Projekt Namosyn: Neue Verfahren zur Herstellung von E-Fuels aus Methanol
Frankfurt am Main - Insgesamt 39 Partner aus Forschung und Industrie haben im Projekt „Namosyn – Nachhaltige Mobilität durch synthetische Kraftstoffe“ effiziente Verfahren zur Herstellung von E-Fuels aus Methanol entwickelt und diese im Motor getestet.
In dem Namosyn-Projekt wurde die Stoffklasse der C1-Oxygenate mit Blick auf die mögliche Anwendung in modernen Diesel- und Ottomotoren untersucht. Im Unterschied zu reinen Kohlenwasserstoffen sind das chemische Verbindungen, die neben Kohlenstoff und Wasserstoff auch Sauerstoff im Molekül enthalten. Der Alkohol "Methanol" ist das einfachste derartige Molekül, aus dem wiederum die Verbindungen Oxymethylenether (OME), Dimethylcarbonat (DMC) und Methylformiat (MeFo) synthetisch hergestellt und untersucht werden können.
Die Ergebnisse der Studien ermöglichen eine qualifizierte wissenschaftliche Einschätzung des Potentials sauerstoffhaltiger Kraftstoffe im Labor und in der Praxis. Zwar haben diese oxygenatbasierten Kraftstoffe besondere Potentiale, allerdings stehen dem Einsatz derzeit teilweise Einschränkungen entgegen.
Beim Einsatz dieser E-Fuels als Reinkraftstoffe sind beispielsweise die Materialverträglichkeit kraftstoffführender Komponenten im Kontakt mit den polaren Oxygenaten ein Problem. Für diese Anwendung müssten die Motoren angepasst werden. Der Einsatz in Reinform von OME, DMC und MeFo wird derzeit im straßengebundenen Individualverkehr mittelfristig als nicht realistisch eingeschätzt.
Im Falle der Beimischung klimaneutraler Oxygenaten zu den konventionellen Kraftstoffen wäre ein Anteil von 15 Vol.% technisch möglich. Allerdings stehen diesem Ansatz derzeit die geltende Kraftstoffnorm (DIN EN 590) entgegen.
Im Projekt Namosyn wurde zudem eine Demonstrationsanlage für OME erfolgreich aufgebaut und in Betrieb genommen. Mit einer Kapazität von 8 Tonnen OEM pro Jahr kann die Anlage für weitergehende Untersuchungen zur industriellen Skalierung genutzt werden.
Das zum 30.09.2022 beendete Projekt wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte und von der Dechema Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e.V. koordiniert. Die Ergebnisse sind unter www.dechema.de/namosyn_abschluss abrufbar.
© IWR, 2026
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