz eingespeist.

Mit 190 Kilometern Seekabel wird Borwin6 die bis dato längste Seekabelstrecke aufweisen. An Land wird das Kabel mit einer Länge von 45 Kilometern parallel zu den bestehenden Trassen der Anbindungen HelWin1+2 sowie SylWin1 verlegt.

Die Inbetriebnahme von Borwin6 ist für 2027 geplant. Borwin6 ist das letzte Netzanbindungsprojekt in der deutschen Nordsee, das von Tennet vor dem technologischen Sprung auf zwei Gigawatt und 525-Kilovolt-Kabel realisiert wird.

© IWR, 2022

07.07.2022