Stromtransparenz: Pilotprojekt ermöglicht lückenlose Nachvollziehbarkeit der Stromherkunft an Ladesäulen auf Viertelstundenbasis
Hamburg - Die Klimabilanz der Elektromobilität ist abhängig von der Qualität des geladenen Stroms. Je grüner der tatsächlich geladene Strom ist, desto klimafreundlicher ist auch das Fahren mit Elektrofahrzeugen.
In einem Pilotprojekt wollen Lichtblick, Decarbon1ze und Granular Energy transparent aufzeigen, aus welcher Erneuerbaren Anlage der Strom an der Ladesäule kommt. Dazu werden sog. granulare Herkunftsnachweise, d.h. auf Viertelstundenbasis, für die Qualität des Stroms ausgestellt.
Nach einem ersten Pilotprojekt 2023, in dem Kunden der Bezug granularer Herkunftsnachweise ermöglicht wurde, wollen Lichtblick und Granular Energy jetzt mit der Fortführung an der Ladesäule den nächsten Schritt gehen.
Über die von Granular Energy aufgebaute Plattform kann laut Lichtblick zu jeder Stunde nachvollzogen werden, aus welcher Anlage der Ökoenergieversorger den an der Ladesäule geladenen Strom liefert. Im Energy Track & Trace Register werden hierzu viertelstündliche Herkunftsnachweise erstellt, die in der Granular Energy Plattform verwaltet und schließlich entwertet werden. Um die Konformität mit dem Herkunftsnachweissystem zu garantieren, werden die entsprechenden Zertifikate zusätzlich auch im Herkunftsnachweisregister vom Umweltbundesamt entwertet.
„Mit Hilfe von granularen Grünstromzertifikaten können wir Energieverbrauchern jetzt gemeinsam mit Lichtblick transparent machen, woher die Energie stammt. So können E-Mobilisten besser nachvollziehen, welche Energie sie geladen haben und ob diese tatsächlich aus erneuerbaren Quellen stammt. Der innovative Ansatz erlaubt es uns, diese Informationen Kunden transparent und nachvollziehbar zugänglich zu machen”, so Knut Hechtfischer, CEO von Decarbon1ze.
Herkunftsnachweise sind nicht nur die Grundlage für die Nachvollziehbarkeit der grünen Eigenschaft des Stroms, sondern werden auch zunehmend zur Klimabilanzierung des bezogenen Stroms genutzt (Scope 2). „Bisher reichte es aus, wenn der Verbrauch auf jährlicher Basis mit Herkunftsnachweisen belegt wird. Auf dem Weg zur Klimaneutralität ist für Unternehmen jedoch nicht nur die Parallelisierung von Erzeugung und Verbrauch im physikalischen Stromsystem relevant, sondern auch die Parallelisierung der produzierten und verbrauchten Qualität über das granulare Herkunftsnachweise ein zentraler Baustein“, ergänzt Dr. Corine Veithen, Klimaexpertin bei Lichtblick.
© IWR, 2026
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