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NRW-Pilotprojekt: In Holzwickede fließt künftig Wasserstoff statt Erdgas durch einen Teil des Gas-Netzes

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Holzwickede / Emsdetten - In einem Pilotprojekt in Holzwickede bei Dortmund sollen drei Gewerbeimmobilien über das bestehende Erdgasnetz mit grünem Wasserstoff versorgt werden, der zu Heizzwecken eingesetzt wird. Jetzt ist das Projekt eingeweiht worden.

Seit dem 20. Oktober 2022 fließt erstmals reiner Wasserstoff im Erdgasnetz der Westenergie AG Essen. In dem Projekt „H2HoWi“ wurde eine circa 500 Meter lange Erdgasleitung der öffentlichen Gasversorgung auf 100 Prozent grünen Wasserstoff umgestellt. Dazu hat Westnetz eine vorhandene Mitteldruck-Erdgasleitung vom Verteilnetz getrennt und an einen Wasserstoffspeicher angeschlossen. Neben der Umstellung der Erdgasleitung waren auch Anpassungen bei den drei beteiligten Kunden erforderlich.

NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur betonte bei der Einweihung, dass das Projekt echte Pionierarbeit leiste, da es in NRW immer Teile geben, die nicht elektrifiziert werden könnten. „Gerade die Zusammenarbeit mehrerer Unternehmen aus NRW beeindruckt mich. Da ist Kooperation, keine Konkurrenz. Wir gehen heute 500 wichtige Meter in Richtung Klimaneutralität“, so die Ministerin bei der Einweihung des Projektes.

Bislang auf dem Markt erhältliche Erdgas-Brennwertgeräte können reinen Wasserstoff nicht verbrennen. Daher wurden bei den drei Unternehmen die für 100 Prozent Wasserstoff geeigneten Brennwertgeräte von Remeha installiert. Diese sind bereits seit 2019 in Pilotprojekten in den Niederlanden, England und Frankreich im Einsatz und verfügen über das Prüfzeichen für Feldtestanlagen vom Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches (DVWG). Die Kessel haben eine Leistung von 24 kW.

Remeha mit Sitz im münsterländischen Emsdetten ist Teil der internationalen BDR Thermea Gruppe. Neben dem 100 Prozent Wasserstoffkessel mit einer Leistung von 24 kW hat die BDR Thermea Gruppe jetzt auch einen 100 Prozent Wasserstoffkessel mit einer Leistungsfähigkeit von 45 kW entwickelt. Dieser soll noch in 2022 in den Niederlanden erstmals in Betrieb genommen werden.

In künftigen Projekten soll dabei auch die Kombination eines 100 Prozent Wasserstoffkessels mit einer Wärmepumpe getestet werden. BDR Thermea sieht eine solche Hybrid-Konstellation, in der der Wasserstoffkessel als Spitzenlastkessel zum Einsatz kommt und die Grundlast elektrisch abgedeckt wird, als schnellen, reibungslosen und erschwinglichen Übergang zum Heizen mit erneuerbaren Energien.

© IWR, 2022

24.10.2022