Power to Gas: ZSW testet erfolgreich grüne Wasserstoff-Produktion mit Wasserkraft
Stuttgart - Energiewirtschaft und Forschung erproben derzeit die Herstellung von grünem Wasserstoff in einer industriellen Power-to-Gas-Anlage. Im süddeutschen Grenzach-Wyhlen steht dazu eine Megawattanlage, die seit Anfang Dezember 2019 in Betrieb ist. Auch ein daran angeschlossener Forschungselektrolyseur zur Produktion von Wasserstoff läuft sehr erfolgreich.
Koordiniert wird das Vorhaben vom Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW). Betreiber der kommerziellen Anlage ist der Energieversorger Energiedienst AG. Pro Tag kann die Anlage bis zu 500 Kilogramm Wasserstoff erzeugen. Das reicht für eine durchschnittliche Tagesfahrleistung von mehr als 1.000 Brennstoffzellen-Pkw aus.
In den letzten vier Monaten hat die Anlage bereits 1.850 Betriebsstunden hinter sich. Die Power to Gas-Anlage arbeitet sowohl bei Volllast als auch in verschiedenen Teillastzuständen vollautomatisch im 24-Stunden-Betrieb. Der Gesamtwirkungsgrad von Strom zu hochreinem, auf 300 bar komprimiertem Wasserstoff liegt aktuell bei bis zu 66 Prozent bezogen auf den Brennwert des Gases, so das ZSW. Darüber hinaus untersuchen die Forscher Alterungseffekte und leiten aus den Daten Verbesserungspotenziale ab.
Im Parallelbetrieb zur kommerziellen Anlage erproben die ZSW-Forscher in einer eigenen Forschungsanlage verbesserte Elektrolyseblöcke mit maximal 300 Kilowatt Leistung. Mit neuen Elektrodenbeschichtungen erreichten die Forscher in der kleineren Forschungsanlage bereits eine 20 Prozent höhere Leistungsdichte im Vergleich zur industriellen Anlage.
Um den Wissenschaftstransfer in die Wirtschaft zu fördern können auch Unternehmen dort Komponenten testen und optimieren, um sie später auf ihre Produkte zu übertragen.
© IWR, 2026
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