NRW startet Wärmewende-Offensive: Genossenschaften sollen in NRW Finanzierungslücken bei Wärmenetzen schließen
Neu-Isenburg - Nordrhein-Westfalen hat zum Jahresbeginn 2026 eine landesweite Offensive für zukunftsfähige Wärmelösungen gestartet. Ziel des Programms ist es, die Wärmewende zu beschleunigen und Planungsrisiken für neue Projekte zu reduzieren. Im Mittelpunkt stehen dabei auch Genossenschaften, die als Träger und Finanzierungsinstrument für regionale Wärmeprojekte an Bedeutung gewinnen sollen.
Auslöser ist eine deutlich schwierigere Finanzierungslage für Wärmenetze. Förderprogramme der Kreditanstalt für Wiederaufbau stehen hierfür nicht mehr zur Verfügung. Gleichzeitig haben Anpassungen der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) sowie das geltende Doppelförderungsverbot die Kombination von Bundes- und Landesmitteln erschwert. Um die entstehenden Finanzierungslücken zu schließen, setzt NRW verstärkt auf privates Kapital. Genossenschaften ermöglichen es Kommunen, regionalen Unternehmen sowie Bürgerinnen und Bürgern, gemeinsam in Infrastruktur wie Wärmenetze zu investieren und auch größere Vorhaben umzusetzen.
Begleitet wird die Offensive durch neue Informations- und Unterstützungsangebote. Das Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie hatte bereits im Dezember die Abwärmestrategie „Heizkeller der Zukunft“ veröffentlicht. Seitdem werden landesweite Aktionstage vorbereitet, die Eigentümer, Bestandshalter und Genossenschaften über technologieoffene Heizlösungen informieren. Zudem soll der Bürgerenergiefonds für erneuerbare Energien für Wärmeprojekte ausgeweitet werden, um Risiken in frühen Planungsphasen abzufedern.
„Gerade im Wärmesektor sind Planungsrisiken eine der größten Hürden für gemeinschaftliches Engagement. Nordrhein-Westfalen setzt hier ein klares Signal: Genossenschaftliche Lösungen sind ausdrücklich gewollt und werden strukturell unterstützt“, sagt Kai Sauerwein, Seniorberater beim Genoverband.
Mit der Offensive reiht sich NRW in andere Bundesländer mit eigenen Wärmestrategien ein, geht jedoch einen Schritt weiter. Anders als etwa in Hamburg oder Baden-Württemberg sieht NRW künftig auch Förderzugänge für Bürgerinnen und Bürger sowie Privathaushalte vor. Vor dem Hintergrund des Wärmeplanungsgesetzes, das flächendeckende Wärmepläne bis 2028 vorschreibt, schafft das Programm zusätzliche Orientierung und Planungssicherheit für Akteure der Wärmeenergie.
Der Genoverband e.V. unterstützt Gründungsvorhaben für Wärmenetze und berät Interessierte bei solchen Vorhaben. Der Genoverband ist der Prüfungs- und Beratungsverband, Interessenvertreter und Bildungsträger für rund 2.800 Mitgliedsgenossenschaften. Der Verband betreut Genossenschaften aus den Bereichen Kreditwirtschaft, Landwirtschaft, Agrarwirtschaft, Verkehr und Logistik sowie Handel, Gewerbe und Dienstleistungen.
© IWR, 2026
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20.01.2026



