Umweltentlastung: RWE testet innovative Technologien an neuem Windpark in Spanien
Essen - Der Energieversorger RWE testet Technologien, die die Belastung der Umwelt während der Bauphase der Anlage und zum anderen die Treibhausgasemissionen beim späteren Betrieb reduzieren sollen. RWE hat die Investitionsentscheidung für das Pilotprojekt Orkoien in der Nähe von Pamplona getroffen.
Dort wird eine 5,7-Megawatt-Anlage errichtet, an der Erfahrungen mit den beiden Technologien gesammelt werden sollen. Mit dem Bau in Spanien wurde bereits begonnen, die Inbetriebnahme ist im Sommer 2023 geplant.
Beim ersten Verfahren kommen in der Bauphase erstmals spezielle Kunststoffmatten zum Einsatz. Ihr großer Vorteil: In temporären Arbeitsbereichen wie Zufahrtsstraßen und Lagerstätten minimieren sie die baubedingten Belastungen auf die Böden. Normalerweise werden diese Flächen ausgehoben und geschottert. Nun wird lediglich die Oberfläche mit dem Bagger glattgezogen. Danach werden die Zuwege- und Lagerfläche mit Kunststoffauflagen temporär abgedeckt.
Im Anschluss an die Arbeiten kann sich die Vegetation wieder vollständig regenerieren. Weiterer Vorteil: Die Matten, die teilweise aus recyceltem Material hergestellt werden, können bei anderen Projekten erneut verwendet werden.
Das zweite Verfahren zielt auf die Mittelspannungs-Schaltanlagen im Turmfuß der Turbine. Hier ist der Einsatz eines Isoliermittels im Leistungsschalter erforderlich, um die elektrischen Ströme zu unterbrechen. Der beim Öffnen eines Stromkreises entstehende Lichtbogen muss gekühlt und gelöscht werden. Bisher wird dafür das farb- und geruchlose, weder giftige noch brennbare und für Mensch und Tier ungefährliche Gas SF6 (Schwefelhexafluorid) verwendet. Allerdings handelt es sich bei SF6 um ein Treibhausgas, das sich auf das Klima auswirkt.
Deshalb darf es nur noch unter strengen Auflagen verwendet werden. Mit dem Einsatz von „SF6-freien Schaltanlagen“ testet RWE jetzt eine umweltfreundliche Alternative mit gleicher technischer Zuverlässigkeit auf, die die Treibhausgasemissionen auf nahezu null reduziert. Die neue, umweltfreundliche Technologie setzt als Isoliermittel zu 85 Prozent auf trockene Luft und zu 15 Prozent auf C5-Fluorketone. RWE bereitet sich damit auch auf das von der EU angekündigte SF6-Verbot in Neuanlagen ab 2031 vor.
© IWR, 2026
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