Strom : Ungarn steigt schon 2025 aus der Kohle aus
Budapest – Ungarn hat seinen Kohle-Ausstiegsplan vorgelegt und will schon 2025 und damit fünf Jahre früher als bisher das letzte Kohlekraftwerk stilllegen. Der Schritt wurde Anfang März 2021 vom ungarischen Staatssekretär für die Entwicklung der Kreislaufwirtschaft, der Energie- und Klimapolitik, Attila Steiner, auf einem Treffen der Powering Past Alliance bekannt gegeben, berichtet Europe Beyond Coal (EBC).
Der Schritt steht auch im Zusammenhang mit EU-Zahlungen, die für die strukturelle Transformation der ungarischen Kohleregion vorgesehen sind. Der Kraftwerksstandort Mátra verfügt über fünf Braunkohleblöcke mit zusammen 884 MW-Kohleleistung und über zwei Gaskraftwerke mit je 33 MW Leistung. Nach Angaben von Mátrai Er?m? Zrt. beschäftigt das Unternehmen in den Kraftwerken und in den zwei Tagebauen Visonta und Bükkábrányi insgesamt 1.995 Mitarbeiter/innen. Direkt am Braunkohlekraftwerks-Standort ist ein Industriepark entstanden. Hier werden u.a. Nebenprodukte hergestellt, beispielsweise die Produktion von Gipskartonplatten. Andere Unternehmen nutzen die Abwärme und den Strom des Kraftwerks.
Im Zuge der industriellen und energetischen Transformation soll auch der Ausbau erneuerbarer Energien vorangetrieben werden, u.a. ist der Ausbau der PV-Leistung auf 200 MW vorgesehen. Laut EBC plant das Mátra-Management zudem den Bau eines 500 MW-Gaskraftwerks.
© IWR, 2026
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