Neue Airbus-Roadmap: Airbus verschiebt Markteinführung von Wasserstoff-Flugzeugen
Touluuse - Wasserstoff hat das Potenzial, langfristig eine entscheidende Rolle bei der Dekarbonisierung der Luftfahrt zu spielen. Der Flugzeugbauer Airbus strebt grundsätzlich die Markteinführung eines wasserstoffbetriebenen Verkehrsflugzeugs an, hat aber den Zeitpunkt von 2035 auf die späten 2030iger Jahre nach hinten verschoben.
Auf dem Airbus-Gipfel 2025 hat Airbus seine Roadmap für die Zukunft der kommerziellen Luftfahrt in den kommenden Jahrzehnten aktualisiert und Pläne für ein Single-Aisle-Flugzeug (Ein-Gang-Flugzeug wie etwa der A-320) der nächsten Generation vorgestellt. Ein solches Flugzeug könnte in der zweiten Hälfte der 2030er Jahre in Dienst gestellt werden. Auch die Roadmap für das ZEROe-Projekt, eine Initiative zur Entwicklung wasserstoffbetriebener Flugzeuge, wurde überarbeitet.
Auf dem Gipfeltreffen bekräftigte Airbus sein Engagement, ein kommerziell nutzbares Wasserstoffflugzeug auf den Markt zu bringen. Bruno Fichefeux, Head of Future Programmes bei Airbus, sagt: "Wasserstoff ist das Herzstück unseres Engagements für die Dekarbonisierung der Luftfahrt. Wir haben zwar unseren Fahrplan angepasst, aber unser Engagement für den wasserstoffbetriebenen Flug ist ungebrochen. Wie wir im Automobilsektor gesehen haben, haben vollelektrische Flugzeuge, die mit Wasserstoff-Brennstoffzellen betrieben werden, das Potenzial, den Luftverkehr langfristig zum Besseren zu verändern und den Weg der nachhaltigen Luftfahrt zu ergänzen."
Glenn Llewellyn, Leiter des ZEROe-Projekts sagte, Airbus habe in den letzten fünf Jahren mehrere Wasserstoff-Antriebskonzepte untersucht und sich am Ende für das vollelektrische Konzept entschieden. In den nächsten Jahren will Airbus sich auf die Weiterentwicklung der Speicher-, Verteilungs- und Antriebssysteme konzentrieren und sich gleichzeitig für die notwendigen rechtlichen Rahmenbedingungen einsetzen.
Im Jahr 2023 demonstrierte Airbus bereits erfolgreich ein Wasserstoff-Antriebssystem mit 1,2 MW Leistung und 2024 wurde die End-to-End-Erprobung eines integrierten Brennstoffzellenstapels, von Elektromotoren, Getrieben, Invertern und Wärmetauschern abgeschlossen. Um die Herausforderungen bei der Handhabung und Verteilung von Flüssigwasserstoff im Flug zu bewältigen, hat Airbus in Zusammenarbeit mit Air Liquide Advanced Technologies das Liquid Hydrogen BreadBoard (LH2BB) in Grenoble, Frankreich, entwickelt.
Integrierte Bodentests sind für 2027 im Electric Aircraft System Test House in München geplant, wobei der Antriebsprüfstand und das Wasserstoffverteilungssystem für eine umfassende Systemvalidierung kombiniert werden.
© IWR, 2026
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